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Naturnaher Hochwasserschutz: Flüsschen Wanne wird renaturiert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Dipperz - Das Flüsschen Wanne im Ortskern von Dipperz wird renaturiert. Damit könnte ein Hochwasser wie in den Jahren 2018 und 2019 verhindert oder zumindest abgemildert werden, weil das Wasser mehr Möglichkeiten hat, sich im Flussbett auszubreiten.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Auf insgesamt 160 Metern wird der Lauf der Wanne verändert und gleichzeitig die Ökologie verbessert. Die Brücke zur Firma Qualis wird abgerissen und neu aufgebaut.

In dieser Woche soll mit den ersten Arbeiten, dem Fällen von 14 Bäumen, begonnen werden. Dies sei alles mit dem Fachdienst Wasser- und Bodenschutz des Landkreises und dem Regierungspräsidium abgesprochen, erklärt Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos).

Eigentlicher Baubeginn Mitte April

Der eigentliche Beginn der Bauarbeiten ist laut den Planungen Mitte April. Noch im Jahr 2020 soll die Maßnahme, die rund 1,1 Millionen Euro kostet und zu 90 Prozent vom Land bezuschusst wird, fertiggestellt sein. Bevor es losgeht, wird eine Elektrobefischung durchgeführt, und die dabei ins Netz gehenden Wassertiere umgesiedelt.

Grund für die Renaturierung ist zum einen der bessere Hochwasserschutz, zum anderen die zweitschlechteste Einstufung in der Wasserrahmenrichtlinie. Um die Gewässerstruktur zu verbessern, werden vorhandene Ufermauern weggebrochen, um den natürlichen Lauf wiederherzustellen, die gepflasterte Gewässersohle beseitigt, um Lebensraum für Kleinstlebewesen zu schaffen und die Brücke erneuert, damit dort der Wasserdurchfluss verbessert wird, sagt Vogler.

Neue Brücke soll Wasserdurchfluss vergrößern

Er nennt ein Beispiel: Der Gewässerquerschnitt der Wanne in Dipperz betrage etwa neun Quadratmeter. An der Brücke zur Firma Qualis vermindert er sich auf nur 6,5 Quadratmeter. Dies habe bei Starkregen dazu geführt, dass das Wasser nicht schnell genug abfließen konnte und sich dort aufstaute. Mit einer neuen Brücke soll der Wasserdurchfluss vergrößert werden.

Dies soll auch dadurch erreicht werden, dass die Ufermauern abgebrochen werden und eine stufenartige natürliche Bebauung angelegt wird. Auch dies führe dazu, dass der Durchfluss verbessert werde. Das bestehende Wehr nahe der Brücke ist nach dem letzten Hochwasser im Jahr 2019 abgebaut worden, vorhanden sind aber noch die Fundamente, die im Zuge der Renaturierung beseitigt werden.

Großes Anliegen der Hessischen Landesregierung

Nachdem die Bäume in dieser Woche gefällt werden, sollen zum Abschluss der Renaturierung neue gepflanzt und Sträucher angelegt werden, berichtet der Bürgermeister. Neben dem Hochwasserschutz und der Wiederherstellung naturnaher Lebensräume soll die Renaturierung die Wanne und damit auch Dipperz in der Ortsmitte attraktiver machen.

Da all diese Maßnahmen ein großes Anliegen der Hessischen Landesregierung sind, werden die Kosten der Renaturierung mit rund 90 Prozent vom Umweltministerium bezuschusst. Die reinen Gewässermaßnahmen kosten rund 509 000 Euro, die Brückenerneuerung 550 000 Euro und das Anpassen der Verkehrsflächen ist mit rund 95 000 Euro veranschlagt.

Die Pläne können während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung von Dipperz von Interessierten eingesehen werden.

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