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Nach Automatensprengung: Sparkasse in Bronnzell bleibt geschlossen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bronnzell - Die Sparkasse Fulda wird ihre Filiale in Bronnzell nicht wieder öffnen. Das berichtet das Institut auf Anfrage unserer Zeitung. Die Schließung ist eine Folge der Automatensprengung im August. Seitdem war die Zweigstelle geschlossen.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Anfang August hatten bislang unbekannte Täter den Geldautomaten der Sparkassenfiliale in Bronnzell gesprengt. Seit mehreren Jahren sind bundesweit Banden aktiv, die Bankautomaten sprengen, um an das Bargeld zu kommen. Bei der Sprengung in Bronnzell richteten die Täter auch im Inneren des Gebäudes erheblichen Schaden an. Jetzt hat die Sparkasse entschieden, die Filiale nicht wiederzueröffnen.

„Verwaltungsrat und Vorstand haben sich diesen Schritt nicht leicht gemacht. Aber der Reparatur- und Renovierungsaufwand hätte in keinem vertretbaren Verhältnis zum Geschäftsumfang der Filiale gestanden“, sagt Uwe Marohn, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

Auf Nachfrage, ob die Versicherung in so einem Fall nicht greife, heißt es von Seite der Sparkasse: „Das Kernargument bleibt: Der Instandsetzungsaufwand hätte in Bronnzell in keinem vernünftigen Verhältnis zum Geschäftsumfang gestanden. Daran ändert auch eine Versicherung nichts. Wäre es sinnvoll, einer Versicherung Kosten für etwas aufzubürden, was sachlich nur schwer zu vertreten ist? Wir finden, nein.“

Ausweichen auf andere Standorte

Die Geschäftsstelle in der Ortsmitte von Bronnzell war zuletzt mit zwei teilzeitbeschäftigten Serviceberaterinnen besetzt. Ausführliche Beratungsgespräche zu Geldanlage, Finanzierung und anderen Dienstleistungen der Sparkasse führten die Kunden schon bisher an anderen Filialen, berichtet Marohn.

„Die meisten der von unserer Entscheidung berührten Kunden werden bei ihren Fahrten zur Arbeitsstelle oder bei vielen sonstigen Besorgungen fast immer in die Nähe anderer Sparkassenfilialen kommen“, ist Marohn überzeugt. Seiner Einschätzung nach werden sich die Kunden aus Bronnzell künftig vor allem zu den Sparkassenstandorten Wallweg, Eichenzell und Edelzell orientieren. Hinzu kommt in nicht allzu großer Entfernung der Selbstbedienungsstandort im Einkaufszentrum Kaiserwiesen. Die Filiale Wallweg, sagt Marohn, habe die Sparkasse im Jahr 2013 grundlegend modernisiert.

Eichenzell-Filiale zieht in Neubau

In Eichenzell will die Sparkasse im Sommer nächsten Jahres in einen Neubau umziehen, der derzeit neben dem Aldi-Markt gebaut wird. Derzeit befindet sich die Bankfiliale im Ortskern neben dem Bahnhof. „Mit dem günstigeren Standort am nördlichen Ortseingang rücken wir auch deutlich näher an den Fuldaer Stadtteil Bronnzell heran“, sagt Marohn.

Die Zweigstelle in Bronnzell ist die einzige, die die Sparkasse Fulda in diesem Jahr schließt. Auch nach dem Rückzug in Bronnzell hat die Sparkasse mit 33 personenbesetzten Filialen, sieben Selbstbedienungsstandorten und fast 70 Geldautomaten das dichteste Filialnetz aller Kreditinstitute in Stadt und Landkreis Fulda, stellt Marohn heraus. Er verweist darauf, dass die Kunden zunehmend zu größeren und großen Filialen tendieren, bei denen sie Beratungs- und Servicekompetenz an einer Stelle nutzen. Bundesweit denken alle Banken darüber nach, die Zahl ihrer Filialen aus Kostengründen zu reduzieren.

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