Fotos: Stadt Fulda

Neue Halle der Stadtgärtnerei: Hier überwintern die Palmen aus der Innenstadt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Fulda - Die großen Palmen vor dem Stadtschloss, der Hauptwache oder auch auf dem Universitätsplatz sollen das Stadtbild verschönern und sind beliebte Fotomotive. Doch wo werden diese bis zu 5,50 Meter hohen Gewächse aus der Familie der Arecaceae im Winter untergebracht?

„Seit Kurzem haben die großen Palmen sowie mehrere Hundert weitere Kübelpflanzen, die im Sommer das Stadtbild verschönern, ein neues Winterquartier“, teilt die Stadt Fulda mit. Auf dem Gelände der Stadtgärtnerei in Fulda-Galerie hat das Gebäudemanagement der Stadt Fulda ein zweites Überwinterungshaus errichtet, das insbesondere den großen Kübelpflanzen ein geräumiges und geschütztes Zuhause bieten soll.

Zu wenig Platz in alten Hallen

Nach Angaben der Stadt waren die Kanarischen Dattelpalmen, die empfindlichen Zitruspflanzen und Co. in einer Halle am städtischen Betriebshof beziehungsweise in den beiden bestehenden Überwinterungshallen der Stadtgärtnerei untergebracht, berichtet die Stadt. Doch dort hätten die Pflanzen nur wenig Platz gehabt: „Die großen Palmen bekamen Gewichte an die höchsten Wedel, damit die Pflanzen überhaupt in die von der Höhe her in die Halle passten, zum Teil standen die Kübel so eng, dass die Gärtner beim Gießen Mühe hatten, den Wurzelbereich zu erreichen“, heißt es in der Mitteilung.

Nachhaltigkeit als Teilaspekt

In fünf Monaten Bauzeit zwischen Mai und Oktober 2019 entstand nun die dritte Halle, die rund 40 Meter lang, 13 Meter breit und 8,25 Meter hoch ist. Durch die großen Eingangstore können die Mitarbeiter bequem mit Traktoren und großem Gerät in die Halle fahren, dort rangieren, Kübelpflanzen absetzen oder verschieben. Moderne Beschattungstechnik sorgt dafür, dass Sonneneinstrahlung das Gebäude nicht zu stark erhitzt beziehungsweise nachts nicht zu viel Wärme über die Glasflächen nach oben abgestrahlt wird.

Das Gebäudemanagement der Stadt Fulda betreute alle Planungsschritte bis zum Bauantrag, die Spezialfirma Borowski aus Hanau übernahm die eigentliche Gewächshausplanung. Sehr weitblickend in Zeiten des Klimawandels: Das Regenwasser, das auf das gläserne Dach des Gewächshauses fällt, wird in einen oberirdischen Regenwasserspeicher geleitet, der 150 Kubikmeter aufnehmen kann. Zusammen mit der vorhandenen Zisterne im Fundament der älteren Halle können nun insgesamt 260 Kubikmeter Gießwasser gespeichert werden – in trockenen Sommern eine wichtige Reserve.

740.000 Euro Baukosten

Apropos Sommer: In der warmen Jahreszeit ist das Überwinterungshaus keineswegs ungenutzt: „Die überdachten Flächen sind ideal, um völlig witterungsunabhängig Umtopf- oder Pflanzarbeiten durchzuführen“, erläutert Steffen Arnold, Leiter der Stadtgärtnerei. Zusammen mit Frank Volmer, Leiter Gebäudemanagement der Stadt Fulda, und Kurt Stein, der das Projekt im Gebäudemanagement federführend begleitet hatte, zeigte sich Gärtnereileiter Arnold bei einem Ortstermin begeistert von der neuen Halle und der „Punktlandung“ bei der Fertigstellung – wenige Tage vor den ersten Nachfrösten.

Stein und Volmer erläuterten, dass im Zuge des Bauprojekts auch die vorhandenen drei Folientunnel und das Thermohaus, die jeweils noch durch eine veraltete Heizung beheizt worden waren, an die gemeinsame Gasheizanlage der Stadtgärtnerei und Außenstelle der Pestalozzischule angeschlossen wurden. Die Gesamtkosten wurden auf rund 740.000 Euro beziffert. / lio

Das könnte Sie auch interessieren