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Neue Kunstverein-Schau zeigt die drei Sprachen der Poesie

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - „Poesie in Farbe und Holz“ ist die aktuelle Ausstellung im Kunstverein Fulda überschrieben. Zu sehen sind Arbeiten von Olga Samovskaya, Tara Schönberger und Peter Hromek.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

Es gibt kein Vertun. Drei Künstler – das heißt: drei völlig unterschiedliche Sprachen. Wie die Vorsitzende des Kunstvereins, Anna-Elisabeth Härtel-Geise gegenüber unserer Zeitung erzählt, wurden die Besucher der Vernissage spielerisch aufgefordert, die Kunstwerke den drei Ausstellenden zuzuordnen. Es dürfte für alle ein Leichtes gewesen sein, denn die jeweilige Handschrift ist schon sehr augenfällig.

Zweifel gibt es ohnehin keinen beim Mann im Bunde. Peter Hromek, 1947 in Tschechien geboren, ist Drechsler und präsentiert Holzskulpturen, deren gerundete, organische Formen aus einem einzigen Stück herausgearbeitet wurden. Das zeugt angesichts seiner im Inneren stets hohlen „Nester“, „Blüten“ und sonstiger Gefäße von viel technischem Können.

Tara Schönberger wagt viele Experimente

Überhaupt stehen dem gelernten Feinmechaniker und Maschinenbautechniker besondere handwerkliche Fähigkeiten zu Gebote, so dass seine Objekte geradezu perfekt wirken, vor allem dann, wenn sie eine polierte Oberfläche besitzen. Einige seiner Arbeiten wirken zudem sexualisiert, erinnern an weibliche Brüste, heißen mitunter „Venus“ und wirken hier und da wie empfängnisbereite Blumen.

Mit expressiven Farben kommt Tara Schönberger daher. Ihre Bilder dominieren die Räume der Galerie geradezu. Die 1969 in Russland geborene Künstlerin wagt dabei viele Experimente. So lässt sie etwa wie einst Jackson Pollock die Farbe scheinbar frei von einer Ordnung auf die Leinwand tröpfeln, behält aber dabei stets die Kontrolle. In einer auf die Leinwand „schlagenden“ Fadentechnik lässt sie wilde Blumen entstehen. Mit zunehmender Abstraktion gewinnen die Bilder an Dynamik.

„Winter Spaziergang“ wird zur humorvollen Illustration

Spannend der Vergleich zu Olga Samovskaya, einer Künstlerkollegin von Schöneberger aus Studientagen in Moskau. Beide Frauen zeigen ihre Version von „Frühling“: Schönberger mit kraftvoller Geste, Samovskaya hingegen fast träumerisch und vergleichsweise zart.

Ohnehin setzt die ebenfalls 1969 in Russland geborene Künstlerin auf dezente Zurückhaltung, vor allem, was die Farbigkeit ihrer gern auch mal ein bisschen narrativ-naiven Gemälde betrifft. Da taucht im Blütenmeer ihres „Frühlings Erwachen“ ein Frauengesicht auf, die japanischen Kirschblüten legen sich sanft auf eine erdige Fläche, und der „Winter Spaziergang“ wird zur humorvollen Illustration.

Service: Kunstverein Fulda, Habsburgergasse. Bis 23. Februar. Do bis So von 15 bis 18 Uhr.

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