Fotos: Stadt Fulda

Nachkommen ehemaliger jüdischer Bewohner und ihre Familien zu Gast in Fulda

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Ihre Großeltern oder Eltern stammten aus Fulda, mussten fliehen oder wurden deportiert. Einige unter ihnen wurden selber noch hier geboren: 24 Nachkommen ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung der Stadt gefolgt, auf den Spuren ihrer Vorfahren einige Tage in Fulda zu verbringen.

Wie die Stadt Fulda berichtet, wurden sie bei einem Empfang im Grünen Zimmer des Stadtschlosses von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Vertretern des Magistrates begrüßt.

In seiner auf Englisch gehaltenen Ansprache dankte der Oberbürgermeister den Gästen aus Israel, den USA und Brasilien dafür, dass sie die lange Anreise auf sich genommen hätten und für ihre Bereitschaft, die Kontakte hierher zu pflegen.

Erinnerungen an NS-Zeit

In einem kurzen Rückblick in die 1275-jährige Geschichte Fuldas betonte Wingenfeld, dass man bei allen Feierlichkeiten zur Stadtgeschichte auch das dunkle Kapitel zwischen 1933 und 1945 nicht vergessen dürfe

„Ihren Familien ist in dieser Zeit hier Furchtbares widerfahren, und wir als junge Generation tragen die Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder passiert.“ Die gegenseitige Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und Gemeinschaft zu leben, sei der beste Garant dafür.

Individuelle Stadtführung zu ehemaligen Wohnhäusern

Der besondere Dank des Oberbürgermeisters galt der Lehrerin Anja Listmann aus Bad Salzschlirf, die die Kontakte zu den sechs Familien vor allem über die sozialen Netzwerke gefunden und gepflegt habe.

Gemeinsam mit Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler hat sie das Besuchsprogramm organisiert, zu dem unter anderem ein gemeinsames Abendessen, eine Fahrt zu Point Alpha, individuelle Stadtführungen zu den ehemaligen Wohnhäusern sowie der Besuch des Domplatzkonzertes mit dem hr-Symphonieorchester gehören. / mbl

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