Das Kreuzbergbier gibt es ab heute wieder im Steinkrug. Geschäftsführer Christian Weghofer (links) und Gastronomieleiter Giuseppe Cerasola haben 4000 neue Krüge bestellt. / Foto: Marion Eckert

Nach Problemen mit Glaskrügen: Kreuzbergbier gibt’s wieder im Steinkrug

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kreuzberg - 14 Monate hat der Versuch gedauert. Zur Folge hatte er eine Protestwelle unter Bierliebhabern – und einen Verlust in fünfstelliger Höhe. Heute ist Schluss. Das Bier in der Klosterschänke auf dem Kreuzberg wird ab 1. Februar nicht mehr in Gläsern, sondern wieder ausschließlich im traditionellen Steinkrug ausgeschenkt.

Von Marion Eckert

„Wer noch einen Glaskrug will, kann ihn billig im Klosterladen kaufen.“ Christian Weghofer, seit fünf Monaten Chef der Klostergastronomie auf dem Kreuzberg und dem Engelberg, will die Glasgefäße jetzt loswerden. Eingeführt hat die seine Vorgängerin Angelika Somaruga Ende 2018.

Zum einen sollte der Gast sehen, wie viel er im Krug hat, zum anderen sollte das lange Anstehen bei der Rückgabe am Ausschank-Schalter entfallen. Denn das sonst übliche Pfand wurde für den Glaskrug nicht verlangt. Das sorgte bei den doch sehr traditionsbewussten Kreuzberg-Besuchern für reichlich Aufregung. Allerdings konnte, wer es denn wollte, sein Bier wie eh und je aus dem Steinkrug genießen – selbstverständlich erst nachdem er Pfand dafür hinterlegt hatte.

Weggeworfene Krüge um den Kreuzberg verteilt

Zum Problem entwickelten sich in der Folge jedoch die pfandfreien Glaskrüge. Während zu reinen Pfandzeiten die Krüge an den Ausschank zurückgebracht wurden, blieb ihre gläserne Variante nun meist samt dem restlichen Geschirr einfach auf den Tischen stehen. Einen guten Eindruck auf die folgenden Gäste machte das nicht. Und für das Personal bedeutete das eine erhebliche Mehrarbeit. Das allerdings war nicht das größte Problem.

Die Krüge mit dem Emblem des Klosters entwickelten sich sehr schnell zum begehrten Erinnerungsstück an den Besuch auf dem Kreuzberg und verschwanden in großen Mengen. Am meisten ärgerten den neuen Kreuzberg-Geschäftsführer Weghofer aber die zahllosen Krüge, die kilometerweit rund um den Kreuzberg herumlagen.

Auf dem Gipfel, vor der Kirche und neben den verschiedensten Wanderwegen: Überall fanden sich weggeworfene Krüge – im günstigeren Fall sind sie dabei nicht zersprungen. Ein für Weghofer untragbarer Zustand, der auch immer wieder massiv von Kreuzbergbesuchern moniert wurde.

Glaskrüge eingeführt um EU-Vorschrift gerecht zu werden

Neben dem Umweltaspekt erklärt der 53-jährige Gastronom die Abkehr vom Glaskrug daher auch mit dem Wunsch der Bevölkerung, die sich nie mit dem Glaskrug habe anfreunden können. Aber auch mit der Wirtschaftlichkeit. Den Schaden durch Krugverlust beziffert er auf 30 000 Euro. Künftig, so Weghofer, können die Steinkrüge im Laden für fünf Euro erworben werden, was dem Krugpfand entspricht.

Eingeführt wurden die Glaskrüge seinerzeit auch, um einer EU-Vorschrift gerecht zu werden, wonach der Gast die Möglichkeit haben müsse, die Füllmenge zu überprüfen. Das sei natürlich im Tonkrug viel schwieriger als im Glaskrug. Für Weghofer ist aber auch klar, dass Tonkrüge nicht verboten sind.

Der Gast müsse lediglich die Möglichkeit haben nachzuprüfen, ob genügend eingeschenkt wurde. „Wir werden eine entsprechende Vorrichtung vorhalten, damit den EU-Vorgaben Rechnung getragen wird“, sicherte er zu. Allerdings meinte er: „Eigentlich müssten wir das Lineal reinhalten, denn wir schenken immer zu viel aus.“

Zeitintensive Pfandrückgabe soll der Vergangenheit angehören

In der Vergangenheit stand auch die Pfandrückgabe immer wieder in der Kritik, weil der Gast sich dafür noch einmal – oft auch länger – am Schalter anstellen musste. Dem möchte Weghofer entgegenwirken, indem künftig mehr Schalter geöffnet sind.

Die Entscheidung zurück zum Tonkrug hat Weghofer schon zu Beginn seiner Dienstzeit gefällt. Doch es brauchte etwas Vorlauf, um die Umstellung zu vollziehen. 4000 neue Krüge mit dem bekannten Logo „Glauben und Genießen“ mussten bestellt werden, 2000 Maßkrüge und 2000 Halbliterkrüge. Weitere sind schon in Auftrag gegeben.

Ab heute wird nun aber nicht nur auf die Bierkrüge Pfand erhoben, sondern auch auf Flaschen und Gläser. Teller und Besteck aus dem Gastronomiebereich bleiben pfandfrei. Weghofer hofft, dass die Gäste, wenn sie ihre Krüge zurückbringen, auch ihr Geschirr abräumen, so wie das in der Vergangenheit auch der Fall gewesen ist: „Es ist ein ordentlicher Weg für einen ordentlichen Berg.“

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