Es muss nicht immer ein Studium sein – oder? Abschlussveranstaltung der Berufsorientierungsreihe

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Dass Landrat Bernd Woide (CDU) nie ein Gymnasium besucht hat, und Dr. Herbert Büttner von der Kreishandwerkerschaft kein Vorzeige-Abi gemacht hat, wunderte die Zehntklässler der Winfriedschule schon ein bisschen. Doch die Botschaft kam an: Auch auf Umwegen kann man zum Traumberuf gelangen.

Wer Abitur macht, muss danach nicht zwingend studieren. Das haben die Schüler der Jahrgangsstufe zehn der Fuldaer Winfriedschule aus dem Projekt Olov – Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule - Beruf – mitgenommen. An zehn Veranstaltungen dieser Berufsorientierungsreihe nahmen sie im vergangenen Halbjahr teil. Und bevor es gestern die Zeugnisse gab, waren die Schüler noch einmal dran: Was hat ihnen am Projekt gefallen? Wo besteht Verbesserungsbedarf?

„Mir hat die Berufsorientierung gezeigt, dass es bei uns in der Region viele Jobmöglichkeiten gibt. Dafür muss man nicht wegziehen", sagte der 16-jährige Simon. Und von diesen Möglichkeiten erfuhren die Schüler aus erster Hand. Denn nicht nur Chefs regionaler Unternehmen, wie Metallbau Hahner oder die Schreinerei Jehn, informierten über Karrierechancen. Auch Azubis berichteten von ihren Erfahrungen – ein Punkt, den die Zehntklässler sehr positiv bewerteten. Besonders gefallen hat ihnen außerdem der „Praktikumsknigge", ein Vortrag mit Tipps zum Praktikum von Simone Krack von der Firma Technolit.

Einige Branchen haben den Schülern gefehlt

Die Schüler hatten sowohl Lob als auch Kritikpunkte anzumerken. „Einzelne Branchen waren nicht vertreten", haben die Schüler zum Beispiel auf ein Plakat geschrieben. Besonders die Mädels wünschten sich weitere Infos zu künstlerischen, sozialen oder medizinischen Bereichen. Und vor allem zum Studium – denn das hätte die Zehntklässler letztendlich doch sehr interessiert.

„Ein Studium will euch keiner ausreden. Wir wollten aber zeigen, dass es Alternativen gibt", betonte Woide. Büttner gab den Schülern mit auf den Weg: „Man muss das tun, was einem Spaß macht. Dorthin kann man auch auf Umwegen gelangen."

Viele wollen trotzdem erst studieren

Diese Botschaft kam bei den Schülern an – auch wenn viele trotzdem den Weg über die Uni ins Berufsleben gehen wollen. Was sie noch aus dem halben Jahr mitgenommen haben, fragte Moderator und FZ-Journalist Dr. Volker Nies einzelne Jugendliche. „Einen guten Einblick in verschiedene Berufsbereiche sowie Wissen rund um Bewerbung und Praktikum", erklärten die Schüler.

Alle Anregungen nahmen die Verantwortlichen Bernd Woide, Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck sowie Armin Gerbeth von der IHK, Herbert Büttner (Kreishandwerkerschaft) und Ulrich Nesemann vom Kreisjobcenter aus der Abschlussveranstaltung des Projektes mit. Und Büttner war sich sicher: „Ihr habt alle etwas aus dieser Reihe gelernt – und wenn es die Erkenntnis ist, welchen Beruf ihr nicht wählen möchtet."

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