Leseland Hessen findet vom 20.-28. Oktober in Fulda statt.
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Leseland Hessen findet vom 20.-28. Oktober in Fulda statt.

14 Schriftsteller in Fulda

Der Lügenbaron und die Puppenkiste - „Leseland Hessen“ findet vom 20. bis 28. Oktober in Fulda statt  

  • Anke Zimmer
    vonAnke Zimmer
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Spannende und witzige Krimis, literarisch herausragende Romane und ein Sachbuch: Die Reihe „Leseland Hessen“ hält vom 20. bis zum 28. Oktober in Fulda für alle Geschmäcker besondere Leckerbissen parat. 

  • Die Reihe „Leseland" findet vom 20. bis 28. Oktober in Fulda statt.
  • Sechs Schriftsteller lesen in der Kapelle des Vonderau Museums.
  • Mit dabei ist unter anderem Raoul Schrott

Fulda - „Literatur im Stadtschloss“ – abgesagt. „Tatort Fulda“ – ausgefallen. Fuldaer Bücherfreunde, seit Jahren verwöhnt von diesen renommierten und erfolgreichen Reihen, mussten in diesem Corona- Frühling auf die Begegnungen mit Autorinnen und Autoren verzichten. Im Oktober aber werden sie entschädigt, denn „Leseland Hessen“ findet statt.

Vom 20. bis zum 28. Oktober werden sechs Schriftsteller um 19 Uhr in der Kapelle des Vonderau Museums lesen (jedenfalls nach derzeitigem Stand der Planung), acht weitere Autoren gehen vormittags in insgesamt 22 beteiligte Schulen. Das Programm stellten die beiden Organisatoren, die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Kulturamts Jutta Sporer, und Kulturamtsmitarbeiter Klaus Orth, jetzt in einer Pressekonferenz vor.

Fulda: Leseland Hessen bringt Menschen während der Corona-Krise auf andere Gedanken

„In Zeiten wie diesen zeigt die Literatur ihre Stärke“, hatte Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld zuvor gesagt. Nicht nur, dass viele Menschen mehr Zeit zum Lesen gefunden hätten („bei mir war es jedenfalls so“), wer Buchdeckel aufschlage, der könne auch abschalten und sich mit anderen Dingen als immer nur Corona beschäftigen, hob er hervor.

Er dankte den Sponsoren der Reihe – dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, hr2 Kultur und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda – für ihre Unterstützung und schloss: „Wir reden heute nicht über das, was nicht möglich ist, sondern endlich über das, was möglich ist.“

Auch Sporer machte keinen Hehl aus ihrer Freude, dass es im Oktober wieder Lesungen geben wird. Durch „Leseland Hessen“ werde eine breite Öffentlichkeit erreicht, sagte sie.

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Olivia Wenzel und Nadine Schneider bei „Leseland Hessen" mit dabei

Zum Programm eines gleich vorweg: Raoul Schrott ist mit dabei. Der Autor hatte eigentlich im März im Fürstensaal lesen sollen, das Virus machte dem einen Strich durch die Rechnung. Umso erfreuter zeigte sich Orth, der im Kontakt mit dem Österreicher geblieben war, dass nun der Termin zustande kam. Es gibt noch eine Verbindung zu der Lesereihe im Stadtschloss:

Olivia Wenzel, die zum Abschluss zusammen mit Nadine Schneider den Literaturpreis der Stadt Fulda bekommen sollte, steht auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis – ebenso Thomas Hettche. Letzterer wird seinen neuen Roman „Herzfaden“ vorstellen, bei dem nicht nur Liebhaber der Augsburger Puppenkiste auf ihre Kosten kommen werden, sondern alle Freunde „sensationeller, anrührender Literatur“ (Orth).

Fuldaer Robert Brack alias Ronald Gutberlet mit Roman „Dammbruch“

Manchmal reicht ein Name, und im Kopf entstehen Bilder: Anna von Münchhausen ist eine Nachfahrin von ... genau: Baron von Münchhausen. In ihrem Sachbuch „Der Lügenbaron“ schildert sie voller Anekdoten, wie es sich im Schatten des legendären Kanonenkugelreiters lebt. Mit Ulrike Almut Sandig ist eine junge Autorin mit im Boot, die ihre Lyrik schon einmal in Fulda vorgestellt hat und nun mit „Monster wie wir“ ihren ersten Roman im Gepäck hat.

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Nicht vergessen werden natürlich auch die Krimifans: Zum einen zeigt Elsemarie Maletzke in „Magnolienmord“, dass das Grauen im Garten lauert, auch ohne dass ein Gärtner der Mörder sein muss, wie die Organisatoren augenzwinkernd erklärten. Und Robert Brack, als Ronald Gutberlet 1959 in Fulda geboren und seit 1981 in Hamburg lebend, erinnert in „Dammbruch“ an die Sturmflut, die die Hansestadt 1962 heimsuchte und dabei (zumindest in seinem Buch) einem Einbrecher einen Strich durch die Rechnung macht.

Weil man Menschen „nicht früh genug an das Lesen heranführen kann“, so Sporer, sind im 17. Jahr von Leseland Hessen in Fulda (die Reihe besteht seit 18 Jahren) auch Schulen wieder mit dabei, diesmal 22: Acht Autorinnen und Autoren werden vor Kindern und Jugendlichen lesen. Erzählt werden Road-Trips, ein Comic wird vorgestellt, und Punks und Menschen mit Makeln gehören ebenso zum Personal wie Drachen und „World Runner“.

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