Fotos: privat, dpa ; Collage: Ann-Katrin Hahner

Nach Absage der Sommerspiele: Das sagen die hiesigen Olympia-Hoffnungen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Tokio - Die Olympia-Macher von Tokio haben sich dem Druck in der Corona-Krise gebeugt und lassen die Sportwelt mit der Verschiebung der Sommerspiele auf 2021 aufatmen. Die hiesigen Sportler Jan-Philip Glania, Anna Hahner und Sara Gambetta äußern sich zum Olympia-Aus.

Von unserem Redaktionsmitglied Harry Wagner

In einer Telefonkonferenz fassten das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die japanischen Gastgeber den längst unausweichlichen Beschluss, die Tokio-Spiele ins nächste Jahr zu verlegen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sei mit dem Vorschlag des IOC „hundertprozentig“ einverstanden gewesen“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Die Sommerspiele sollen auf „ein Datum nach 2020 verlegt werden“, aber nicht später als im Sommer 2021 stattfinden, hieß es.

Hängepartie für Sportler hat ein Ende

„Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung zur Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die gesamte Weltgemeinschaft“, sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Trotz der Olympia-Verschiebung auf das nächste Jahr bleibt es bei dem Namen Tokio 2020. Außerdem vereinbarten Abe und Bach, „dass die Olympische Flamme in Japan bleibt“.

In einer Erklärung des Vereins Athleten Deutschland hieß es, für viele Sportler ginge nun eine Hängepartie und eine Zeit der Ungewissheit zu Ende. Die Entscheidung bedeute für viele Sportler „den Aufschub, für manche das Ende eines Traums“.

Drei hiesige Olympia-Teilnehmer haben je eine klare Meinung zur Absage der Sommerspiele:

Schwimmer Jan-Philip Glania:

Es war die einzig richtige Entscheidung. Ich bin natürlich traurig darüber, dass mein großer Traum geplatzt ist, aber die Welt hat im Moment einfach andere Probleme. Gut, dass der Druck für uns Athleten jetzt weg ist. Es wären keine Spiele geworden, auf die man sich hätte freuen können. Ich werde mich jetzt auf meine Doktorarbeit stürzen, wenngleich ich nicht mit dem Training aufhören darf und langsam herunterfahren muss. Ich muss das jetzt erstmal sacken lassen. Ob ich Olympia 2021 in Angriff nehme, weiß ich momentan nicht.

Lesen Sie hier: Jan-Philip Glania trifft überraschende Entscheidung

Langstreckenläuferin Anna Hahner:

Für uns Sportler ist das eine krasse Entscheidung. Man trainiert immer auf ein Ziel hin – und plötzlich ist dieses Ziel einfach weg. Aber es ist gut, dass wir jetzt endlich Klarheit haben. Die Sportwelt ist eben nur ein kleiner Teil der ganzen Welt, und jeder Einzelne steht mit der momentanen Situation vor einer Herausforderung. Meine Schwester Lisa und ich müssen jetzt erst einmal durchatmen. In den nächsten Tagen werde ich mich dann mit meinem Trainer zusammensetzen und schauen, wie es jetzt weitergeht.

Kugelstroßerin Sara Gambetta:

Ich habe mich vier Jahre auf Tokio vorbereitet und bin natürlich sehr enttäuscht. Aber die Verschiebung war überfällig, ich hätte mir gewünscht, dass sie schon vor drei, vier Wochen erfolgt wäre. Wir Leistungssportler arbeiten viele Stationen auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel ab. Und wenn es dieses Ziel nicht gibt, fragen wir und schon: Warum machen wir das? Nicht immer macht Training auch Spaß, aber es ist unser Job. Jetzt arbeite ich halt zunächst auf die Leichtathletik-EM Ende August hin. Die steht ja derzeit noch.

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