Engagieren sich für den Naturschutz an der Melpertser Hute (von links): Winfried Schiffhauer, Peter Kirchner, Annika Hennemuth und Elmar Herget.
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Engagieren sich für den Naturschutz an der Melpertser Hute (von links): Winfried Schiffhauer, Peter Kirchner, Annika Hennemuth und Elmar Herget.

„Mega-Chance“ für Ehrenberg

„Gut für Naturschutz, Landwirte und Bürger“: Bürgermeister Peter Kirchner zieht erste Bilanz zum Life-Projekt

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Naturschutz wird in der Rhön großgeschrieben. Seit 2016 läuft das Life-Projekt „Hessische Rhön – Berggrünland, Hutungen und ihre Vögel“. Und am Beispiel der Melpertser Hute kann man sehen: Die Maßnahmen wirken.

Melperts - „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es hier vorher ausgesehen hat“, sagt Annika Hennemuth vom Biosphärenreservat Rhön, die das Life-Projekt mitbetreut hat und zeigt auf die Grünfläche, unweit des kleinen Dorfes Melperts, auf der sich gestern die Verantwortlichen und Vertreter der Gemeinde getroffen haben.

Die Melpertser Hute sei ein Beispiel für eine Hute gewesen, bei der die Verbuschung bereits stark ausgeprägt gewesen war. Weidewart Winfried Schiffhauer fügt hinzu: „Ohne das Life-Projekt wäre die Landschaft hier innerhalb von fünf bis zehn Jahren komplett zugewachsen.“

Dabei sei die Melpertser Hute etwas „ganz Besonderes“, wie Elmar Herget, Leiter des Projekts, findet. Der Grund: Durch die unterschiedlichen Höhenlagen kämen ganz unterschiedliche Lebensbedingungen für die Tiere zustande, wodurch eine „unheimliche Vielfalt“ entstehen kann.

Life-Projekt soll Artenvielfalt erhalten: Lebensraum für verschiedene Tiere

Auf der Hute wurde in diesem Jahr bereits drei Monate lang gearbeitet. Hennemuth betont, dass man schon dem Start sehr viel Zeit in die Vorbereitung des Projekts gesteckt habe. „Wir haben hier Ende vergangenen Jahres Geländeerhebungen mit moderner Technik durchgeführt.“ Dazu seien die verschiedenen Verbuschungsstadien mithilfe von GPS und einem Outdoor-Tablet gemessen und als spezielle Bereiche ausgewiesen worden. Die Ergebnisse seien schließlich an die Arbeiter, die die Entbuschungen durchführen sollten, übergeben worden.

Seit 2016 läuft das Life-Projekt „Hessische Rhön – Berggrünland, Hutungen und ihre Vögel“.

Ziel sei dabei kein „kompletter Kahlschlag“ gewesen. Vielmehr wollte man einzelne Gebüsche stehen lassen, um den Tieren zum einen Nahrung, zum anderen aber auch Schutz, etwa vor Hitze oder Regen, zu bieten. Diese Gebüsche seien extra markiert worden.

„Die Tiere reagieren sehr schnell“

Ein Beispiel sind die Obstgehölze. „Uns war es wichtig, einzelne Strukturelemente zu erhalten, um die Landschaft nochmal zu gliedern“, erklärt Hennemuth dazu. Zukünftig werden Ziegen auf der Hute grasen – das sei ein besonderer Aspekt bei der Nachpflege der Flächen. Durch das Projekt seien laut Herget außerdem „schnelle Erfolge“ zu verzeichnen. Er erklärt: „Die Tiere reagieren sehr schnell auf eine veränderte Umgebung.“

Die Melpertser Hute sei etwas „ganz Besonderes“, findet Elmar Herget, Leiter des Projekts.

Das Life-Projekt selbst läuft über sechs Jahre. Die Fördersumme beträgt 6,5 Millionen Euro (60 Prozent Europäische Kommission, 40 Prozent Land Hessen). Träger ist der Landkreis Fulda.

Peter Kirchner: Naturschutz, Landwirte, Bürger und Gäste profitieren

Trotz der Fördergelder sei man allerdings auf die Mithilfe der Landwirte angewiesen. Wenn Landwirte die Flächen bewirtschaften, verpflichte sich die Gemeinde Ehrenberg, zu gewährleisten, dass die entsprechenden Gebiete im Sinne der Ziele des Projekts behandelt würden.

Laut Peter Kirchner (parteiunabhängig), Bürgermeister von Ehrenberg, sei das Projekt eine „Mega-Chance“ für Ehrenberg und hat drei Ziele für die Gemeinde: Erstens soll der Naturschutz langfristig gesichert werden, zweitens sollen Landwirte durch das Projekt Unterstützung bei der Instandsetzung der Flächen erhalten. Und drittens soll es sowohl für Bürger als auch für Gäste ein Highlight sein, durch die Rhöner Landschaft zu wandern. Mit etwa 320 Hektar hat die Gemeinde Ehrenberg die meisten Huten im Landkreis Fulda.

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