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In der „Aus ärztlicher Sicht“-Kolumne schreibt Klinikum-Vorstand Dr. Thomas Menzel über planbare Operationen.

Klinikumvorstand Thomas Menzel

Zurück zur Normalität - auch in Krankenhäusern

Planbare Operationen sollen im Klinikum Fulda schrittweise erhöht werden. Lesen Sie hierzu die „Aus ärztlicher Sicht“-Kolumne von Klinikum-Vorstand Dr. Thomas Menzel.

In den deutschen Kliniken sind derzeit nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) 150 000 Betten und 10 000 Intensivplätze nicht belegt. Die Bundesregierung und die Länder hatten die Kliniken gebeten, alle planbaren Behandlungen abzusagen, um Platz zu schaffen für Corona-Patienten. Hinzu kommt, dass viele aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus derzeit lieber nicht in ein Krankenhaus gehen möchten. Im Klinikum Fulda sind in den vergangenen Wochen viele Betten auf den Normalstationen leer geblieben, auf den Intensivstationen dagegen waren die meisten Plätze belegt. Die Anzahl bei den Neuinfektionen ist in den vergangenen Tagen in ganz Deutschland und insbesondere bei uns in Osthessen deutlich rückläufig. Eine vorsichtige und schrittweise Wiederaufnahme der Regelversorgung ist möglich und nötig.

Wir werden genau beobachten, welchen Einfluss die Lockerung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens auf die Anzahl der Neuinfektionen haben wird. Die Grenze von 50 pro 100 000 Einwohnern pro Woche – für den Landkreis Fulda wären das 110 Neuinfektionen in einer Woche – haben wir im bisherigen Verlauf der Pandemie übrigens noch zu keinem Zeitpunkt erreicht.

Aktuell behandeln wir sieben Patienten auf den Intensivstationen, davon werden derzeit sechs beatmet. Die Zeiten am Beatmungsgerät sind häufig deutlich länger als bei anderen Patienten mit Lungenentzündung. Der ärztliche und pflegerische Aufwand bei der Betreuung der Patienten ist überdurchschnittlich hoch. Erfreulicherweise ist in dieser Woche ein Patient nach Langzeitbeatmung von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt worden.

Im Klinikum Fulda bereiten wir uns bereits seit längerem auf die Rückkehr zum Regelbetrieb vor. Die Anzahl der planbaren Operationen werden wir schrittweise erhöhen – akute Fälle behandeln wir ohnehin. Dabei werden wir bei allen Patientinnen und Patienten, die zur stationären Behandlung zu uns kommen, Abstrich-Untersuchungen vornehmen, um eine mögliche Infektion mit Covid-19 festzustellen. Die Regelungen für Besucher werden wir zunächst so belassen. Sollte es in den nächsten Wochen bei der niedrigen Neuinfektionsrate bleiben, sind auch hier Lockerungen denkbar.

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