Oswald Post bekam zum Abschied vom Schulleitungsteam Wolfram Böhm (von links), Karsten Keller und Annette Theiner ein Porträt geschenkt.
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Oswald Post bekam zum Abschied vom Schulleitungsteam Wolfram Böhm (von links), Karsten Keller und Annette Theiner ein Porträt geschenkt.

Goldene Spur hinterlassen

Erster Mann an der Spitze der Marienschule - Leiter Oswald Post nach zwölf Jahren verabschiedet

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Zwölf Jahre lang leitete Dr. Oswald Post die Fuldaer Marienschule. Am Donnerstag wurde der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Er war der erste Mann, der in der langen Geschichte der Fuldaer Mädchenschule an der Spitze des Gymnasium gestanden hat.

Fulda - In allen Reden wurde die christliche Grundeinstellung des Pädagogen hervorgehoben. In seiner Amtszeit erfolgte der Wechsel der Marienschule von G 8 zu G 9, es wurde ein Realschulzweig eingerichtet, die Digitalisierung vorangetrieben und sie wurde MINT-Schule.

Ein Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin gibt es noch nicht. Das bestätigte Winfried Engel, Sprecher des Vorstandes der Stiftung Marienschule. Es werde noch gesucht. Die Marienschule wird jetzt kommissarisch vom stellvertretenden Direktor, Karsten Keller, geleitet. Er bezeichnet die Marienschule als „Unikat“, da sie eine reine Mädchenschule ist.

„Wir lassen Sie nur ungern gehen“, sagte Winfried Engel. Er wies darauf hin, dass es Post immer auf wertebildende Erfahrungen der Schülerinnen, die Pflege der Schulkultur und die Bedeutung des Glaubens angekommen sei. Er lobte das pädagogische Geschick von Post, seine gute Menschenführung, das richtige Gespür bei wichtigen Entscheidungen und das offene Ohr, das er immer für Schülerinnen, Eltern und Kollegen gehabt habe. „Sie haben eine goldene Spur an der Marienschule hinterlassen.“

Verabschiedung von Oswald Post: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld überbringt Dank von Stadt und Landkreis

Schulamtsdirektorin Rita Schmidt-Schales ging auf den abwechslungsreichen beruflichen Weg ein. Nach dem Studium an der Hochschule Kassel war Post Lehrer an der Edith-Stein-Schule in Darmstadt, danach an der Eduard-Stieler- und der Winfriedschule, bevor er zur Marienschule kam.

Die Zufriedenheit, die aus dem Inneren und aus dem Glauben herauskommt, strahlt etwas aus. Damit könne man Menschen begeistern. Diese Eigenschaft habe Oswald Post, sagte Weihbischof Karlheinz Diez.

Den Dank von Stadt und Kreis Fulda überbrachte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU). Die Marienschule präge seit 1733 Stadt und Region. Sie habe einen gut Ruf und viel Zulauf. Dies sei nicht selbstverständlich. Dazu bedürfe es einer Persönlichkeiten wie Oswald Post, lobte er.

Oswald Posts Bitte: „Setzen Sie sich für den Bestand der christlichen Schulen ein“

Für die Schulleiter der heimischen Gymnasien lobte Markus Bente (Wigbertschule Hünfeld) seinen Kollegen dafür, dass er mit Leidenschaft und Konsequenz die Marienschule in die Modernität geführt habe und sich für sie eingesetzt habe. „Du warst immer stolz auf Deine Schule.“

Post sagte in seinem Schlusswort, dass viele christlich denkende Menschen seinen Lebensweg geprägt und beeinflusst hätten. Für ihn selbst sei es wichtig, dem einzelnen Menschen zugewandt zu sein, ihm zu helfen und zu unterstützen. „Setzen Sie sich für den Bestand der christlichen Schulen ein“, sagte er in Richtung des Weihbischofs. Es bedürfe eines christlichen Bildungsangebotes in Zeiten der Fake News und der unglaublich vielen Informationen im Internet. Seiner Marienschule wünschte Oswald Post alles Gute.

Weitere Grußworte sprachen Schwester Cosima Kiesner, Thomas Wolf für die Schulen im Bistum Fulda, Martin Böhne vom Studienseminar Fulda, Andreas Pörtner vom Schulelternbeirat, Martina Noll für die Mitarbeiter sowie die Schulsprecherinnen Lisa Mientus und Anna Kohlhepp. Die Andacht hielt Schulpfarrer Sebastian Bieber. Er weihte auch das neue Kreuz, das Post für die Schulkapelle gestiftet hat.

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