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Letzter Tag für Rasthaus und Esso-Station

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Lange Gesichter und leere Regale: Im Rasthaus und an der Esso-Station in Fulda sind Pächter, Mitarbeiter und Kunden traurig. 50 Jahre gab es die Raststätte. Am heutigen Donnerstag, 31. Oktober, ist sie zum letzten Mal geöffnet.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Die Pächter berichten, dass die Gebäude in Fulda-Nord an der Kreuzung von A 7 und B 27 in den nächsten Wochen leergeräumt werden sollen. Ab Jahresanfang soll der Komplex abgerissen werden. Danach sei ein vollständiger Neubau von Raststätte und Tankstelle geplant.

Neue Gebäude, neues Personal

„Die Tankstelle bleibt wegen des Neubaus rund ein Jahr geschlossen. Danach gibt es einen neuen Start – aber wohl ohne mich“, berichtet Stefan Hillenbrand (58). Er hat die Esso-Station seit 17 Jahren geführt. Der gelernte Einzelhandelskaufmann hatte in den vergangenen Monaten so viel um die Ohren, dass er bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber noch nicht erfolgreich war. „Ich suche noch. Ich will ja gerne weiter arbeiten“, sagt er. Die Regale in der Tankstelle sind bereits ziemlich leer gekauft.

„Das Rasthaus – es war für mich das Leben“, sagt Erika Lang (67). 35 Jahre lang hat sie im Restaurant dafür gesorgt, dass die Gäste zufrieden waren, die mit dem Brummi oder dem Pkw in Fulda-Nord Rast machten. Fünf Jahre war sie angestellt, seit 30 Jahren ist sie Pächterin.

Keine Rinderleber mehr

Heute wird sie das letzte Mal deutsche Hausmannskost – darunter die berühmte Rinderleber – servieren, das, was die Gäste am meisten schätzten. „Besonders die Lkw-Fahrer haben es geliebt, dass sie hier etwas Anderes bekamen als in den Schnellrestaurants“, erzählt Lang. Wenn sie ihr Lokal geräumt hat, will sie in Rente gehen. „Ich hätte gern noch ein paar Jahre gearbeitet, aber so ist es auch gut.“ Dass neu gebaut werde, habe auch sein Gutes: „Die Raststätte ist für viele Autofahrer wie ein Einfahrtstor in die Stadt. Ein modernes Rasthaus und eine neue Tankstelle schmücken Fulda“, ist sie überzeugt.

„Traurig, aber dankbar“

Tankstellenpächter Stefan Hillenbrand ärgert sich, dass er vom Eigentümer der Raststätte erst Mitte August erfahren habe, dass sein Pachtvertrag Ende Oktober enden wird. „Ich bin traurig, dass eine schöne Zeit zu Ende geht. Aber ich bin auch dankbar für die lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden“, sagt Hillenbrand.

Mehr zu den Plänen, was mit dem Grundstück passieren soll, lesen Sie am Donnerstag in einem ausführlicheren Bericht in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer und Hünfelder Zeitung sowie in der digitalen E-Paper-Ausgabe.

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