Foto: Norman Zellmer

Metzger Köhler aus Großenlüder schließt an Heiligabend für immer

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Uffhausen - Im Großenlüderer Ortsteil Uffhausen endet eine Ära – eine Institution macht zu: Die Metzgerei Köhler in der Ortsmitte schließt. Seit Mitte 1987 war Lothar Köhler für seine Kunden da.

Bei den Kunden kamen die handgemachten Wurstwaren offenbar gut an: Sie kamen zuletzt nicht nur aus den umliegenden Gemeinden, sondern aus dem Main-Kinzig, Vogelsberg und sogar dem Frankfurter Speckgürtel. Teilweise gaben Kunden in Mainz, Miltenberg, Offenbach und Hamburg Bestellungen auf. Zudem tourte ein Verkaufswagen durch die Region, damit Kunden auf dem Land bequem einkaufen können.

Kein Nachfolger

Die zumeist schwere Arbeit – wöchentliche Schlachtung, Zerlegung, die Temperaturwechsel bei der Wurstherstellung – hat Spuren hinterlassen: Köhler schließt die Metzgerei auch aus gesundheitlichen Gründen. „Wir haben uns das reiflich überlegt“, sagt Regina Köhler.

Zudem fand sich kein Nachfolger, der die kleine Firma weiterführen wollte. Die zwei erwachsenen Kinder sind im Metallhandwerk und im Rettungsdienst tätig; das halbe Dutzend Mitarbeiter – Metzger, Verkäuferinnen und Fahrerin – haben schon andere Arbeitsplätze gefunden oder gehen wie das Ehepaar Köhler in Rente.

Die Liebe zur Wurst bleibt

Dass die Metzgerei nach Weihnachten geschlossen bleibt, darauf schaut Lothar Köhler mit „einem weinenden und einem lachenden Auge“. Für die Kunden sei es sehr schade; das „tut weh“. Andererseits hat Köhler und seine Familie nun mehr Zeit „für schöne Sachen“, etwa wieder einmal in den Urlaub zu fahren.

Sylt und eine Radtour durch die Alpen sind im kommenden Jahr fest geplant. Die Metzgerei ganz an den Nagel hängen werde aber nicht passieren. Regina Köhler: „Für uns privat werden wir bestimmt weiter Wurst machen.“

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