Weil Künzells Kindergärten lange geschlossen waren, sollen Eltern auf Antrag eine Erstattung erhalten.
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Weil Künzells Kindergärten lange geschlossen waren, sollen Eltern auf Antrag eine Erstattung erhalten.

Geld nur auf Antrag

Die Gemeinde Künzell hofft, dass viele Eltern auf Rückzahlung der Kita-Gebühren verzichten

  • Volker Nies
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Seit Mitte März durften die Kindergärten in Hessen nur eine Corona-Notbetreuung anbieten. In Künzell erhalten die Eltern, die davon nicht profitierten, die Gebühren für zwei Monate zurück – aber nur, wenn sie das wollen.

Künzell - Diese Lösung schlägt der Künzeller Gemeindevorstand vor, wie Bürgermeister Timo Zentgraf (parteilos) unserer Zeitung berichtet. Viele Gemeinden in der Region haben von sich aus verzichtet: Bei Eltern, deren Kinder die Kita nicht besuchen konnten, wurde auf den Einzug der Beiträge verzichtet.

Künzell will anders vorgehen: Für die Monate April und Mai sollen die Eltern selbst entscheiden, ob sie das Geld von der Gemeinde zurückhaben – oder ob sie darauf verzichten wollen. „Wir hoffen, dass viele Eltern auf die Erstattung verzichten“, sagt Zentgraf.

Steuerbelastung an anderer Stelle

„Schon heute legt die Gemeinde aus allgemeinen Steuereinnahmen drei Millionen Euro für die Kindergärten drauf. Die Elternbeiträge machen nur 500.000 Euro aus“, erklärt der Bürgermeister. Circa 400 Eltern würden weniger als 50 Euro zahlen.

„Für die Gebühren, die wir Eltern zurückzahlen, müssen wir Steuerzahler an anderer Stelle belasten – den Hauseigentümer oder den Unternehmer. Ich bin sicher, dass sich viele betroffene Eltern solidarisch zeigen und auf die Erstattung verzichten werden“, äußert Zentgraf. Insgesamt sei die Abgabenbelastung für Bürger und Eltern in Künzell sehr niedrig.

Juni teilweise kostenlos

Für den Monat März, in dem die Kinder bis zur Monatsmitte regulär betreut wurden, soll es keine Erstattung geben. Der eingeschränkte Regelbetrieb im Monat Juni soll für die Eltern kostenlos sein. Wenn sie die Notbetreuung genutzt haben, müssen die Eltern regulär bezahlen.

Zentgraf berichtet, dass sich der Gemeindevorstand bei seinem Vorschlag einig gewesen sei. Die Vorlage des Gemeindevorstands wird in den nächsten Wochen von den Fachausschüssen diskutiert. Das letzte Wort hat am Donnerstag, 25. Juni (19 Uhr, Gemeindezentrum), die Gemeindevertretung.

Wenn die Gemeindevertreter dem Vorschlag des Gemeindevorstands zustimmen, ist folgendes Vorgehen geplant: Eltern, die die Beiträge erstattet haben wollen, sollen die Gemeinde über ihren Wunsch informieren und einen kurzen, formlosen Antrag stellen. Ein Grund für die Bitte um Erstattung der April- und Mai-Gebühren muss nicht genannt werden. 

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