Mülltonnen vor einem Mietshaus an der Straße quillen über
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Was passiert mit dem Müll, nachdem die Müllabfuhr die Tonnen abgeholt hat?

Restmüll größter Posten

Mehr als 400 Kilo Müll pro Kopf: Was passiert mit dem deutschen Abfall?

  • Daniel Krenzer
    VonDaniel Krenzer
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In Deutschland fallen für jede Bürgerin und jeden Bürger im Schnitt 467 Kilo Haushaltsabfälle pro Jahr an. Der größte Posten dabei ist der Restmüll.

Fulda - 417,2 Millionen Tonnen Abfall sind in Deutschland im Jahr 2018 insgesamt angefallen. Dabei sind 12,1 Prozent des bundesweiten Mülls als sogenannter Siedlungsabfall angefallen – also als Hausmüll oder öffentlich entsorgter Müll.

Der Siedlungsmüll der Deutschen bestand zu 30,4 Prozent aus öffentlich eingesammeltem Restmüll, 17,0 Prozent entfielen auf Altpapier und 12,0 Prozent auf Verpackungen und Wertstoffe (Gelbe Tonne). 9,9 Prozent des angefallenen Abfalls waren Biomüll.

Für jeden Deutschen sind 2018 im Schnitt 467 Kilo Haushaltsabfälle angefallen – mehr als ein Drittel davon als Restmüll. Im Landkreis Fulda waren es 2019 148,2 Kilo Hausmüll pro Kopf, im Main-Kinzig-Kreis mit 125,1 Kilo weniger - und im Vogelsbergkreis nur 105 Kilo. 4922 Tonnen Glas wurden 2019 im Landkreis Fulda entsorgt.

Mehr als 400 Kilo Müll pro Kopf: Was passiert mit dem deutschen Abfall?

Doch was passiert mit dem ganzen Müll? Zwar trennen die Deutschen seit 30 Jahren ihren Müll, doch mehr als die Hälfte der Abfälle aus der Gelben Tonne werden nach wie vor verbrannt. Aus dem Rest entsteht in der Regel neuer Kunststoff. Der Umweltverband Bund nennt folgende Gründe für die niedrige Recycling-Quote: Verpackungen sind oftmals nicht recyclingfähig, Entsorgungs- und Verwertungsunternehmen schrecken vor Investitionen zurück, da die Nachfrage zu gering ist, und die Menge an falsch entsorgten Abfällen ist zu hoch.

Altpapier wird in der Regel zu Barren gepresst, aufgeweicht und die Masse zu neuem Papier verarbeitet. Dieses ist im Handel dann oft als Recycling-Papier gekennzeichnet – zum Beispiel für Toilettenpapier. Falsch entsorgte Dinge und verschmutztes Papier können diesen Prozess aber erheblich erschweren.

Je nach Entsorger wird der Biomüll zu Kompost, Biogas, Dünger oder einer Kombination daraus weiterverarbeitet. Biogas soll in den kommenden Jahren verstärkt dabei helfen, die Energiewende weg von fossilen Brennstoffen voranzutreiben. Wie beim Ökostrom ist bei der Auswahl des Gastarifs bei den meisten Anbietern schon heute möglich, einen Teil oder das komplette Gas als Biogas zu beziehen.

Restmüll wird in Deutschland zum größten Teil verbrannt und zum Teil deponiert. Laut Nabu ist in Deutschland nicht einmal ein Drittel des Restmülls „echter“ Restmüll. Ansonsten landen in den grauen Tonnen: 39,3 Prozent Bioabfälle, 27,6 Prozent Wertstoffe, 0,5 Prozent Problemstoffe. Je weniger Restmüll in einer Kommune pro Kopf entsteht, desto besser funktioniert das Recycling im Wertstoffkreislauf.

Video: So trennen Sie Müll richtig

Beim Altglas ist es wichtig, am Container richtig sortiert nach Farben einzuwerfen. Zwar wird später nochmal nachsortiert, aber schon kleine Mengen in einer falschen Färbung können ganze Chargen verunreinigen. Nach dem Sortieren und Reinigen wird der weitaus größte Teil des Altglases eingeschmolzen und zu neuen Glasbehältnissen geformt. Bis zu sieben Prozent des Altglases kann nicht dem Recycling zugeführt werden, daraus entsteht dann oft Granulat, das zum Beispiel als Dämmmaterial eingesetzt werden kann, erklärt baustoffwissen.de.

Was nicht in den Mülltonnen entsorgt werden darf, muss in der Regel zu speziellen Sammelstellen gebracht werden – wie am kommunalen Wertstoffhof. Zudem ist der Handel verpflichtet, Altöl und Batterien sowie Akkus zurückzunehmen. Problemstoffe werden in der Regel unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen gesammelt, gelagert und mit Gefahrguttransportern zu Unternehmen im chemischen Bereich gebracht. Dort werden sie je nach Stoff getrennt und weiterverwertet oder durch chemische Prozesse in unbedenkliche Stoffe umgewandelt.

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