Tomesa-Klinik in Bad Salzschlirf.
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Nach einer Zwangspause kehren die Gäste auch in die Tomesa-Klinik in Bad Salzschlirf zurück.

Kurgäste kommen langsam wieder

Corona-Lockerungen beleben das Geschäft in Bad Salzschlirf

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
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Das Coronavirus hat viele Wirtschaftszweige vorübergehend zum Erliegen gebracht. Der wichtige Kur-Sektor in Bad Salzschlirf jedoch erholt sich nun langsam von den strikten Beschränkungen, die wegen der Pandemie galten.

  • Im Vergleich zum Vorjahr haben laut AOK nur die Hälfte der Menschen im April und Mai in Hessen eine Reha-Leistung in Anspruch genommen.
  • In Bad Salzschlirf hat die Corona-Pandemie Einfluss auf die Nachfrage nach Freizeit- und Erholungsangeboten.
  • Und: Die Kurgäste kehren langsam zurück in den Kurort.

Bad Salzschlirf - Deutlich weniger Versicherte der AOK in Hessen haben in den Monaten April und Mai Leistungen im Bereich der Stationären Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen in Anspruch genommen. Das berichtet Stephan Gill, Sprecher der AOK Hessen, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Demnach waren es im April lediglich 70 Fälle, was einen Rückgang von 52,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Noch negativer sehen die Zahlen für den Mai aus: Hier verzeichnete die Krankenkasse lediglich 56 Fälle und damit 67,82 Prozent weniger als 2019.

Corona-Pandemie hat Einfluss auf Tourismus in Bad Salzschlirf - „Wert der Gesundheit ist gestiegen“

Auch in Bad Salzschlirf hat die Corona-Pandemie weiterhin Einfluss auf die Nachfrage nach Freizeit- und Erholungsangeboten, wie Jörg Peters von der Touristik & Service GmbH (TuS) weiß. „Der Wert der Gesundheit ist in der Wahrnehmung der Menschen während Corona gestiegen. Wir erleben derzeit eine massive Nachfrage nach allem, was draußen stattfindet, zum Beispiel Kräuterspaziergänge, Radtouren und Wanderungen. Daher zielt unser Marketing als Kurort in diesem Jahr darauf ab, diese Menschen zu gewinnen.“ Der Fokus liege auf der Sensibilisierung in Richtung Gesundheit und Gesundheitserhaltung.

Gästezahlen wichtiger Baustein für den Tourismus in Bad Salzschlirf

Die Kurgäste, die in Bad Salzschlirf übernachten und Angebote vor Ort wahrnehmen, bezeichnet Peters als „sehr wichtig, weil sie für Umsätze in den Häusern sorgen“ und daher einen wichtigen Baustein des gemeindlichen Tourismus bilden.

Die Belegung der Kurkliniken sei im Zuge der Corona-Lockerungen „wieder ganz gut angefahren und hilft uns als touristischem Kurort massiv.“ Daher will die TuS ihr Marketing in den kommenden Monaten noch stärker auf die Kurgäste ausrichten.

Armin Faber, Geschäftsführer der Tomesa Fachklinik, berichtet über den Kurgast-Zulauf: „Private halten sich noch ein bisschen zurück, aber insgesamt sind wir nach mehrmonatiger Pause wieder auf dem Stand, den wir vor Corona hatten.“ Um für Kurgäste die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, habe die Klinik 50 verschiedene Einzelmaßnahmen in einem Konzept gebündelt.

In Bad Salzschlirf herrscht Angst vor zweiter Corona-Welle

„Das umfasst zum Beispiel das deutlich häufigere Desinfizieren, Abstandsregeln und geteilte Essenszeiten“, erläutert Faber, der für die Zukunft skeptisch bleibt: „Ich denke, wir müssen uns darauf einstellen, dass wir zum Jahresende eine zweite Corona-Welle erleben werden.“

Dass sich die Lage momentan wieder etwas entspannt hat, darauf weisen auch die Zahlen der AOK für den Monat Juni hin – hier beträgt der Rückgang mit 121 Fällen nur noch 25,31 Prozent.

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