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Für mehr Klimafreundlichkeit: Planung für einen Lastenräder-Verleih in Fulda läuft

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Lastenräder sind vielerorts eine Alternative zum Auto, um etwas von A nach B zu transportieren. Warum nicht auch in Fulda? Amata Schneider-Ludorff, Sprecherin von Verkehrswende Fulda, und Karla Stoltzmann, Botschafterin von Food Sharing Fulda, wollen diese Idee in der Barockstadt voranbringen.

Von unserem Redaktionsmitglied Sarah Malkmus

Die Idee, Lastenräder in Fulda anzuschaffen, ist laut Schneider-Ludorff im vergangenen Dezember innerhalb von Verkehrswende entstanden – einer Initiative von Bürgern aus Fulda und Umgebung, die sozial gerechte und ökologische Mobilität in Fulda und im Umland stärken wollen. „Wir brauchen Lastenräder“, fordert Schneider-Ludorff. Der Grund: „Ich hatte schon häufiger den Gedanken, ich bräuchte ein Lastenrad, weil ich immer mit dem Rad unterwegs bin und manchmal auch größere Einkäufe mache.“ Sie ist der Meinung, dass viele Menschen nicht auf das Fahrrad umsteigen, weil es mit dem Auto besonders bequem sei, Größeres zu transportieren. „Ich glaube ein Lastenrad wäre eine Lösung.“

Lastenradverleih soll kostenlos sein

Ein solches gleich zu kaufen, das würde sich für die meisten aber nicht lohnen, sind sich Stoltzmann und Schneider-Ludorff einig. Vor diesem Hintergrund sei die Idee entstanden, einen kostenlosen Lastenrad-Verleih unter dem Namen „Radelleih: Lastenräder für Fulda“ zu organisieren. Die Räder sollen laut Stoltzmann auf der Straße bewusst wahrgenommen werden, um auch anderen einen Denkanstoß zu geben, ob es wirklich nötig sei, jede Tour mit dem Auto fahren zu müssen.

Sie kennt das spezielle Fahrrad schon von ihrer Tätigkeit bei Food Sharing in Heidelberg. Dabei fuhr sie regelmäßig mit dem Rad, um Lebensmittel zu retten, die ansonsten weggeschmissen worden wären. Sie findet außerdem: „Es ist so ein schönes Transportmittel. Es macht richtig Spaß, damit zu fahren.“

Inspiriert wurden die beiden Frauen vom Lastenrad-Verleih in Frankfurt. Dort gibt es das Projekt schon seit einiger Zeit.

Finanziert durch Spenden und Crowdfunding

Konkret sieht das geplante Projekt so aus: Anbieter von „Radelleih: Lastenräder für Fulda“ soll die Verkehrswende Fulda in Kooperation mit Foodsharing Fulda sein. Möchte ein Kunde das Rad ausleihen, wird zunächst ein Profil auf einer Website angelegt, das Rad wird gebucht. Man erhält einen Buchungscode. Am gebuchten Tag weisen sich die Ausleihenden an einer Ausleihstation aus, legen den Code vor und erhalten das Rad, das auch an der Station wieder zurückgegeben wird.

Schneider-Ludorff und Stoltzmann planen, dass die Stationen ehrenamtlich von unterstützenden Unternehmen, Organisationen oder Privatpersonen betrieben werden. Dies können Fahrradläden, aber auch der allgemeine Einzelhändler sein. Die laufenden Kosten des Projekts sollen durch Spenden und durch Crowdfunding gedeckt werden. Die Vorstellung der beiden Frauen ist, dass in jedem Stadtteil ein Rad zum Verleih steht.

2000 Euro bei Wettbewerb gewonnen

Den ersten Anlauf unternahmen sie mit einem Start-Next-Projekt. „Das ist eine Plattform, die es ermöglicht, für seine Projekte Geld zu sammeln“, erklärt Stoltzmann. Ziel seien 8300 Euro gewesen, gesammelt wurden aber nur 3000 Euro. Da die erforderliche Summe damit nicht erreicht wurde, sei das Geld wieder an die Spender zurücküberwiesen worden. Über Start-Next nahmen die Organisatoren des Projekts überdies an einem Wettbewerb teil, bei dem 2000 Euro gewonnen wurden – einem Mobilitätswettbewerb, bei denen Projekte, die eine nachhaltige Mobilität als Ziel haben, sich bewerben konnten.

Elektroantrieb für bergige Strecken

Das Wichtigste laut Stoltzmann: „Es soll sicher sein.“ Und damit bergige Strecken für die potenziellen Ausleiher nicht zu anstrengend sind, soll es sich um ein E-Lastenrad handeln.

Im nächsten Schritt geht es den beiden Frauen darum, weiter Spenden zu sammeln und Orte ausfindig zu machen, an denen die Räder ausgeliehen werden können. Stoltzmann betont: „Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem jeder teilhaben kann, es ist ein Projekt für Fulda.“

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