Der Angeklagte mit seinem Verteidiger beim Prozessauftakt / Foto: Daniela Petersen

Mordprozess gegen 55-Jährigen: Vorstrafen verlesen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Künzell - Aus einem erwartet langen Gerichtstag ist am Donnerstag ein Kurztermin geworden: Im Mordprozess gegen einen 55-jährigen Angeklagten aus Künzell sind nur Auszüge aus dem Vorstrafenregister verlesen worden.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

Das Interesse am Prozess ist groß. Es sind viele Besucher ins Landgericht Fulda gekommen, um die Aussage des Angeklagten zu hören, die an diesem Tag erwartet wird.

In Handschellen wird der 55-Jährige, der im Kosovo geboren wurde, in den Saal geführt. Anders als beim Prozessauftakt trägt er nun die Haare kurz, und auch sein Bart ist geschnitten.

Prozess kann erst bei nächstem Termin weitergehen

Als vor gut einer Woche die Anklage verlesen wurde, ließ es sein Verteidiger Hans J. Hauschild offen, ob sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern wird. Und auch jetzt kann Hauschild keine genaue Aussage treffen: Sein Mandant möchte erst die Niederschrift seiner Aussagen lesen, die er bei einem Psychiater getroffen hat – und diese Aufzeichnungen müssen zunächst ins Albanische übersetzt werden. Daher kann der Prozess erst beim nächsten Mal weitergehen.

Bei jetzigen Termin lässt der Vorsitzende Richter Josef Richter aber Auszüge aus dem Vorstrafenregister verlesen. Der 55-Jährige stand schon einmal wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Er hat wohl zeitweise Kindergeld bezogen, das ihm nicht zustand. Hierfür musste er im vergangenen Jahr 20 Tagessätze zu je 30 Euro zahlen.

Sechs Kinder mit dem Opfer

Der Angeklagte lebt seit vielen Jahren in Künzell und hat sechs Kinder mit dem 52-jährigen Opfer. Dem Mann wird vorgeworfen, am Vormittag des 14. Juni 2019 auf einem Parkplatz in der Friedenstraße in Künzell seine Ehefrau mit fünf Messerstichen heimtückisch ermordet zu haben. Als Motiv geht die Staatsanwaltschaft von Eifersucht aus. An dem besagten Tag soll er vorgegeben haben, seine Frau zur Arbeit in einem Supermarkt in Künzell zu bringen. Doch statt dorthin zu fahren, lenkte er den Wagen in die Friedenstraße. Dort soll er die 52 Jahre alte Frau getötet haben.

Fünf Messer im Auto versteckt

Staatsanwältin Dr. Christine Seban, die die Anklage beim Auftakt verlas, sprach davon, dass die Einstiche am Hals und in den Bauch so heftig gewesen seien, dass eines der Messer am Griff abgebrochen sei. In der Anklage war außerdem die Rede davon, dass der 55-Jährige zuvor insgesamt fünf Messer im Auto versteckt habe. Nach der Tat soll er Passanten hinzugerufen haben. Die 52-Jährige starb trotz Notoperation zwei Stunden später im Krankenhaus.

Der nächste Termin ist am 7. Januar 2020 um 9.30 Uhr. Für dieses Datum sind eine ganze Reihe an Zeugen geladen. Auch die Frage, ob der Angeklagte Aussagen machen wird, dürfte dann beantwortet werden.

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