30 Kilometer am Tag

1800 Kilometer für das Tierwohl: Veganer Malte Kleen läuft quer durchs Land - „Man wird schon für verrückt gehalten“

  • Lea Marie Kläsener
    vonLea Marie Kläsener
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Malte Kleen ist Veganer und möchte eine Botschaft für mehr Tierschutz senden. Dazu läuft er in 60 Tagen 1800 Kilometer quer durch Deutschland - und macht Station in Fulda.

Fulda - Malte Kleen möchte sich dafür einsetzen, dass Tiere in Deutschland besser behandelt werden. Und er tut das, indem er 1800 Kilometer in 60 Tagen quer durch Deutschland läuft. Mit einer Strecke von 30 Kilometern pro Tag ist das täglich mehr als ein Halbmarathon. „Laufen ist mein Stilmittel des Aktivismus“, sagt der 33-Jährige. „Es gibt Leute, die stellen sich in die Innenstädte oder demonstrieren vor Schlachthäusern, bei mir ist es das Laufen.“ Er wolle zeigen, wie leistungsfähig man mit einer rein pflanzlichen Ernährung sein kann.

Veganer Malte Kleen läuft für den Tierschutz durch ganz Deutschland

Malte Kleen ist Mitglied des veganen Laufvereins Laufen gegen Leiden. „Ich möchte auf den Tierschutz aufmerksam machen. Wir im Verein wollen zeigen, dass es so, wie es in der Tier-Industrie läuft, nicht weiter gehen kann.“

In Fulda startet der 33-Jährige, der in einem Biomarkt arbeitet, heute in Tag 44 von 60. „Die Beine und der Rücken fühlen sich noch super an“, sagt der Oldenburger. „Das Schöne ist, was ich für Leute auf dem Weg kennenlerne.“ Vereinsmitglieder beherbergen Kleen, „aber auch viele Leute, die die Aktion gut finden und bislang keinen Bezugspunkt zum Veganismus haben". Mit denen komme er gut ins Gespräch.

Seine Laufaktion habe bislang viele positive Reaktionen hervorgerufen. „Als Läufer, der extremere Sachen macht, wird man schon als verrückt angesehen - damit bin ich vollkommen cool“, sagt Malte Kleen. Er bekomme auf der Reise aber auch viel Respekt. „Und ich denke, ich kann hier und da ein bisschen zum Umdenken anregen.“

Malte Kleen läuft 1800 Kilometer in 60 Tagen, um sich für das Tierwohl einzusetzen. Ein Halt auf seiner Strecke ist Fulda.

Konkret wünscht sich der 33-Jährige: „Es wäre schön, wenn hängenbleibt, dass man nicht jeden Tag Fleisch essen muss.“ Er fordere nicht von jedem, sofort vegan zu werden, „aber vielleicht mal ein, zwei, drei Tage kein Fleisch essen und beim Frühstückstisch die Salami weglassen“, schlägt er vor. Es gebe mittlerweile viele gute Alternativprodukte. „Ich wünsche mir von den Leuten, dass sie ihre Ernährung hinterfragen.“

Veganer Malte Kleen: Ich möchte hier und da zum Umdenken anregen

Eine Inspiration für seine Aktion hat Malte Kleen im Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling gefunden. „Das hat mich nie losgelassen“, sagt er. Vor zwei Jahren wurden die Überlegungen dann konkreter. „Ich dachte: Es wäre gut, wenn ich nicht einfach nur für mich laufe, sondern mit einer Mission, einem Statement.“

Die heutige Route führt den Oldenburger von Fulda nach Bischofsheim, und er ist zuversichtlich, dass er die Aktion bis zum Ende bringt. Mit drei paar Schuhen und fünfeinhalb Kilogramm Gepäck, ist er sich sicher: „Das schaffe ich auf jeden Fall.“

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Rubriklistenbild: © Lea Marie Kläsener

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