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Polizei erhält nach Hakenkreuz-Vorfall in Neuhof erste Hinweise - Politik verurteilt Tat

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Von: Marcus Lotz

Im Ortskern von Neuhof hatte sich der Vorfall Ende Januar ereignet.
Im Ortskern von Neuhof waren Ende Januar ein Erwachsener und ein Kind mit einer Hakenkreuzfahne gesichtet worden. © Marcus Lotz

Nachdem Ende Januar mitten in Neuhof ein Erwachsener mit einem Kind, dem eine Hakenkreuzfahne um die Schultern hing, gesehen worden war, hatte sich die Gemeinde klar distanziert. Nun zogen auch die Fraktionen der Gemeindevertretung nach.

Neuhof - In einer von allen Fraktionen getragenen Erklärung, die der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jürgen Jordan (CDU), vor dem eigentlichen Beginn der Sitzung verlas, heißt es: „Der öffentliche Aufmarsch eines bisher noch unbekannten Mannes und eines Kindes mit einer Hakenkreuzfahne in Neuhof hat uns entsetzt und erschüttert und unsere Gemeinde in einem negativen Licht erscheinen lassen.“

Weiter hieß es: „Das Zeigen nationalsozialistischer Symbole ist in Deutschland strafbar und stellt ein verabscheuungswürdiges und nicht akzeptables Verhalten dar.“ Die Fraktionen fordern weiter „eine umgehende und konsequente strafrechtliche Verfolgung und Ahndung“.

Neuhof: Fraktionen verurteilen Hakenkreuz-Vorfall - Polizei ermittelt

Sie bekräftigen, dass sie hinter der Erklärung der Gemeinde Neuhof stehen, worin diese sich klar von dem Vorfall distanziert hatte. Zudem hatte die Gemeinde darin eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise zu der Tat ausgesetzt. Weiter heißt es in der Erklärung: „Personen, die solche Straftaten begehen, stellen eine Gefährdung unseres demokratischen Rechtsstaates und unserer Gesellschaftsordnung dar.“

Dies gelte ebenso für „jegliche Unterstützer, die zu solchen Straftaten aufrufen oder anstacheln, die dem zugrunde liegenden Gedankengut anhängen oder damit sympathisieren. Solche Personen repräsentieren nicht unsere Gemeinde. Sie sind in Neuhof nicht erwünscht.“

Die Fraktionen erklären weiterhin, dass sie „jegliche Anstiftung und Hetze“ verurteilen, „die den Nährboden für solche nicht zu duldenden Taten bereiten“. Damit verbunden ist der Aufruf an die Bevölkerung, „sich gemeinsam für ein demokratisches und offenes Neuhof, das geprägt ist von gegenseitigem Respekt und wertschätzendem Miteinander, einzusetzen, und ein positives Bild unserer Gemeinde nach außen zu tragen“.

Auf Nachfrage teilt die Polizei mit, dass zu dem Fall „einige Hinweise“ aus der Bevölkerung eingegangen sind. „Denen gehen wir aktuell nach“, erklärt Pressesprecher Dominik Möller.

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