Fotos: Daniela Petersen

Max, Anne und ein Traum in Forelle – „The Taste“-Teilnehmer kocht mit FZ-Redakteurin

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Seit drei Wochen kocht sich der Petersberger Max von Bredow bei der Sat.1-Kochshow „The Taste“ in die jeweils nächste Runde. Wie das Gericht schmeckt, mit dem er es in die Show schaffte, hat unsere Redakteurin und Kochbuchautorin Anne Baun probiert. Doch sie ist nicht nur zum Essen gekommen – sie muss auch mit anpacken.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

„Du kannst schon mal die Möhrchen schneiden“, sagt Max von Bredow. Und mit Schneiden meint der 31-Jährige eigentlich schnitzen. Denn die Karotte soll so klein sein, dass sie auf einen Löffel passt. Das ist das Konzept der Show: Alle Teilnehmer müssen die Mahlzeiten auf Löffeln anrichten und sie dann den Juroren zum Probieren geben. Mit einem Bissen entscheiden diese, wer weiterkommt und wer nicht. Max von Bredow hat es bisher immer in die nächste Runde geschafft. Das Essen mit dem filigran geschnitzten Möhrchen reichte er in der allerersten Runde ein, beim Casting. „Das Thema war Lieblingsort. Und weil meine Lieblingsorte der Garten meiner Oma und der Angelteich meines Cousins sind, habe ich einen Löffel gemacht mit gebratener Forelle auf lila Karotten-Chilipüree mit Salatgurke und Kartoffelstroh“, erklärt Max.

Gastronomie von Kindesbeinen an vertraut

Und genau diesen Löffel kocht er nun mit Anne Baun in der Küche des Toro Negro in Fulda nach. Hier im Esperanto-Hotel arbeitet der 31-Jährige als Tagungs- und Bankett-Leiter. Die Gastronomie ist ihm seit Kindesbeinen an vertraut. Seine Eltern haben das Hotel Europa in Neuenberg betrieben. Nach der Schule lernte er Koch. Das kommt ihm bei der Show zugute: Gerade sticht er mit einem Zahnstocher in die Möhre und steckt einen Strunk Grünzeug hinein – so sieht die Mini-Karotte aus, als käme sie geradewegs vom Feld.

Castinglöffel würde er heute anders machen

„Ich finde, man muss sehen, was man isst“, sagt er und erzählt, was für ihn der perfekte Löffel ist: „Die Konsistenz ist wichtig. Man braucht etwas Püriertes und was zum Beißen. Ein perfekter Löffel ist saftig, salzig, sauer, süß – spricht also alle Regionen der Zunge an, im besten Fall da, wo sich die Regionen befinden.“ Das sei etwas, was er in der Show von seinem Coach, dem Sternekoch Alexander Herrmann, gelernt habe. „Da steckt eine Strategie dahinter. Man versteht das aber leider erst während der Sendung.“ Mit der Erfahrung würde er seinen Castinglöffel daher mittlerweile anders machen.

„Ein Traum in Forelle“

Aber das soll er jetzt gar nicht. Schließlich will Anne den Forelle-Löffel genau so kochen, wie Max das in der Show getan hat. „Als nächstes werden wir den Fisch filetieren“, sagt Max und lobt seine Küchenhilfe: „Das machst du nicht zum ersten Mal. Beautiful. Ein Traum in Forelle. Aber hier ist noch eine Gräte.“

Forelle aus dem Lieblingsteich

Die Forelle kommt von seinem Cousin – genau aus dem Teich, den er als seinen Lieblingsort beschrieben hat. Familie und Freunde sind dem 31-Jährigen wichtig. Deshalb ist er letztlich auch nicht nach England ausgewandert. „Ich habe dort nach meiner Ausbildung zum Koch ein Jahr gearbeitet. Als mein Vater starb, kam ich zurück nach Deutschland.“

„Super Erfahrung“

Beim Zivildienst merkte er, dass Organisieren seine Stärke ist und ging schließlich auf die Hotelfachschule. Seit sechs Jahren ist er nun im Esperanto – wo ihn Gäste inzwischen öfter als Teilnehmer der Kochshow erkennen. „Das ist mir immer ein bisschen unangenehm. Ich stehe nicht so gern im Rampenlicht.“ Dass er sich bei „The Taste“ beworben hat, sei das Ergebnis einer Wette gewesen. „Meine Freunde meinten, dass ich mich das sowieso nicht trauen würde.“

Er ist aber froh, dass er sich getraut hat. „Es war eine super Erfahrung. Ich kann das nur jedem empfehlen. Wir haben uns alle bestens verstanden, und ich bin auch schon von einigen hier in Fulda besucht worden.“

Vier Wochen dauerten die Aufzeichnungen

Die einzelnen Folgen der Sendung sind längst gedreht. Vier Wochen lang dauerten die Aufzeichnungen. Wie weit Max kommt, das weiß er genau – darf und will es aber nicht verraten. „Es soll ja spannend bleiben“, sagt er und legt die Forelle in die Pfanne. Kochen und dabei Fragen beantworten – das musste er bei der Show andauernd. „Die Redakteurin hat uns ständig etwas gefragt. Es waren immer zwei Kameras auf einen gerichtet, dazu kamen die Kameras, die im Studio hingen und ständig gezoomt haben. Da war man schon manchmal kurz vorm Platzen und hat gedacht: Ich muss mich mal kurz konzentrieren.“ Ein Drehbuch habe es keins gegeben. „Man erzählt an so einem Tag viel. Es ist dann spannend, was davon gezeigt wird.“

Finale wird mit dem Coach geschaut

Das Finale am 27. November wird er mit allen Teilnehmern zusammen bei seinem Coach Alexander Herrmann in Wirsberg schauen. „Er lädt traditionell alle in sein Romantik Posthotel ein.“

Inzwischen ist alles für den Forelle-Löffel zubereitet. Zuerst platziert Max das Püree, danach alles andere. Anne tut es ihm nach. Dann ist der große Moment gekommen: Es wird probiert. Der Aufwand hat sich gelohnt. Da kann man nur sagen: Beautiful.

Buch

An dieser Stelle ein bisschen Werbung in eigener Sache: Der zweite Band von „Natürlich koch’ ich“ von Anne Baun steht in den Startlöchern und wird voraussichtlich ab dem 25. Oktober in den Geschäftsstellen unserer Zeitung erhältlich sein.

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