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Mario Barth beschreibt im Interview das „Recht auf eine richtig geile Show“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Nicht das erste Mal kommt Mario Barth nach Fulda. Ein Jahr ist es her, dass er zuletzt in der Barockstadt war. Und am 16. November ist es wieder so weit: Der Stand-up-Komiker kommt mit seiner neuen Show in die Esperantohalle Fulda. Und er verspricht: Es wird eine richtig geile Show.

Von unserem Redaktionsmitglied Selina Eckstein

Herr Barth, Sie waren im November 2018 bereits in Fulda und kommen nun erneut hierher. Ist es etwas Besonderes, zweimal mit dem gleichen Programm in einer Stadt aufzutreten? Ich finde es eine tolle Sache, wenn ich zweimal in einer Stadt auftreten darf. Schließlich passiert es schon häufiger, dass beim ersten Mal die Karten ausverkauft sind. Dann fragen die Veranstalter nach, ob man nochmal kommen könnte. Aber auch über die sozialen Netzwerke wie Facebook schreiben mich die Leute an: „Schade, du warst in Fulda und ich hatte keine Karte.“

Also ist die Nachfrage immer noch vorhanden? Ja, klar. Man sieht ja auch, wann was wie schnell ausverkauft ist. Das ist schon schön, wenn es in einer Stadt so viele begeisterte Menschen gibt, die sich das Programm teilweise dann auch zweimal ansehen. Das ist der Hammer.

Haben Sie es schon häufiger erlebt, dass sich Ihre Fans ein und dasselbe Programm mehrmals ansehen? Ja, vor allem Leute, die mich schon länger „begleiten“. Ich stehe seit 19 Jahren auf der Bühne. Da verändert sich auch innerhalb eines Programms in einem Jahr einiges. Der Grundrahmen ist zwar immer derselbe, aber ich nehme mir die künstlerische Freiheit, Dinge auszuarbeiten, wenn ich merke, dass etwas noch lustiger geht. Dann muss irgendwas anderes aus dem Programm gestrichen werden. Sonst bräuchte ich irgendwann vier Stunden. Das ist auch nicht schön. So kann es schon mal sein, dass über ein Jahr später 30 Prozent des Programms geändert wurden.

Worauf dürfen sich die Leute freuen, die zum ersten Mal ihr Programm hier in Fulda sehen werden? Was ich versprechen kann und worauf ich auch Einfluss habe, ist, dass es eine sensationelle, lustige und unterhaltsame Show wird. Wir haben tolles Licht, ein tolles Bühnenbild und tollen Ton. Der Ton ist schließlich ganz wichtig, damit mich jeder hört. Mein Team und ich sind da ganz akribisch.

Gab es schon Feedback auf das aktuelle Programm? Laut den Leuten, die schon da waren, ist es das beste Programm. Fans, die mich kennen, können sich sicher sein: Es wird eine „Mario Barth-Show“. Es muss auch niemand Angst haben, dass ich plötzlich mit einer Geige oder einer Panflöte über die Bühne renne. Es ist ein klassisches, wunderbares Stand Up-Programm.

Seit 19 Jahren stehen Sie auf der Bühne. Sind Sie vor Auftritten noch nervös, oder hat sich das mittlerweile schon gelegt? Ich glaube, wenn ich nicht mehr nervös wäre, müsste ich aufhören, dann fehlt irgendwas. Der Grundrahmen ist zwar immer derselbe: Ich gehe raus, mache mein Programm, dann ist Pause, dann geht’s wieder eine Stunde weiter, dann gehe ich von der Bühne runter, komme nach zwei Minuten wieder, spiele die Zu-gabe und gehe. Dieser Ablauf ist immer gleich, aber es sind trotzdem immer andere Zuschauer. Deshalb spiele ich jede Show so, als wenn es eine Premiere wäre.

Woher kommt diese Einstellung? Man darf eines nicht vergessen: Es gibt Leute, die vielleicht das allererste Mal in meiner Show sind. Das ist nicht zu unterschätzen. Es wäre einfach unfair, wenn ich so spielen würde als wäre es normal für mich. Man muss es schon so spielen wie eine Premiere, denn die Leute haben ein Recht darauf, eine richtig geile Show zu bekommen. Das ist mein Anspruch.

Auf das aktuelle Programm bezogen: Gibt es ein Erlebnis mit den Fans, das Sie so schnell nicht vergessen werden? Ich habe in Hannover meine DVD aufgezeichnet und dort etwas zum ersten Mal erlebt, was mich ziemlich beeindruckt hat. Normalerweise klatschen die Leute und rufen vielleicht auch „Zugabe“, wenn ich nach meinem Programm von der Bühne gehe. Dort war es anders. Es wurde plötzlich „Ein Tag, so wunderschön wie heute“ gesungen. Das war für mich völlig überraschend und einfach nur schön.

Sie werden nicht nur gemocht, Sie haben auch einige Kritiker. Wie gehen Sie damit um? Früher gab es Kritik, heute wird gemeckert. Das ist für mich ein Unterschied.

Inwiefern? Bei mir ist Kritik grundsätzlich konstruktiv. So wurde ich erzogen. Ich kann nicht Sushi essen gehen und mich beschweren, dass es ein schlechtes Lokal ist, weil es dort kein Schnitzel gibt. Jemand, der zu einem Konzert von AC/DC geht und sagen würde, dass es dort zu laut sei und nur Männer auf der Bühne stehen würden, der ist am falschen Ort. Das ist für mich ein Unterschied.

Schließlich kann ja jeder selbst entscheiden, wohin er geht. Genau, und das ist das Schöne an unserem Leben. Und wenn etwas konstruktiv kritisiert wird, komme ich damit gut klar. Ich habe über die Jahre aber auch gelernt, dass man grundsätzlich nicht jedem gefallen kann. Das will ich auch gar nicht. Das wäre fatal. Ich sag immer, wenn ich übers Wasser laufen könnte, würde der Kritiker schreiben: „Zum Schwimmen ist er zu doof.“

Erhalten Sie Kritik auch über die sozialen Medien? Man darf eines nicht vergessen: Eine Minderheit meckert. Das sind ganz wenige Leute, die sind halt nur laut. Es ist nicht die Masse. Die Masse, also meine Fans, ist total gut, auch über die sozialen Medien. Da werden dann aber drei, vier Leute rausgezogen und als Spiegelbild der Gesellschaft bezeichnet. Das stimmt natürlich gar nicht.

Tickets für die Show von Mario Barth am Samstag, 16. November, in der Esperantohalle in Fulda gibt es im Vorverkauf zum Preis von 34,95 Euro bis 55,95 Euro. Sie sind in allen Geschäftsstellen der Zeitung in Fulda, Hünfeld, Schlüchtern und Schlitz erhältlich.

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