Foto: Hessische Staatskanzlei /Thomas Lohnes

Neuer Hochschulpakt in Hessen sieht Rekordausgaben vor

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Die Hochschulen in Hessen könne sich in den kommenden fünf Jahren über Ausgaben in Höhe von 11,2 Milliardnen Euro freuen. Der neue Hochschulpakt,der gestern in Wiesbaden unterzeichnet wurde, sichert der Hochschule Fulda die Finanzierung ihrer Studienplätze und 20 neue Professuren zu.

Von unserem Redaktionsmitglied Marius Scherf

„Das ist der finanziell größte Pakt aller Zeiten“, sagte Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). Die Hochschulen im Lande können nun nicht nur mit zusätzlichen Geldern rechnen, sondern vielmehr damit, dass diese die nächsten Jahre auch verlässlich fließen. Bisher unterlagen die Hochschulen in ihrer Finanzierung schwankenden Budgets. Das neue Finanzierungsmodell fasst nun mehrere Budgets in einem sogenannten Sockelbudget zusammen, was für mehr Verlässlichkeit sorgt. „Jedes Jahr wird sich dieses Budget um vier Prozent an jeder Hochschule erhöhen. Das ist ein deutliches Steigerungsplus“, sagte die Ministerin.

Klare Zielvereinbarungen

Zudem wurden erstmals klare Zielvereinbarungen mit den Hochschulen getroffen, die in den kommenden Jahren erreicht werden sollen. Unter anderem sollen hessenweit 300 neue Professuren geschaffen werden. „Angesichts des enorm hohen Studentenaufkommens besteht in Hessen Nachholbedarf in der Betreuungsrelation zwischen Professor und Student“, sagte die Wissenschaftsministerin. Aktuell kämen auf eine Professor 72 Studenten, diese Zahl soll sich aber in den kommenden Jahren nach unten verbessern auf ein Verhältnis von 1:62.

Infrastruktur soll weiter ausgebaut werden

Allein an der Hochschule Fulda sollen laut Präsident Prof. Dr. Karim Khakzar 20 neue Professorenstellen geschaffen werden. „Damit kann die Qualität de Lehre erheblich verbessert werden“, sagte er.

Auch soll die Infrastruktur an der Hochschule weiter ausgebaut werden: „Durch das enorme Wachstum der letzten Jahre benötigen wir auf dem Campus dringend neue Flächen. Die genaue Höhe der Baumittel für Fulda steht noch nicht fest, ich bin aber zuversichtlich, dass uns der Hochschulpakt hier eine gute Perspektive geben wird“, resümierte Khakzar.

„Aus Fuldaer Sicht sind wir hochzufrieden“

Überhaupt zeigte er sich erfreut über den Hochschulpakt: „Aus Fuldaer Sicht sind wir hochzufrieden.“ Die Hochschule Fulda ist in den vergangenen zehn Jahren stärker gewachsen als alle anderen hessischen Hochschulen. 73 Prozent betrug der Zuwachs an Studenten in diesem Zeitraum. Finanziert wurde dies vor allem mit zeitlich befristeten Sondermitteln. „Der neue Pakt schafft Sicherheit in der Grundfinanzierung“, lobte Khakzar. Für Fulda bedeute dies, dass auch in Zukunft die Studienplätze der derzeit knapp 10 000 Studenten sicher finanziert sind.

Zusätzliche Mitte für Pflegewissenschaften

„Der Standort zählt zudem zu den Forschungsstärksten in ganz Hessen. „Wir erhalten erstmals die finanziellen Mittel, um dauerhaft Stellen für die Forschung einzurichten“. Gleichzeitig soll das eigenständige Promotionsrecht, das heißt das Recht, den Doktor-Titel zu vergeben, langfristig etabliert werden. „Das wertet unsere Hochschule auf und honoriert die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre“, sagte Khakzar. Damit erübrigt sich aus seiner Sicht auch die Forderung der FDP-Kreistagsfraktion nach einer Universität Fulda, weil damit der wesentliche Unterschied zur Universität hinfällig sei.

Besonders erfreulich aus Fuldaer Sicht sei aber, dass nun zusätzliche Mittel bereitstünden, um das eigene Profil in Sachen Pflegewissenschaften zu stärken.

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