Zwei Islandpferde auf einer Weide
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In der Nacht im Mai ist ein Pferd des Reitstalls Hohe Rhön in Gersfeld-Mosbach schwer verletzt worden.

Zweite Analyse in Auftrag gegeben

Nach möglichem Wolfsangriff in der Rhön: DNA-Probe bringt keine Aufklärung

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  • Lea Marie Kläsener
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  • Jessica Vey
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  • Sarah Malkmus
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In einer Nacht im Mai ist ein Pferd des Reitstalls Hohe Rhön in Gersfeld-Mosbach schwer verletzt worden. Martina Schleicher, Betreiberin des Hofes, mutmaßte, dass es sich um einen Wolfsangriff handelt. Die DNA-Analyse klärt die Frage vorerst nicht.

  • Islandstute erleidet schwere Verletzungen.
  • Eine DNA-Analyse bringt vorerst keine Aufklärung.
  • Ein zweite Probe ist in Auftrag gegeben worden. Es soll konkret auf Fuchs getestet werden.

Update vom 15. Juni, 15.27 Uhr: Auf der Homepage des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), wird veröffentlicht, wie die DNA-Analysen bei Verdachtsfällen von Wolfsrissen ausgefallen sind. Für den Fall Anfang Mai, als in der Rhön eine Islandstute verletzt wurde, steht: „keine Artbestimmung möglich“.

„Dass Proben nicht auswertbar sind, passiert leider relativ häufig", erklärt Franziska Vogt, Pressesprecherin vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Gründe dafür können laut Vogt sein, dass man bei der Proben-Nahme keine DNA vom Verursacher erwischt, dass Spuren durch Regen verwischt werden oder die Proben zu alt sind.

Was bei der Islandstute den Ausschlag gegeben hat, weiß Vogt nicht. Für die Islandstute Tonn aus Mosbach ist aber eine zweite Analyse in Auftrag gegeben worden, die speziell auf Fuchs testen soll. Die Probe befindet sich laut Vogt noch in der Analyse.

Update vom 6. Mai, 17.20 Uhr: Die Islandstute Tonn ist auf dem Weg der Besserung. In den ersten Tagen nach dem möglichen Angriff durch einen Wolf habe das Tier nur apathisch im Stall gestanden, berichtet Martina Schleicher im Gespräch mit unserer Zeitung. „Seit Dienstag frisst sie wieder und ist aufgeweckter.“ Es bestehe aber weiterhin das Risiko einer Infektion. Für den Tierarzt sei es schwierig gewesen, die Wunde zu versorgen. „Da fehlte ein großer Hautfetzen“, so Schleicher.

Offen ist weiter das Ergebnis der DNA-Analyse - und damit die Frage, ob tatsächlich ein Wolf das Pferd gebissen hat. Am Sonntag hatten sowohl ein Tierarzt als auch ein hinzugerufener Gutachter Proben genommen. Bis ein Ergebnis vorliegt, kann es jedoch zwischen zwei Wochen und drei Monaten dauern, wie Wolfsbeauftragte Susanne Jokisch unserer Zeitung sagte.

Martina Schleicher berichtet, sie sei nach den Berichten über den Vorfall teils angefeindet worden, weil ihr Verdacht auf einen Wolf gefallen ist. Für die Mosbacherin ist jedoch klar: „Irgendetwas muss die Herde extrem verschreckt haben.“

Pferd Tonn wurde möglicherweise von einem Wolf angegriffen.

Vorfall auf Koppel oberhalb des Wildparks

Artikel vom 4. Mai:

Mosbach - Es war Sonntagmorgen gegen neun Uhr als Martina Schleicher nach ihren 17 Pferden auf einer Koppel oberhalb des Gersfelder Wildparks schauen wollte. Bei genauerem Hinsehen bemerkte sie, dass eines der Pferde stark zitterte und verletzt war. 

Bei dem verletzten Pferd handelt es sich um Tonn, eine 31-jährige Islandstute, das älteste Tier auf dem Hof. Die anderen Pferde seien unversehrt gewesen. 

Rissspuren, Kratzspuren und Bissspuren

„Wir haben sofort den Tierarzt gerufen und Tonn in den Stall gebracht“, erklärt Schleicher. „An der Schulter fehlte ein Fetzen Muskelfleisch und sie war von vorne bis hinten übersäht von Kratzern, Biss- und Rissspuren.“

Schleicher beschreibt den derzeitigen Zustand des Pferdes so: „Der Stute geht es sehr schlecht, sie steht jetzt nur apathisch im Stall. Wir wissen nicht, ob sie es schafft.“

Dass sich das Pferd auf der Koppel selbst verletzt haben könnte, hält die Mosbacherin für unwahrscheinlich. „Rissspuren, Kratzspuren und Bissspuren – da war mir klar, da muss ein Wolf oder ein Hund dran gewesen sein. Auch der Tierarzt, der Tonn versorgt hat, geht davon aus.“ Außerdem – so berichtet sie – habe sie die komplette Wiese und den Zaun auf mögliche Gefahren hin überprüft. Gefunden hatte sie nichts – auch nicht den 18 mal 20 Zentimeter großen Hautfetzen, der der Stute an der Schulter fehlt.

Die Stute vom Reitstall Hohe Rhön weist eine Verletzung an der Schulter auf. Wurde diese durch einen Wolf verursacht?

Aus Sicherheitsgründen nun nachts im Stall

Die Pferde werden die Nächte nun aus Sicherheitsgründen in den Stallungen des Hofs verbringen. Das sei auf Dauer jedoch keine Lösung. Ihre Zäune habe Schleicher bereits wolfssicher aufbereitet, wie sie sagt. „Ich weiß nicht, was wir noch machen sollen.“

Bei ihren Pferden stellt Schleicher derzeit ein seltsames Verhalten fest. Sie erzählt: „Als ich die Pferde am Sonntagnachmittag auf die Graskoppel zurücktreiben wollte, wollten die Pferde nicht. Das ist sehr unüblich. Normalerweise freuen sie sich darauf.“ Ob das etwas mit der Nacht von Samstag auf Sonntag zu tun, weiß die Hofbesitzerin nicht. „Ich merke, das Verhalten der Pferde ist anders“, fügt sie hinzu. 

Dass Wölfe Pferde angreifen, komme laut Susanne Jokisch, Wolfsbeauftragte des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie, selten vor. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt sie: „Wir wissen, dass wir in Hessen zwei Wolfsterritorien haben.“ Eines davon befinde sich im Werra-Meißner-Kreis im Übergang zum Schwalm-Eder-Kreis, das andere im Vogelsberg. 

DNA-Analyse soll für Klarheit sorgen

In Hessen sei es nachweislich kein einziges Mal vorgekommen, dass ein Wolf ein Pferd angegriffen hat. In Deutschland wiederum gebe es etwa drei bis vier bestätigte Fälle. „Es handelte sich meistens um Fohlen von sehr kleinen Pferderassen.“ Die Fälle stammten laut Jokisch aus Brandenburg und Niedersachsen. 

Was genau passiert ist, weiß Schleicher letztendlich nicht. Ein Wolfsgutachter sei vor Ort gewesen, um die Sachlage zu beurteilen. Er habe Proben genommen. Bis das Ergebnis der DNA-Analyse feststehe, könne es jedoch bis zu zwei Wochen dauern. 

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