Fotos: Feuerwehr Bad Soden-Salmünster, Feuerwehr Bad Salzschlirf, Volker Nies, Hartmut Zimmermann, Fuldamedia

Nach Sturmtief „Sabine“: Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, aber keine Verletzten

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REGION - Sturmtief „Sabine“ hat die Region in der Nacht zu Montag in Atem gehalten. Die Bilanz: Keine Verletzten, dafür hingegen jede Menge umgestürzte Bäume sowie abgedeckte Dächer.

Im Landkreis Fulda hat der Sturm die Feuerwehren im Laufe der vergangenen Stunden auf Trab gehalten, schreibt Brandoberinspektor Thomas Steinbrucker in einer Presseinformation. Es wurden in den betroffenen Gemeinden bis jetzt 111 Einsätze abgearbeitet, die zumeist durch umgestürzte Bäume oder beschädigte sowie abgedeckte Dächer verursacht wurden. Vollgelaufene Keller habe es durch den Regen nicht gegeben. Die Straßenmeistereien und Bauhöfe seien nach wie vor im Dauereinsatz, um die Schäden zu beseitigen.

Beeinträchtigungen im Straßenverkehr

„Sabine“ könne auch im Laufe des Montages auf den osthessischen Straßen für Beeinträchtigungen sorgen. Aktuell – so berichtet Polizeisprecher Dominik Möller – sei jedoch lediglich die B 84 im Bereich Eiterfeld gesperrt. „Die Sperrung sollte jedoch zeitnah wieder aufgehoben werden“, sagt er. Die gute Nachricht: Verletzte durch den Sturm seien der Polizei nicht bekannt.

Stromausfall in Bimbach

In der Nacht vom Sonntag auf den Montag kam es laut Pressestelle der RhönEnergie in Großenlüder-Bimbach zu einem größeren Stromausfall, nachdem ein Ast auf eine Mittelspannungsleitung gefallen war. Bereits nach 18 Minuten konnte die Versorgung der betroffenen 20 Trafostationen wiederhergestellt werden.

Sichtbare Spuren im Wald

Auch in den Wäldern hat „Sabine“ sichtbare Spuren hinterlassen, wie Waldbesucher berichten: Vorzufinden sind umgestürzte oder abgeknickte Bäume, mehrere Waldwege sind blockiert. Die Forstämter werden am heutigen Montag versuchen, sich einen Überblick zu verschaffen.

Auf dem Wilhelmshof in Eiterfeld wurde die Milchtankstelle durch „Sabine“ in Mitleidenschaft gezogen. Neben den Räumlichkeiten hat es auch den Milchautomaten „umgehauen“. Daher muss der Milchtankstellenverkauf auf dem Hof bis auf weiteres eingestellt werden.

„Sabine“ im Vogelsbergkreis

Im Vogelsbergkreis hat Sturmtief „Sabine“ dafür gesorgt, dass ein Auto auf der Landesstraße zwischen Alsfeld-Eifer und Grebenau von umstürzenden Bäumen eingeschlossen wurde. Die Feuerwehr der Stadt Alsfeld war daraufhin im Einsatz und schnitt das Fahrzeug wieder frei. Im Alsfelder Ortsteil Münch-Leusel hingegen ist das Dach eines Wohnhauses abgedeckt worden. Auch hier war die Feuerwehr Alsfeld im Einsatz. Meldungen über Verletzte sind auch hier nicht bekannt.

In Schlitz hingegen ist die Historische Hallenbrücke durch einen umstürzenden Baum beschädigt worden. Hier wurde das Geländer abgerissen. Auch Steine wurden durch den Sturm herausgerissen. Die Brücke ist derzeit voll gesperrt. Auch dort war die Feuerwehr im Einsatz.

Am frühen Dienstagmorgen sorgten die Ausläufer des Orkans für einen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Romrod. Heftige Böen ließen eine zwanzig Meter hohe Buche auf die Landesstraße in Richtung Strebendorf stürzen. Der meterdicke Stamm blockierte die Fahrbahn auf voller Breite und brachte den Verkehr zum Erliegen.

Die zur Hilfe geeilten Feuerwehrleute schnitten den Baum mit einer Motorkettensäge in Stücke und räumten die Fahrbahn frei. Zur Unterstützung der rund einstündigen Räumarbeiten war auch Romrods Bauhof mit einem Bagger im Einsatz. Nach Angaben der zentralen Leitstelle des Vogelsbergkreises rückten am Montag rund 250 Feuerwehrleute fast 100 Mal zu Orkan-Einsätzen aus.

Neun Unwettereinsätze in der Nacht in Bad Soden-Salmünster

Auch Bad Soden-Salmünster zieht Bilanz: Nach aktuellem Stand sind mehrere Bäume und Äste auf die Fahrbahnen gestürzt. Auch zu einem größeren Schaden ist es laut Feuerwehr Bad Soden-Salmünster nicht gekommen.

Die Landstraße L 3178 zwischen Hausen und Merneser Heiligen sowie der Landstraße L 3179 zwischen Alsberg und Merneser Heiligen musste aufgrund einiger umgestürzter Bäume gesperrt werden. Hier waren die Feuerwehren Mernes und Salmünster um 3.58 Uhr im Einsatz, um zwei eingeschlossene Lkw-Fahrer zu befreien.

Einsätze in Bad Salzschlirf

Die Feuerwehr Bad Salzschlirf ist in der Nacht von Sonntag auf Montag und am Montagmorgen zu 19 Einsätzen alarmiert worden. Insgesamt mussten 13 Bäume von der Fahrbahn entfernt werden. Hierbei kam auch ein Radlader zum Einsatz. Zwischen den Sturmeinsätzen musste die Feuerwehr auch zu drei ausgelösten Brandmeldeanlangen sowie einer Fahrbahnüberflutung ausrücken.

Vorsicht ist geboten

Das Sturmtief Sabine erreichte auf der Wasserkuppe hessenweit die Höchstgeschwindigkeit von 144,7 Stundenkilometern. Die Orkanböen waren am frühen Morgen um 2.20 Uhr am Heftigsten. Auch heute und am Dienstag sollen weitere Böen über die Region ziehen. Geschwindigkeiten von 90 bis 110 Stundenkilometern seinen laut Meteorologe Dominik Jung möglich.

Die amtliche Unwetterwarnung vor Orkanböen ist am Montagmittag um 12 Uhr vom Deutschen Wetterdienst aufgehoben worden. Dennoch rät Jung, wachsam zu sein. Unnötige Autofahrten und Besuche in Wäldern oder Parks sollen vermieden werden.

Und auch das Forstamt Hofbieber rät zur Vorsicht: Durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste und Baumkronen entlang von Straßen und Wegen im Wald bestehe zum Teil Lebensgefahr. Vom Sturm geschädigte Wälder sollten auch nach dem Sturm wegen der erhöhten Gefahrenlage nicht betreten werden.

Der Sturm soll noch bis etwa Dienstag andauern. Der Rest der Woche wird dann zwar weniger stürmisch, aber doch recht ungemütlich: „Es gibt Schauerwetter, in höheren Lagen kann es auch zu Schneefall kommen“, sagt Markus Übel vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

Aufräumarbeiten laufen in Fulda bereits

Die ersten Aufräumarbeiten haben aber bereits begonnen. „Soweit wir die Lage derzeit überblicken können, ist Fulda von größeren Sturmschäden weitgehend verschont geblieben“, berichtete Pressesprecher Johannes Heller. Abgesehen von wenigen Starkastabbrüchen und herabgefallenen Dachziegeln, seien es vor allem kleinere Äste, die auf den Straßen und Gehwegen liegen und teilweise die Sinkkästen verstopfen.

Diese Kästen werden derzeit von Treibgut befreit. Im Bereich des Stadtservices waren vier Kehrmaschinen und zwei zusätzliche Einsatzkräfte aktiv, um die groben Verschmutzungen manuell zu entfernen, informierte Heller. In und auf den städtischen Grünanlagen Fuldas kümmern sich 20 Mitarbeiter um die Beseitigung der Sturmschäden. Die Aufräumarbeiten werden noch einige Tage andauern. / mal, vn, mic

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