Seinen Standort im Untergeschoss von Galeria Kaufhof muss Mister Minit räumen, da das Haus schließt.
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Seinen Standort im Untergeschoss von Galeria Kaufhof muss Mister Minit räumen, da das Haus schließt.

Ziel: Wachstum in Osthessen

Mister Minit schließt bundesweit Filialen, in Fulda bleibt er trotz Insolvenz

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Die Kette Mister Minit will rund 30 ihrer 148 Filialen schließen. Das ist Teil des Plans, um nach der Insolvenz wieder auf die Beine zu kommen. In Fulda denkt das Unternehmen aber nicht an Rückzug. Ganz im Gegenteil. 

Fulda - Am jetzigen Standort in Fulda sitzt der Servicedienstleister auf gepackten Koffern. Das liegt aber nicht an dem Unternehmen. Grund ist der Vermieter. Mister Minit ist seit vielen Jahren im Untergeschoss von Galeria Kaufhof tätig. Das Kaufhaus schließt aber Ende Oktober.

Mister Minit: 30 der 148 Filialen in Deutschland sollen schließen

Ende April hatte die Minit Service GmbH, in der das deutsche Filialgeschäft des belgischen Unternehmens gebündelt ist, Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Am 1. August hat das Amtsgericht Düsseldorf das Verfahren eröffnet und damit die nächste Sanierungsphase eingeleitet. Dabei sei die kurzfristige Schließung von rund 30 der 148 Filialen unumgänglich, hieß es aus dem Unternehmen. Aber mit der Kette wird es weitergehen: Mehrere Interessenten hätten Angebote zum Erwerb des Betriebs abgegeben, erklärt das Unternehmen: „Die Konzepte sehen vor, den Betrieb im Wesentlichen vollumfänglich nach einer Restrukturierung weiterzuführen.“

In Deutschland hatte das Unternehmen mit den Coronavirus-bedingten Schließungen zu kämpfen. Allerdings wies der Dienstleister auch schon 2018/19 einen Jahresfehlbetrag von 4,2 Millionen Euro aus.

Mister Minit in Fulda will bleiben - trotz deutschlandweiter Insolvenz

In Fulda will Mister Minit aber bleiben. „Wir haben großes Interesse daran, den Minit Standort in der Fuldaer Innenstadt weiter zu betreiben. Je nach Geschäftsentwicklung, ist sogar ein zweiter Standort denkbar, erklärt Mister Minit-Geschäftsführer Michael Heina. Wenn Galeria Kaufhof im Oktober schließt, sei ein Umzug der Filiale in das Karstadt-Kaufhaus denkbar: „Wir sind aktuell auf der Suche nach einem geeigneten Standort in der Innenstadt; die Suche ist aber bis dato noch nicht abgeschlossen. Karstadt ist ein für uns ein interessanter Standort; erste Gespräche haben hier bereits stattgefunden; bislang gibt es aber noch keine finale Entscheidung“, erklärt Heina.

Mister Minit-Filialen werden bundesweit geschlossen

Bundesweit werden Filialen geschlossen, aber in Fulda könnte ein zusätzlicher Standort entstehen – wie passt das zusammen? Das Nachfrageverhalten im stationären Handel habe sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Gerade die Warenhausketten hätten sehr schwer damit zu kämpfen, erläutert Geschäftsführer Heina: „Wir, Mister Minit, waren seit je her mit den Warenhäusern wie Karstadt, Kaufhof, Horten, Hertie, und Woolworth eng verbunden; die Warenhäuser sind quasi die Keimzellen der Mister Minit Standorte gewesen. Unsere Filialschließungen hängen unmittelbar auch an den Standortschließungen der Warenhausketten.“ Mit den aktuellen Shop-Schließungen passe sich Mister Minit dieser Entwicklung weitestgehend an, legt Heina dar.

Er betont aber: „Unser Geschäftsmodell hat Zukunft!“ Als handwerklicher Dienstleister decke das Unternehmen ein breites Spektrum in den Bereichen Schuh-, Schlüssel-, Gravur- und Uhrenservice ab. Dafür seien hochfrequente Standorte an zentralen Punkten nötig.

Mister Minit: „Glaube an Erfolg“ ist an zwei Standorten in Fulda vorhanden

Das osthessische Oberzentrum sei aber ein besonders guter Standort: „Fulda hat eine für uns günstige Wettbewerbsstruktur und die Wegwerf-Mentalität ist nicht so ausgeprägt wie in anderen Städten, was unserem Geschäftsmodell zu Gute kommt.“ Mister Minit unterstützen mit seinen Dienstleistungen den Ansatz reparieren statt neu kaufen. Das komme gerade bei der jüngeren Generation gut an. „Daher glauben wir an die Möglichkeit, auch mit zwei Standorten in Fulda erfolgreich sein zu können“, sagt Heina. Die Suche nach dem zweiten Standort sei in vollem Gange.

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