Medischulen hat die Schulgebäude angemietet. / Foto: Sebastian Kircher

Medischulen übernimmt insolvente Rhönakademie Schwarzerden

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Schwarzerden - Zu wenige Schüler, zu hohe Betriebskosten: Vor einigen Wochen musste die Schule und Rhönakademie Schwarzerden, in der Physiotherapeuten und Ergotherapeuten ausgebildet werden, Insolvenz anmelden. Jetzt ist eine Lösung gefunden worden. Seit 1. November hat die Medischulen GmbH aus Osthofen (Rheinland-Pfalz) den Standort übernommen.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

Die Schule in Gersfeld, die bislang vom Verein Schwarzerden/Rhön betrieben worden ist, wird zukünftig Medischulen Schwarzerden heißen. „Uns ist es wichtig, dass Fachschulen im Gesundheitswesen erhalten bleiben. Die Gesellschaft wird immer älter, und es mangelt an Therapeuten“, sagt Michael Klören, Geschäftsführer der Medischulen. Das sei ein Grund, weshalb seine gemeinnützige Gesellschaft Schwarzerden übernommen habe.

Insgesamt betreibt Medischulen bundesweit 14 Einrichtungen an sieben Standorten. Schwarzerden, wo es eine Schule für Physiotherapie und eine Schule für Ergotherapie gibt, zählt als zwei Schulen. Klören ist davon überzeugt, dass Schwarzerden Zukunft hat. „Wir wollen die Schule langfristig übernehmen, sicherlich für die nächsten zehn Jahre. Wichtig ist, dass die Alleinstellungsmerkmale – die tolle Lage und die gute Gemeinschaft – herausgestellt werden“, betont der 46-Jährige. Grundstruktur, die sechs Lehrkräfte, inklusive der beiden Schulleiter Bernd Leiber (Ergotherapie) und Anja Ebert (Physiotherapie) sowie die 20 Honorardozenten sollen erhalten bleiben. Die Verwaltung werde jedoch zukünftig von Medischulen übernommen. „Eine Person, die in Schwarzerden in der Verwaltung tätig war, wird auf eigenen Wunsch gehen, eine andere setzen wir im Schulsekretariat ein. Auch die Hausmeistertätigkeiten müssen noch geklärt werden“, sagt er.

Das Schulgeld in Höhe von fast 400 Euro monatlich werde weiterhin gelten: „Das ist viel Geld, aber mit weniger können wir keine Bildung anbieten. Es geht hier nicht um Profit, am Ende muss eine schwarze Null stehen.“ Klören hofft, dass das Land Hessen zukünftig – ähnlich wie in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen – die Gebühren für Schulen im Gesundheitswesen ganz oder wenigstens zum Teil übernimmt. „Im Grunde hat uns das die Altenpflege vorgemacht, diese Ausbildung ist seit ein paar Jahren frei. Die Therapieberufe sind dabei immer außen vor gelassen worden, aber im Grunde brauchen wir diese Schulgeldbefreiung, nur so kriegen wir den nötigen Zulauf“, erklärt Klören.

Die Schülerzahlen in Schwarzerden sind seit einigen Jahren rückläufig, das liegt auch daran, dass der Studiengang Physiotherapie an der Hochschule Fulda angeboten wird – und die Semestergebühren günstiger sind als die Schulgebühren in Schwarzerden. „Aber diejenigen, die einen mittleren Bildungsabschluss haben, haben keine Zugangsberechtigung für die Hochschule. Für diese Menschen brauchen wir ein Angebot wie Schwarzerden“, sagt Klören. Und: Durch die Ausbildung könnten die Schüler die Zulassung zur Hochschule erhalten. „Schwarzerden arbeitet schon jetzt mit der Fernhochschule Hamburg zusammen. Ich werde auch das Gespräch mit der Hochschule Fulda suchen“, sagt Klören.

Eine Veränderung zu vorher gibt es bei den Gebäuden: So hat Medischulen bei Insolvenzverwalter Dirk Ritzenhoff nur die Häuser angemietet, die für den Schulbetrieb nötig sind: Neben dem Wohnheim sind das Schulgebäude und eine Gymnastikhalle. „Die Gesamtkosten des Vereins waren viel zu hoch. Die 1300 Quadratmeter, die wir jetzt angemietet haben, sind deutlich kleiner“, sagt Klören. Was mit den übrigen Gebäuden, etwa dem Hauptgebäude, passieren wird, könne er nicht sagen.

Zur Info:

Die Medischulen GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die seit 2014 am Markt agiert. Sie ist Träger von 14 Schulen an sieben Standorten, die vom Bodensee bis Höxter reichen. In Hessen ist Schwarzerden die erste Einrichtung des Schulträgers. Ausgebildet wird im Gesundheitsbereich und im Sozialwesen.

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