Johannes Herwig bei seiner Lesung an der Richard-Müller-Schule im Rahmen von „Leseland Hessen“.
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Johannes Herwig bei seiner Lesung an der Richard-Müller-Schule im Rahmen von „Leseland Hessen“.

Auftakt an Richard-Müller-Schule

„Leseland Hessen“ gestartet: Autor Johannes Herwig liest aus seinem Buch „Scherbenhelden“

  • vonAlina Hoßfeld
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Am Dienstag ist das Literaturfestival „Leseland Hessen“ gestartet. Noch bis zum 28. Oktober finden zahlreiche Autorenlesungen in den Fuldaer Schulen und in der Kapelle des Vonderau Museums statt. Den Auftakt machte Autor Johannes Herwig mit seinem Buch „Scherbenhelden“ an der Richard-Müller-Schule.

Fulda - Leipzig im Jahr 1995: Die Wende ist fünf Jahre vorbei, Nino lebt allein mit seinem Vater – die Mutter hat sich nach der Wende getrennt –, und die normalen Probleme eines 15-jährigen kommen noch dazu. In einer Gruppe Punks findet er sein neues Zuhause. So viel zum Inhalt des Buches Scherbenhelden“.

„In meinem Buch geht es darum, das Lebensgefühl der Jugendlichen einzufangen, die den Umbruch erlebt haben und sich im neuen System zurechtfinden mussten. Es gibt drei Ebenen: die Zeitgeschichte, die Familiengeschichte und das Szenenportrait“, erklärt der Autor.

Auftaktveranstaltung von „Leseland Hessen“: Johannes Herwig liest auf seinem Buch „Scherbenhelden“

Lesen Sie hier: „Leseland Hessen“ in Fulda: Abendveranstaltungen ausgebucht.

Um den Schülern einen Einblick in seinen Roman zu geben, las Herwig verschiedene Szenen vor. Gespannt lauschten die Zuhörer, die im Anschluss die Möglichkeit hatten, dem Autor Fragen zu stellen. Unter anderem berichtete Herwig den Schülern davon, wie er zum Schreiben kam. „Es war schon immer ein Kindheitstraum zu schreiben. Ich wollte Geschichte erlebbar machen. Ein Roman dockt emotional an und richtet mehr aus als eine Geschichtsstunde. Zudem konnte ich aus eigenen Erfahrungen schöpfen“, erklärt Herwig.

Literaturfestival

Zum 17. Mal beteiligt sich die Stadt Fulda am Literaturfestival „Leseland Hessen“. Vom 20. bis zum 28. Oktober finden 22 Lesungen an Schulen in Stadt und Landkreis statt. Zudem gibt es sechs Abendveranstaltungen in der Kapelle des Vonderau Museums. Das Literaturfestival wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und hr2 kultur unterstützt. Die Autorenlesungen in Fulda werden zudem durch die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda gefördert.

Rund drei Jahre habe er für seinen Roman „Scherbenhelden“ gebraucht; es ist bereits sein zweites Buch und beruhe auf Erlebnissen, die Herwig selber erlebt, erzählt bekommen und erfunden habe. „Es ist eine Autobiografie und Fiktion zugleich; eine private Geschichte, die für die Öffentlichkeit aufbereitet wurde“, sagt Herwig. Auch darüber, wie er den Titel für sein Buch gefunden habe, erklärte er den Schülern und berichtete von seinem neuen Projekt, das bereits in Planung sei.

Schulleiterin Claudia Hümmler-Hille freute sich über die Lesung: „Es sind schwierige Zeiten, und umso erfreulicher ist es, dass die Veranstaltung stattfinden konnte.“ Es sei wichtig für junge Erwachsene zu erfahren, was die Wende mit den Menschen gemacht habe. „Die Strukturen waren weg. Doch die neue Freiheit, war nicht für alle Menschen einfach. Wir müssen uns damit auseinandersetzen und dabei hilft das Buch wunderbar“, sagte die Schulleiterin abschließend.

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