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Messeveranstalter Kinold ist insolvent

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Das Aus für die Fuldaer trend-messe im März wegen der Corona-Pandemie hat Folgen. Die Messegesellschaft Kinold in Lindau hat Insolvenz angemeldet.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Es war zu erwarten: Nach dem Aus für die trend-messe in Fulda und die Frühlingsmesse in Passau ist Messegesellschaft Kinold zahlungsunfähig. Das bestätigen die Inhaber Birgit und Peter Kinold unserer Zeitung. Sie hatten bis wenige Tage vor Messebeginn für die trend-messe 2020 gekämpft, aber die Corona-Welle war zu stark.

Die Absage der Messen in Fulda und Passau war von den Behörden angeordnet worden. Peter Kinold kommentiert bitter: „Menschenleben gehen natürlich vor. Aber Unternehmen und viele Arbeitsplätze derart rigoros zu vernichten, ist nicht nachvollziehbar.“

„Unfassbare Situation“

Kinold sprechen von einer „unfassbaren Situation“ für sie: „Auf behördliche Anordnung hin wird ein Messeprojekt kurz vor dem Start gestoppt. Eine passende Entschädigungskulisse gibt es nicht. Nun müssen Aussteller und Veranstalter die Auswirkungen selbst schultern.“ Peter hatte unserer Zeitung im März erklärt, dass ihn die Absage der trend-messe 700.000 Euro koste; die Absage in Passau sei etwa genauso teuer.

Keine unternehmerischen und finanziellen Spielräume

Kinolds begründen ihren Insolvenzantrag so: „Ausfallende Einnahmen, fehlende Aussichten auf Entschädigungen und die mangelnde Aussicht für einen erfolgreichen Messeherbst lassen keine unternehmerischen und finanziellen Spielräume mehr zu.“ Nach wie vor habe das Unternehmen Kinold Entschädigungsanträge laufen, die sowohl die Entschädigung des Unternehmens, wie auch der betroffenen Aussteller zum Inhalt hat.

Keine Lösung von Politik

„Leider ist von der Politik und den Behörden für derartige Extremfälle bislang keine Lösung vorgesehen. Um in der notwendigen Größenordnung Kredite aufzunehmen, ist das Unternehmen nach den Vergaberichtlinien zu klein. Leider können die Messen nicht einfach verschoben werden, da die Kosten für die Messen ja bereits angefallen sind und für eine Neuauflage alle Kosten erneut zu schultern wären“, sagen Kinolds.

Schmerzhaft, aber absehbar

„Die Insolvenz ist schmerzhaft, aber sie war nach der Absage der Messe absehbar“, kommentiert Gabriele Leipold, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Fulda. „Die Kreishandwerkerschaft und die Kinold-Messegesellschaft haben über viele Jahre ganz hervorragend zusammengearbeitet. Wir haben, dass wir auch in Zukunft mit Birgit und Peter Kinold zusammenarbeiten können, und wir wollen sie deshalb unterstützen, wo wir können.“ So weit man in Corona-Zeiten überhaupt schon.

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