Vertreterinnen und Vertreter der Bundespolizei, des Polizeipräsidiums Osthessen, des Polizeipostens Neuhof sowie der Deutschen Bahn und der Gemeinde Neuhof am Bahnhof, an dem immer wieder Schmierereien auftauchen.
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Vertreterinnen und Vertreter der Bundespolizei, des Polizeipräsidiums Osthessen, des Polizeipostens Neuhof sowie der Deutschen Bahn und der Gemeinde Neuhof am Bahnhof, an dem immer wieder Schmierereien auftauchen.

Mit Polizei und Bahn

Neuhof: Vereint gegen Vandalismus und Graffiti am Bahnhof - Gemeinde gründet Ordnungspartnerschaft

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
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Um das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger zu stärken und um Schmierereien Einhalt zu gebieten, hat die Gemeinde in Zusammenarbeit mit Bahn und Polizei eine Ordnungspartnerschaft gegründet.

Neuhof - Zu dem Gespräch waren Vertreterinnen und Vertreter der Bundespolizei, des Polizeipräsidiums Osthessen, des Polizeipostens Neuhof, der Deutschen Bahn und der Gemeinde zusammengekommen. Thema war neben der Gründung der Partnerschaft eine kriminalpräventive Zusammenarbeit.

„Wir haben uns über das Thema Sicherheit in Neuhof unterhalten. Der Fokus lag hierbei auf dem Bahnhof, der immer wieder Ziel von Graffiti, Schmierereien und Verschmutzung ist“, erläuterte Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) gegenüber der Presse. Das Erscheinungsbild des Bahnhofs vermittle Reisenden „eine mäßige Willkommenskultur“, so Stolz.

Graffiti am Bahnhof in Neuhof: Hakenkreuze und Selbstdarsteller

Der Erste Beigeordnete der Gemeinde, Franz Josef Adam (CDU), berichtete: „Die Bürger sind erschrocken über das, was sie hier am Bahnhof sehen.“ Adam berichtete, er selbst habe mehrmals Telefonnummern angerufen, die auf die Wände gesprayt worden seien. „Da hatte ich Jugendliche dran, die mir sagten: ,Was geht Sie das an, wenn ich meine Nummer an die Wand spraye?‘“ Für Adam sind die Schmierereien „die Selbstdarstellung von Leuten, die jedes Maß verloren haben“.

Wolfgang Schnell (SB Station & Service) berichtete zudem unter anderem von Hakenkreuzen, welche an die Wände geschmiert worden seien. „Solche verfassungsfeindlichen Inhalte werden von uns sofort überstrichen.“

Trotz Vandalismus: Bahnhof Neuhof ist kein Kriminalitäts-Hotspot

Uwe Völker, Leiter des Polizeipostens Neuhof, betonte: „Uns erreichen Klagen über Farbschmierereien und Vandalismus. Die Bevölkerung darf gewiss sein: Die Polizei kümmert sich um solche Probleme.“ Der Bereich am Bahnhof sei sicher. „Aber es gibt auch ein subjektives Sicherheitsgefühl. Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl geben, dass sie sicher und gut aufgehoben sind.“

Auch Ulrich Möller vom Ordnungsamt betonte: „Der Bahnhof ist kein Kriminalitäts-Hotspot“ – die Anzahl der Delikte liege pro Jahr im einstelligen Bereich. Und auch die Zahl der Delikte im Einsatzbereich der Bundespolizei liege im niedrigen zweistelligen Bereich, wie Thomas Schütz von der Bundespolizeiinspektion Kassel angab.

Schmierereien am Neuhofer Bahnhof sollen entfernt werden - Neutrale Sprayerwand eine Option

Um den Problemen Einhalt zu gebieten, ist laut Bürgermeister Stolz von den an der Partnerschaft beteiligten Institutionen eine „Taskforce“ gegründet worden. Gezielte Präventionsmaßnahmen sollen für eine grundlegende Sauberkeit am Bahnhof sorgen. Dazu sei eine Reihe von Maßnahmen beschlossen worden, unter anderem die sukzessive Entfernung der vorhandenen Schmierereien. Denkbar sei auch eine „neutrale Sprayerwand“, um sie Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung zu stellen. Ein- bis zweimal im Jahr solle die „Taskforce“ zusammenkommen und über den Sachstand und die Wirkung der Maßnahmen diskutieren.

Wie Franz Josef Adam erläuterte, sei zudem die Durchführung des Kunstprojektes in Zusammenarbeit mit der Johannes-Kepler-Schule geplant. Dabei sollen die Wandflächen mit Kunstwerken bemalt werden. Nachdem das Projekt wegen Corona vorerst auf Eis gelegt wurde, habe dies „Priorität Nummer eins“, sobald die Pandemie zu Ende sei.

Konzept soll irgendwann im gesamten Gemeindegebiet Schule machen

Die Partnerschaft soll sich allerdings nicht auf den Bahnhof beschränken, wie Ulrich Möller sagte. „Wir wollen am Bahnhof anfangen, weil die Graffitis hier am massivsten auftreten.“ Ziel sei es darüber hinaus, das gesamte Gemeindegebiet in das Konzept mit einzubeziehen, „um Angsträume zu erfassen und dann zu schauen, was wir tun können – etwa durch eine bessere Beleuchtung bestimmter Abschnitte.“

Bürgermeister Stolz bedankte sich bei allen Beteiligten für die „aktive Bereitschaft zur Zusammenarbeit“ und zeigte sich zuversichtlich, dass die vereinten Bemühungen fruchtbar sein werden.

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