Neujahrsansprache von Bürgermeister Stefan Schwenk am Silvesterabend

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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- Lesen Sie hier die komplette Neujahrsansprach von Hünfelds Bürgermeister im Wortlaut.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher Quell,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Gäste,

Ihnen allen ein herzliches Willkommen!! Schön, dass Sie so zahlreich gekommen sind!!

Es ist sicher eine tolle Tradition, dass sich Bürger hier am Silvesterabend vor dem Rathaus treffen, der Aufführung des Hünfelder Neujahrsliedes zuhören, um dann zusammen mit Familie, Freunden und Bekannten die Silvesternacht zu feiern. Man wünscht einander im Hünfelder Land einen „guten Beschluss“, was ja nichts anderes heißt, als dass man dankbar auf das vergangene Jahr zurückblicken kann und mit Zuversicht und Optimismus ins neue Jahr gehen will.

Wir haben in Hünfeld sicher guten Grund, mit Dankbarkeit auf dieses Jahr 2015 zurückzublicken und einen optimistischen Blick ins neue Jahr zu richten. Dankbar können wir sein, dass die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Stadt und in der Region gut vorangekommen ist. Allein in den zurückliegenden drei Jahren sind fast 700 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse hinzugekommen, so dass wir die Zahl 6.000 schon bald überschreiten können. Rechnet man die rund 1.000 Beamten, die Selbständigen, Freiberufler und die geringfügig Beschäftigten hinzu, so dürfte die Zahl derer, die in Hünfeld ein Erwerbseinkommen haben, die 8.000 bereits deutlich überschritten haben.

Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt ist die Grundlage dafür, dass Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten können, sie ist aber auch die Grundlage dafür, dass wir unsere hervorragende Infrastruktur erhalten und da, wo es notwendig ist, weiter ausbauen können.

Auch die finanzielle Situation der öffentlichen Haushalte unserer Stadt gibt uns gegenwärtig keinen Anlass, dass wir mit Sorge in die Zukunft blicken müssten.

Am 17. Dezember habe ich den Haushalt 2016 eingebracht, der trotz großer Investitionsvorhaben mit einem positiven, ordentlichen Ergebnis abschließt: Ohne neue Schulden, ohne Verpflichtungsermächtigungen und ohne Kassenkredite, die wir aufgrund unserer gesunden Liquidität nicht brauchen.

Auch ist es aus Sicht des Magistrat gelungen mit dem Haushalt ein ausgewogenes, generationengerechtes Konzept vor-zuschlagen.

Angesichts unserer finanziellen Situation besteht zwar kein Anlass für Übermut, aber wir können beruhigt und mit Zuversicht in die Zukunft sehen. Ich bin sicher, dass wir auch die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam meistern können.

Wenn das so ist, dann liegt das nicht allein an einer umsichtigen und vorausschauenden Politik in unserer Stadt, sondern auch an vielen Menschen, die dazu ihren Beitrag leisten. Seien es engagierte und leistungsbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus, in Betrieben, Behörden und Einrichtungen, seien es weitblickende Unternehmerpersönlichkeiten oder auch die ungezählten Menschen, die sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen engagieren. Sie alle haben Anteil daran, dass wir hoffnungsvoll und zuversichtlich in das neue Jahr 2016 gehen können.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass der Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern manche Menschen in unserer Stadt auch mit Sorgen erfüllt. Auf keinen Fall dürfen diese Ängste und Sorgen der Menschen außer Acht gelassen werden. Wir sollten uns aber daran erinnern, dass vor 20 Jahren in unserer Stadt noch weitaus mehr Menschen Zuflucht vor Krieg und Not gesucht hatten. Die Hünfelder haben damals diese große Herausforderung gemeistert und ich habe keinen Anlass zu zweifeln, dass uns das nicht gemeinsam wieder gelingen wird. Hünfeld ist eine weltoffene und gastfreundliche Stadt und wird es bleiben, wenn es uns gelingt, dass Menschen aufeinander zugehen und Brücken bauen, die auch kulturelle Unterschiede überwinden helfen. Um Schutzsuchenden und Bedürftigen helfen zu können und sie angemessen und zeitnah zu integrieren, können wir aber auch nur diejenigen aufnehmen, die einen be-gründeten Anspruch haben. Hauptziel der Politik auf Bundes- und Europaebene muss es daher sein, die Fluchtursachen zu beseitigen.

Seit 21 Monaten stehe ich jetzt als Ihr Bürgermeister in der Verantwortung. Es ist eine zeitintensive fordernde Aufgabe, es ist täglich eine große Herausforderung. Ich habe allen Grund, auch dankbar zu sein den vielen Menschen, die mir in dieser Zeit konstruktiv und wohlwollend begegnet sind. Sie haben mir vieles erleichtert, und sie haben großen Anteil daran, dass wir auch 2015 wieder viele Schritte vorangekommen sind.

Besonders hat mich auch gefreut, dass die Hünfelder unseren neuen Adventsmarkt so gut angenommen haben.

Wenn es um Hünfelder Interessen geht, das habe ich in den 14 Jahren gelernt, die ich jetzt hier lebe, dann stehen Menschen in unserer Stadt zusammen, das gilt gleichermaßen für diejenigen, die schon immer hier gelebt haben, wie für die Neubürger, die fünf, zehn oder wie ich 14 Jahre hier leben. Gesunder Lokalpatriotismus kann auch was tolles sein.

Deshalb ist es mein besonderer Wunsch für 2016, dass uns dieses gute Miteinander auch weiterhin gelingen möge.

Im Namen unseres Stadtverordnetenvorstehers Berthold Quell und im Namen meiner Kollegin und meiner Kollegen im Magistrat, allen voran unserem Ersten Stadtrat Theo Flügel, wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Angehörigen einen „guten Beschluss“ und für das neue Jahr uns allen Glück, Zufriedenheit, Gesundheit und Frieden. Möge Gottes Segen auf unserer Stadt ruhen.

Ich verbinde dies mit einem ganz herzlichen Dank an die fast 100 Sängerinnen und Sänger vom Kirchenchor St. Jakobus, vom Ökumenischen Singkreis und vom Männergesangverein Hünfeld sowie den Musikern der Stadtkapelle Hünfeld, die uns unter der Gesamtleitung von Regionalkantor Christopher Löbens wieder viel Freude machen.

Hervorheben will ich auch die Mitglieder der Hünfelder Feuerwehr, die uns heute Abend mit Getränken versorgen. Den Feuerwehrkameraden noch mal ein ganz besonderes Dankeschön, denn sie hatten 2015 ein Jahr mit besonders vielen Einsätzen zu bestehen, darunter einige menschlich belastende oder mit langen Einsatzzeiten. Sie stehen beispielhaft dafür, wenn’s schwierig wird, stehen die Hünfelder zusammen.

Uns allen – liebe Mitbürgerinnen und Mitbürgern, meine Damen und Herren - Glückauf für das neue Jahr 2016.

Viele Dank!!

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