In vielen Geschäften – hier das Lieblings in Fulda – wartete die Sommerware zuletzt vergeblich auf Kunden. / Foto: Lieblings

Nach Lockerungen: Einzelhandel in der Region atmet auf – diese Geschäfte öffnen wieder

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Fulda - Erleichterung beim Handel in der Region: Dass Geschäfte bis 800 Quadratmeter am Montag wieder öffnen dürfen, sei ein „wichtiger Zwischenerfolg“, sagte der Vorsitzende des Citymarketings Fulda, Reginald Bukel, am Mittwochabend im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von unserem Redaktionsmitglied Bernd Loskant

Mit der Eingrenzung auf Geschäfte bis 800 Quadratmeter Fläche könne er gut leben, denn das bedeute, dass die „überwiegende Mehrzahl“ der Geschäfte in Fulda wiederöffnen dürfe, sagte der Geschäftsmann, der die Modeboutique „Catwalk“ im Centhof führt. Nur die großen Filialisten – darunter das Fuldaer Modehaus Schneider, Karstadt und Kaufhof – müssen auch weiterhin geschlossen bleiben.

Bukel geht davon aus, dass der Einzelhandel in seiner für eine Stadt wie Fulda einzigartigen Breite bereits ab Montag wieder für die Kundschaft da ist. „Vielleicht wird es bei dem ein oder anderen noch zwei Tage länger dauern, weil die hygienischen Auflagen noch erfüllt werden müssen“, erklärt Bukel.

Abstandsmarkierungen und Masken

So müsse sichergestellt werden, dass sich pro 20 Quadratmeter Fläche immer nur ein Kunde im Geschäft aufhalte. Viele Händler müssten Abstandsmarkierungen auf den Fußböden an den Kassen anbringen, das Personal müsse zudem mit Masken ausgestattet werden.

Und noch eins gibt Bukel zu bedenken – vor allem für „seine“ Branche: „In vielen Modegeschäften hängt noch die Ware vom 18. März, dem Tag, als der Lockdown begann. Damals war es kalt. Jetzt muss schnell die Frühjahrs- und Sommerware in die Regale.“

Gesundheit hat oberste Priorität

Für Holger Enick von der Boutique „Fink Fashion“ am Buttermarkt gibt es keine Zeit zu verlieren. „Wir öffnen gleich am Montag“, kündigt er an. Die Umsätze würden nun dringend gebraucht, um das ausgefallene Geschäft der vergangenen vier Wochen zu kompensieren.

Auch der Concept Store „Lieblings“ in der Friedrichstraße wird bereits am Montag wieder öffnen – und zwar mit der „vollen Frühjahrs- und Sommerauswahl in allen Warengruppen“, wie Kareem Asdoune vom Store Management betont. Die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern habe dabei oberste Priorität: „Wir werden unsere Hygienemaßnahmen den Anforderungen entsprechend intensivieren“, kündigt Asdoune an.

Durststrecke soll aufgeholt werden

So würden an den beiden Eingängen Handdesinfektionsspender aufgestellt, durch Beschilderungen werde das Abstandhalten leicht gemacht. Zudem werde man die Umkleidekabinen nach jedem Kundenaufenthalt kontrollieren und desinfizieren. „Unser Verkaufspersonal wird Sie mit Mundschutz und Handschuhen bedienen“, kündigt Asdoune an.

An diesen Anblick in Geschäften werde man sich gewöhnen müssen, glaubt City-Marketing-Vorsitzender Bukel. „Der Mund-Nasenschutz wird sicher für lange Zeit zum Bild in den Läden gehören“, sagt er. Bukel hofft, dass die Kunden nun „solidarisch sind und lokal einkaufen gehen“.

Es gelte, eine Durststrecke aufzuholen. Die Lockerungen kämen für viele Händler gerade noch rechtzeitig, um heil aus der Krise herauszukommen. Nun bestehe die Hoffnung, dass auch für die Gastronomie in absehbarer Zeit Licht am Ende des Tunnels zu sehen sei.

Konow: Vorsichtige Perspektive

IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow äußerte sich am Abend verhalten optimistisch: Die Lockerungen gäben „einzelnen Wirtschaftszweigen wieder eine vorsichtige Perspektive“. „Für die Branchen, die weiterhin nicht öffnen dürfen, werden die bestehenden Hilfsprogramme hoffentlich bei der Überbrückung helfen“, so Konow.

Man müsse bedenken, dass ein „zu schnelles vollständiges Wiederanfahren“ der Wirtschaft zu einer zweiten Infektionswelle führen könne, „die noch schlimmere Auswirkungen auf die Wirtschaft als das Beibehalten von Beschränkungen haben könnte.“

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren