Der Bereich um die Kreuzigungsgruppe ist gesperrt. Schilder warnen vor herabfallenden Bauteilen.
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Der Bereich um die Kreuzigungsgruppe ist gesperrt. Schilder warnen vor herabfallenden Bauteilen.

Bürgermeister: Schwierige Baustelle

Kreuzigungsgruppe am Gipfel der Milseburg muss saniert werden: Bereich für Besucher gesperrt

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Die Kreuzigungsgruppe auf der Milseburg muss saniert werden. Teile sind nicht mehr fest miteinander verbunden und drohen herunterzufallen. Deshalb ist der Bereich um die steinerne Gruppe derzeit für Besucher gesperrt.

Milseburg - Bauhof-Mitarbeiter der Gemeinde Hofbieber im Landkreis Fulda haben eigens eine Absperrung aufgestellt, damit niemand auf die Idee kommt, sich unter das Kreuz zu setzen. Ein Schild weist auf die Gefahr hin: „Warnung vor herabfallenden Bauteilen“.

Milseburg: Kreuzigungsgruppe am Gipfel muss saniert werden - Bereich für Besucher gesperrt

„Wir müssen als Gemeinde unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen“, begründet Hofbiebers Bürgermeister Markus Röder (parteilos) die Sperrung. Er weist darauf hin, dass die Besucher das Betretungsverbot ernst nehmen sollen. Passanten hätten berichtet, dass der Querbalken nicht mehr fest mit dem senkrechten steinernen Kreuzteil verbunden sei und die Konstruktion wackele. Bei genauem Hinsehen könne man herausgebrochene Teile am Querbalken wahrnehmen. Bei einem Termin vor Ort mit der Gemeinde, dem Generalvikariat, einem Restaurator und der Denkmalbehörde seien die Schäden bestätigt worden.

Als Konsequenz und zum Schutz der vielen Besucher, die den Gipfel regelmäßig besteigen und von dort den Rundumblick genießen und nicht selten auf dem Sockel der steinernen religiösen Darstellung sitzen, ist der Bereich um die Kreuzigungsgruppe abgesperrt worden, berichtet Röder. (Lesen Sie hier: Streit um Neubau der Milseburghütte geht weiter - Parteien trennen sich nach erster Mediation ohne Lösung)

Historie

Die barocke Kreuzigungsgruppe ist etwa 250 Jahre alt, dies lässt zumindest die Inschrift 1756 am Sockel des Kreuzes vermuten. Man nimmt an, dass die zwei Steinfiguren, die das Kreuz umrahmen, etwas jünger als das Kreuz mit dem steinernen Korpus Jesu Christi sind. Die zwei Steinfiguren stellen die Mutter Maria und den Apostel Johannes dar. Der ursprüngliche Anlass der Errichtung und wer Stifter des Denkmals war, ist nicht bekannt, heißt es im Rhönlexikon.

Jetzt werden Angebote eingeholt und ein Restaurator wird beauftragt, die Kreuzigungsgruppe zu restaurieren. Das höre sich leichter an, als es sein wird, erklärt der Bürgermeister. Denn die mehr als 250 Jahre alte Konstruktion steht in einem absolut geschützten und sensiblen Naturschutzgebiet in der Kernzone des Biosphärenreservates und dazu noch auf dem Gipfel in 835 Meter Höhe.

Sanierung der Kreuzigungsgruppe am Gipfel der Milseburg: Konstruktion steht in einem Naturschutzgebiet

Die Obere Naturschutzbehörde sei informiert und müsse genehmigen, dass zur Reparatur Fahrzeuge bis unterhalb der Hütte fahren und ein Gerüst am oder um den Sockel aufgestellt werden dürfe. Die letzten Meter von dort bis zum Gipfel müssten die Handwerker mit den Gerüstteilen beziehungsweise Werkzeugen zu Fuß zurücklegen. „Es wird eine schwierige Baustelle“, resümiert Röder. Wann mit den Arbeiten begonnen werden kann, könne er noch nicht sagen. Das hänge von der Ausschreibung und den erforderlichen Genehmigungen ab.

Milseburgbesucher müssen in den kommenden Wochen die beliebte Stelle um die Kreuzigungsgruppe meiden. Aber der Rhön-Berg bietet auch an anderen Stellen am Gipfel eine tolle Sicht und Gelegenheit zu verweilen.

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