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Neujahrsempfang der Gemeinde Dipperz: Zukunftsweisende Projekte geplant

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Dipperz - Rückblicke auf das vergangene und ein Blick in das Jahr 2020 sowie das Referat von Rainer Sippel, dem Geschäftsführer von antonius – Netzwerk Mensch, zum Thema „Zusammenhalt und Inklusion in unserer Gesellschaft“ standen im Mittelpunkt des 8. Dipperzer Neujahrsempfanges.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Mark Henkel (CDU), und Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos) begrüßten dazu mehr als 200 Gäste und beleuchteten in unterschiedlichen Reden das vergangene und das neue Jahr 2020. „Schwierige Entscheidungen“ seien getroffen worden, „einige sind auch kontrovers diskutiert worden“, stellte Henkel fest.

Geplatzt und verzögert

Vogler sagte, er habe sich 2019 anders vorgestellt. Manche Projekte seien geplatzt, er nannte das geplante Café in der Fuldaer Straße, andere hätten sich verzögert, wie der Kindergartenbau oder die endgültige Fertigstellung des Rückbaus der einstigen Bundesstraße. An einigen Stellen müsse das Pflaster noch ausgewechselt werden. Sobald dies geschehen sei, soll das versprochene Straßenfest stattfinden. Er habe keinen oder nur geringen Einfluss auf diese Entscheidungen gehabt.

Großes Thema

Was wurde angestoßen und was umgesetzt? Ein großes Thema ist der Bau des Kindergartens als Mehrgenerationenprojekt am Kreisel. Nachdem die letzten Verhandlungen mit Grundstückseigentümern positiv verlaufen seien, stehe einer Beurkundung der Verträge in den nächsten Tagen und damit dem Start des Projektes nichts mehr im Wege, sagten Vogler und Henkel.

Renaturierung der Wanne

Die beiden nannten als weitere Projekte die Renaturierung der Wanne. Das sei notwendig aus Gründen des Hochwasserschutzes und werde zu 90 Prozent bezuschusst. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden Petersberg, Hofbieber und Künzell sollen mehrere Rückhaltebecken entstehen, um Dipperz bei Starkregen zu schützen. Das benötige Zeit. Vogler sagte, in vier bis fünf Jahren könnte dies umgesetzt werden. Radwege sollen zwischen Dipperz und Petersberg, zwischen Armenhof und Margretenhaun sowie Armenhof und Dipperz gebaut werden, ein Fußgängerüberweg in der Langenbieberstraße ist geplant, der Anbau an das Bürgerhaus Armenhof sowie Sanierungen des Bürgerhauses Dipperz sollen realisiert werden.

Veränderung der Anerkennung

Dies seien Bausteine, um Dipperz als Wohn- und Gewerbestandort zu stärken (Vogler) und die Gemeinde weiter zu entwickeln (Henkel).

Rainer Sippel beleuchtet in seiner Rede die Entwicklung der antonius-Stiftung vom Antoniusheim bis zum aktuellen antonius – Netzwerk Mensch. Die rund 120 Jahre zeigten, wie sich die Anerkennung der Menschen mit Handycap in der Gesellschaft verändert hätten. Schon in den Anfängen unter Gründin Maria Rang habe nicht nur die „Aufbewahrung“ eine Rolle gespielt, sondern man habe versucht den Menschen durch Arbeitsmöglichkeiten und durch Unterricht Selbstwertgefühl zu geben. Nachfolgerin Frifa Ferrari habe dies fortgesetzt. Schlimm sei die Kriegszeit gewesen, als die Nazis viele der Bewohner, die als „minderwertig“ galten, deportiert und getötet hätten.

Neue Projekte

Eine Neuausrichtung gab es nach der Veruntreuung von Geldern durch den damaligen Geschäftsführer. In den 90er Jahren und danach wurde das Ziel ausgegeben Brücken in die Gesellschaft zu bauen, um die Inklusion mit Leben zu füllen. Sippel nannte neue Projekte wie das Kinderhaus, die Gründung der Startbahn und von Perspektiva, die die Möglichkeit eröffneten, Arbeitsplätze anzubieten. Erfolgreich seien die Projekte Leben und Arbeiten in Poppenhausen und in Eichenzell.

Mittlerweile habe sich viel getan. Kinder mit Handycap könnten Kitas besuchen, Schulen und Arbeitswelt öffneten sich, sagte Sippel. „Das sind Chancen. Lassen sie sich anstecken“, sagte er in Richtung der 200 Gäste. „Inklusion stärkt den Zusammenhalt in der Gemeinde.“

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