Nach der Corona-Zwangspause öffnet nun auch das Deutsche Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe – dem Berg der Flieger – wieder für Besucher.
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Nach der Corona-Zwangspause öffnet nun auch das Deutsche Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe – dem Berg der Flieger – wieder für Besucher.

Nach Corona-Zwangspause

Segelflugmuseum öffnet wieder: 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf Hessens höchstem Berg

Hessens höchst gelegenes Museum öffnet nach der Corona-Zwangspause am Samstag wieder für Besucher: Das Deutsche Segelflugmuseum beherbergt 60 Modelle – von den ersten Gleitern bis hin zum High-Tech-Segelflugzeug, das Weltrekorde gebrochen hat. 

Wasserkuppe - Von au��en ist nicht sofort zu erkennen, welche Schätze in dem eher unscheinbaren Gebäude mit dem tunnelähnlichen Eingang schlummern: Das Deutsche Segelflugmuseum befindet sich mitten auf der Wasserkuppe – gegenüber des Rhön-Info-Zentrums und am Beginn der Ladenstraße, die zu den Rodelbahnen führt. 

Es ist mit seiner riesigen Flugzeugsammlung in Europa einmalig. Seit fast 33 Jahren begeben sich dort Besucher auf eine Zeitreise und tauchen in die Geschichte des Segelflugs ein. 

1912 der erste Weltrekord

Darmstädter Studenten haben dort oben die ersten Flugversuche unternommen. Sie waren abenteuerlustig – mancher würde wohl auch von lebensmüde sprechen, wenn man die Bilder der hölzernen Ein- und Doppeldecker-Flugzeuge sieht, auf denen sie durch die Luft gleiten wollten. 1912 schafften sie tatsächlich schon den ersten Weltrekord, als Schüler Hans Gutermuth mit einem aus Bambusstangen erbauten Doppeldecker in 112 Sekunden 838 Meter weit segelte. 

In der Folge haben auch Pioniere wie Oskar Ursinius auf den damals noch unbewaldeten Flächen des Rhöner Bergs den Flugsport erforscht und entwickelt.

Das Zeitalter des Fliegens begann aber eigentlich schon 1891 mit Otto Lilienthal. Er war nie auf der Wasserkuppe, aber die nach ihm benannte Lilienthal ist original nachgebaut im Museum zu finden, sowie eine Schautafel über Otto Lilienthal mit der Überschrift „Ein Mensch baut sich Flügel“.

Idee geht auf Astronauten zurück

Auf einer Fläche von rund 4000 Quadratmetern gibt es in dem Museum außerdem Raritäten zu sehen wie den Urvater des modernen Segelflugzeugs, den Vampyr, die „Blaue Maus“ oder die „Raketenente“. Außerdem beherbergt das Museum eine Vielzahl von Modellflugzeugen. Darunter Raritäten wie das Original-Modellflugzeug von Tierforscher Bernhard Grzimek mit eingebauter Kamera für seine seltenen Tieraufnahmen.

Die Idee eines Segelflugmuseums auf der Wasserkuppe geht auf einen Astronauten zurück: Neil Armstrong hat 1970 den Berg in der Rhön besucht. Er war begeisterter Segelflieger. 

17 Jahre später wurde die Vision zur Wirklichkeit, das Segelflugmuseum ist 1987 eröffnet und 2006 erweitert worden. Es sind circa 60 Segelflugzeuge und 150 Modellflugzeuge zu sehen. Am Samstag öffnet die Einrichtung ab 10 Uhr. Die Verantwortlichen betonen in einer Mitteilung: „Die Hygiene-Hinweise sind am Eingang nachzulesen. Das Museum auf der ‚Kupp‘ freut sich auf seine Besucher.“

jev

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