Lamas im Tierpark.
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Ziegen, Lamas, Papageien, Erdmännchen und Co. können in den Parks unserer Region bewundert werden.

Betreiber atmen auf

Die Tierparks in der Region dürfen endlich wieder Besuch empfangen

  • vonAlina Hoßfeld
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  • Jessica Vey
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Die Freude in den Tierparks in Gersfeld, Fulda und Schotten ist groß: Sie dürfen nach wochenlanger Zwangspause wieder öffnen.

Wildpark Gersfeld

Region - Schon um 8.30 Uhr, eine halbe Stunde vor der Öffnung des Wildparks in Gersfeld, fuhren am Montag bereits erste Autos auf den Besucherparkplatz, erzählt der stellvertretende Leiter Dieter Kircher. Er klingt glücklich. „Dass wir endlich wieder öffnen dürfen – das hat etwas Befreiendes“, beschreibt er seine Gefühle.

Montag war der Besucherandrang im Verlauf des Tages noch verhalten. Gut 200 Menschen kamen zwischen 9 und 18 Uhr, um sich Steinbock, Wildkatze, Otter und Co. anzusehen, „was aber bestimmt auch am Wetter lag“, sagt Kircher. Er geht davon aus, dass die Gästezahl zunehmen wird.

Ziegen, Lamas, Papageien, Erdmännchen und Co. können in den Parks unserer Region bewundert werden.

Vor allem Familien habe er beobachtet: „Die freuen sich einfach, mit ihren Kindern mal wieder rauszukommen und etwas zu erleben.“ Damit die Sicherheitsabstände eingehalten werden, haben die Parkmitarbeiter vorgesorgt: Markierungen im Eingangsbereich wurden angebracht. Schaufütterungen und Führungen finden nicht statt. Am Kiosk gibt es Essen und Getränke nur zum Mitnehmen. Außerdem sind Teilbereiche im Park noch geschlossen, beispielsweise der Streichelzoo: „Hier ist das Risiko einfach zu groß, dass Menschen sich zu nahe kommen“, erklärt Kircher.

Dann müssen die Besucher den Nachwuchs eben von Weitem betrachten: Denn nachdem im Wildpark in den vergangenen Wochen bei den Wildschweinen und bei den Mufflons – einer Wildschafrasse – Junge geboren wurden, gibt es nun auch Nachwuchs bei den Ziegen.

Ziegen, Lamas, Papageien, Erdmännchen und Co. können in den Parks unserer Region bewundert werden.

Heimattiergarten in Neuenberg

Seit 1965 gibt es den Heimattiergarten in Neuenberg. Er geht aus einem ehemaligen Geflügelzuchtverein hervor und wird von vier ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern geleitet. Bereits vor einigen Wochen hat unsere Zeitung mit Tierärztin Bianca Reith, die den Verein unterstützt, gesprochen. Sie hatte damals berichtet, die Finanzen des Tiergartens seien aufgrund der Schließung angespannt.

Der Verein war auf Spenden angewiesen, um die 80 Euro Futterkosten pro Tag stemmen zu können, denn die Ersparnisse wurden immer weniger. An den Osterfeiertagen, an denen sonst die Schulden vom Winter ausgeglichen werden, musste der Tiergarten geschlossen bleiben.

Jetzt darf der Heimattiergarten wieder öffnen. Ab Dienstag heißt der Park Gäste willkommen, wie der Verein auf seiner Internetseite schreibt.

Ziegen, Lamas, Papageien, Erdmännchen und Co. können in den Parks unserer Region bewundert werden.

Vogelpark Schotten

Der Vogelpark in Schotten im Vogelsbergkreis kann noch nicht sofort öffnen. Der Park wird von der gemeinnützigen Einrichtung „Schottener Soziale Dienste“ betrieben. „Normalerweise helfen uns im Vogelpark 31 Menschen mit Behinderung aus unseren Werkstätten. Doch im Moment dürfen sie nicht arbeiten wegen der Ansteckungsgefahr. Sie werden von sieben Festangestellten unterstützt“, erklärt Frank Jung, Leiter des Vogelparks Schotten.

Nun müsse man sich innerhalb des Betriebs erst einmal absprechen, wie die Arbeit auf die Festangestellten verteilt werden kann. Dienstagabend werde es eine Sitzung geben, bei der über weitere Vorkehrungen und über einen Öffnungstermin gesprochen werde.

Er hofft, dass der Park noch diese Woche Samstag öffnen kann. Es wurden nun bereits Vorkehrungen für eine Öffnung getroffen: „Der Park wird zur Einbahnstraße. Außerdem gibt es Schilder, die auf das Abstandhalten hinweisen. Im Eingangsbereich müssen die Besucher eine Maske tragen“, beschreibt Jung.

Ziegen, Lamas, Papageien, Erdmännchen und Co. können in den Parks unserer Region bewundert werden.

Auch wenn die Türen des Vogelparks momentan noch geschlossen bleiben, sei er glücklich, dass die Tierparks wieder Besucher empfangen dürfen. „Die Öffnung des Vogelparks ist vor allem finanziell wichtig für uns“, erklärt der Leiter. So habe der Vogelpark in nur vier Wochen 200.000 bis 250.000 Euro eingebüßt. „Wir mussten Ostern geschlossen bleiben. Das ist sonst unser Hauptgeschäft“, sagt Jung.

Futter für die rund 350 Tiere wäre jedoch trotz der fehlenden Einnahmen vorrätig gewesen. „Wir haben viele Futter-Spenden bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt der Vogelparkleiter. Zudem hätten viele Menschen Tierpatenschaften abgeschlossen und den Vogelpark so finanziell unterstützt.

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