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Millionen-Überschuss: Steuereinnahmen in Petersberg steigen auf Rekordniveau

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Petersberg - Ein Überschuss von 4,3 Millionen Euro – das ist das stolze Ergebnis, das Petersberg 2018 erreicht hat. Der Hauptgrund für das Plus: Die Steuereinnahmen liegen deutlich höher als geplant.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Es ist eine kleine Tradition in Petersberg: Jedes Jahr kommt bei den Abschlüssen ein deutlich höheres Plus heraus, als man erwartet hatte. So auch beim Jahresergebnis 2018, das nun von der Revision des Landkreises geprüft wurde. Beim ordentlichen Ergebnis hat die Gemeinde einen Überschuss von 4,3 Millionen Euro erzielt – angepeilt waren 462.000 Euro.

Hauptverantwortlich dafür sind die Steuereinnahmen. „Mit 7,1 Millionen Euro haben wir im Jahr 2018 so viel Gewerbesteuer erhalten wie nie zuvor. Geplant hatten wir nur mit 5,3 Millionen Euro“, erklärt der Leiter des Fachbereichs Finanzen im Rathaus, Daniel Freidhof. Auch die Einnahmen aus der Einkommensteuer lagen 700.000 Euro höher als erwartet.

Kitas, Straßenbau, Feuerwehr, Neubaugebiete

Für Bürgermeister Carsten Froß (CDU) sind die Ergebnisse ein Grund zur Freude: „Das bedeutet, dass es unseren Unternehmen grundsätzlich gut geht – und dass viele Berufstätige sowie junge Familien in unserer Gemeinde wohnen.“ Zugleich mahnt er: „Das ist kein Selbstläufer. Wir müssen viel dafür tun, etwa den Kontakt zu den Gewerbetreibenden halten, Leerstände verhindern und Gewerbeflächen akquirieren.“

Froß betont: „Das Geld wird nun nicht in der Bank gebunkert.“ Sondern es fließe in die Infrastruktur: Zwischen 2019 und 2021 werde die Gemeinde mehr als 30 Millionen Euro investieren – unter anderem in Kitas, Straßenbau, Feuerwehren und Neubaugebiete. „Das sind Investitionen, die den Bürgern direkt zugute kommen werden. Und jeder Euro, den wir vom Eigenkapital nehmen können, müssen wir dann nicht als Kredit aufnehmen“, sagt Froß.

Haushaltsplanung ohne Luftschlösser

Den Vorwurf der Opposition, die Gemeinde setze angesichts dieser Überschüsse ihre Zahlen zu niedrig an, weist Froß zurück: „Wir planen konservativ, aber immer realistisch.“ Sein Kämmereileiter Freidhof fügt an: „Gerade bei der Gewerbesteuer schwanken die Zahlen extrem. Da wäre es Unsinn, aufgrund des 2018er-Ergebnisses nun jedes Jahr mit sieben Millionen Euro zu rechnen.“

Er weist zudem darauf hin, dass diese Haupteinnahmequellen stark von der wirtschaftlichen Situation abhängig seien: „Wenn die Konjunktur sich eintrübt, könnten unsere Steuererträge einbrechen. Die Ausgaben hingegen, zum Beispiel für die Kitas, fallen dann nicht weg, sondern bleiben konstant hoch.“

Deswegen hält es Froß wie sein Vorgänger Karl-Josef Schwiddessen: Haushaltsplanung ohne Luftschlösser, dafür mit Augenmaß. „Mir ist es allemal lieber, wenn ich am Jahresabschluss mehr in der Tasche habe, als wenn ich plötzlich einen Nachtragshaushalt einbringen muss.“

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