Haargalerie Fulda: Eine Friseurin mit Mundschutz schneidet einer Kundin mit Mundschutz die Haare.
+
Sowohl die Kunden als auch die Friseure müssen nun Masken tragen.

Nach Corona-Lockerung

Glühende Telefone bei den Friseuren und Kosmetikern in Fulda

  • vonMarius Scherf
    schließen

Der Shutdown ist gelockert – zumindest Friseure, Kosmetiker oder Tätowierer dürfen ihre Studios wieder öffnen. Wir haben uns in Fulda umgehört. Kann trotz Maske frisiert werden? Was ändert sich in den anderen Branchen?

  • Wochenlang durften Friseure, Kosmetiker und Tätowierer wegen des Coronavirus nicht öffnen.
  • Seit Montag dürfen sie wieder Kunden empfangen. Die Telefone in den Fuldaer Studios glühen.
  • Die Schutzmaßnahmen sind teilweise nicht nur für Kunden gewöhnungsbedürftig.

Friseursalons

Fulda - „Seit halb acht gingen bei uns die Telefone im Minutentakt“, berichtet Jürgen Ressel, Inhaber der Haargalerie in Fulda. Einfach reinkommen und sich die Haare schneiden lassen? Das geht nicht mehr: „Es muss vorher ein Termin ausgemacht werden, und wir sind für die nächsten drei Wochen schon fast ausgebucht.“

In der Haargalerie Fulda weisen Markierungen auf dem Boden auf das Abstandhalten hin.

Wer zum Schneiden kommt, muss sich an bestimmte Regeln halten. Auf dem Boden kleben Markierungen, die das Abstandhalten anmahnen. Und: „Vor dem Haareschneiden müssen die Kunden sich die Hände desinfizieren.“ Neben den Desinfektionsspendern gibt es Trennwände. Was auch auffällt, sind die Masken, die die Friseure und Kunden tragen. „Mit Mundschutz zu arbeiten ist unangenehm, und ich bekomme schlecht Luft“, sagt Ressel.

Ende des Ausnahmezustands, zumindest für die Haare. Friseure – wie hier in der Fuldaer Haargalerie – dürfen wieder schneiden.

Im Friseursalon Unity Hair hat Inhaber Timo Zimmermann den Dreh hingegen schon raus: „Wir haben uns recht schnell eingearbeitet, und für uns ist es jetzt schon fast Gewohnheit, eine Maske zu tragen“, sagt er. Bei ihm herrscht reges Treiben, aber auch hier gibt es keinen Haarschnitt ohne Termin. Die meisten seien bereits vor der Wiedereröffnung vereinbart worden.

Wochenlang saßen die Friseure, wie so viele andere Branchen, auf ihren laufenden Kosten fest, die sie nun wieder reinholen müssen. Zusätzlich Geld gekostet haben nun auch die nötigen hygienischen Schutzvorkehrungen wie Trennscheiben oder Masken. 10.000 Euro hat etwa Jürgen Ressel in all seine Geschäfte investieren müssen, bevor er wieder öffnen konnte, und Timo Zimmermann musste in seinem Geschäft einen vorübergehenden Hygienezuschlag von vier Euro einführen.

Trennscheiben gehören in Corona-Zeiten auch zur Ausstattung der Friseursalons.

Und die Kunden? Die zeigen sich derweil froh darüber, wieder zum Friseur gehen zu können – auch mit Maske. Anette Schäfer (59), Kundin bei der Haargalerie, findet: „Das Tragen der Maske lässt sich doch ganz gut aushalten, besser als gedacht.“ Alja Epp-Naliwaiko (74), Kundin bei Unity Hair, befürwortet die Maskenpflicht sowieso: „Die Einschränkung ist minimal, da sollen sich die Leute nicht aufregen. Ich saß 45 Minuten und das ging gut.“

Kosmetikstudios

Für die Kosmetikstudios kam die Ankündigung, wieder öffnen zu können, überraschend, berichtet Maria Oliver (30), Inhaberin des gleichnamigen Beautysalons in Petersberg. „Wenige waren darauf eingestellt, jetzt wieder öffnen zu dürfen. Wir müssen erst die notwendigen hygienischen Vorkehrungen treffen“, sagt sie.

Bianca Hosenfeld vom Kosmetikstudio „enjoy“ in Schlüchtern demonstriert an den Händen ihres Vaters Manfred Koch die Nagelpflege in Corona-Zeiten.

Die ersten Kunden wollten bereits telefonisch einen Termin vereinbaren, doch es werde sich erst mit der Zeit herauskristallisieren, ob es wirklich wieder wie früher werde, erklärt sie. „Die Kunden, die aber angerufen haben, sind hocherfreut, dass es jetzt endlich wieder losgeht“, sagt Oliver.

Tattoostudios

„Wir arbeiten schon seit zig Jahren nach diesen Vorschriften“, erklärt Daniel Stadlmaier (29), Inhaber des Fuldaer Tattoostudios Green Swan, zu den Voraussetzungen, unter denen er jetzt wieder öffnen darf. „Wir achten jetzt darauf, dass nicht unnötig Leute im Geschäft stehen.“ Zunächst werden bei ihm jetzt alle gesetzten Termine nachgeholt. Obwohl bei ihm fast alles beim Alten bleibt, sei es für ihn dennoch ein ungewohnter Anblick, wenn nun alle und nicht nur er Maske trügen.

Hier lesen Sie: Wie die Friseure im Kinzigtal die Corona-Lockerung erleben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema