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Neujahrsempfang der Gemeinde Poppenhausen: Kritik an Verrohung der Sitten

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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POPPENHAUSEN - Kritik an der mangelnden finanziellen Ausstattung der ländlichen Kommunen seitens des Bundes und des Landes, aber gleichzeitig auch eine Zufriedenheit mit der eigenen guten Situation kennzeichneten die Reden beim 20. Neujahrsempfang der Gemeinde Poppenhausen.

Mehr als 200 Vertreter des öffentlichen Lebens waren ins Von-Steinrück-Haus gekommen. Viele erinnerten sich noch an die Festrede von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, der nur fünf Monate später erschossen wurde. Diese Tat griff Bürgermeister Manfred Helfrich in seiner rede auf, als er die um sich greifende Respektlosigkeit, den Werteverfall und die mangelnde Wertschätzung kritisierte. „Mit den feigen Mord fand diese Entwicklung einen Höhepunkt“, sagte Helfrich.

Mangelnde finanzielle Ausstattung

Er bemängelte in seiner Grundsatzrede die mangelnde finanzielle Ausstattung der ländlichen Kommunen. Der Bürgermeister machte dies am Beispiel der Kinderbetreuung deutlich, die den Kommunen im Vergleich zum Vorjahr doppelt so hohe Kosten verursachten. Das untergrabe die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden, kritisierte er.

„Die vielen Jahre der Anstrengung tragen Früchte“

„Bei all unseren Bemühungen um die Weiterentwicklung unserer schönen Gemeinde verfolgen wir das Ziel, dass es sich hier, jetzt und in Zukunft gut leben lässt! Die vielen Jahre der Anstrengung tragen Früchte: Der Wohn- und Lebensplatz Poppenhausen ist nachgefragt. Wir haben hier keinen Leerstand, die Nachfrage von Wohnungen kann nicht befriedigt werden, es gibt keinen nennenswerten Sanierungs- und Investitionsstau. Die Nachfrage nach Bauland ist ungebrochen, Immobilienangebote gehen meist unter der Hand weg, sagte Helfrich.

Pläne für 2020

Für das Jahr 2020 kündigte der Bürgermeister die Fertigstellung der Freifläche an der Kita RhönKinderhaus an, die Inbetriebnahme des öffentlichen Spielplatzes, die Unterstützung der Gemeinde für den Umbau und die Sanierung des katholischen Kindergartens, den Neubau der Kläranlage, die Fortführung der Verhandlungen für die Nutzung der Steinwiesen, die Sanierung des Freibades und die Erneuerung des Zeltplatzes Struth sowie die Bauleitplanung für das Gebiet Maulkuppenstraße II.

Besinnlich und amüsant

Ein Höhepunkt des Neujahrsempfanges waren die besinnlichen und amüsanten Beiträge von Eberhard Lauer, dem ehemaligen Hofbieberer Bürgermeister unter dem Motto „Bo ess heimat“. „Rhöner Platt ist ein wertvolles Kulturgut, das erhalten werden sollte“, sagte Helfrich. Eberhard Lauer gehöre zu den Menschen, die sich dafür einsetzen und die Mundart pflegen. Das tut er in so origineller Weise, das seine Beiträge mit großem Applaus belohnt wurden. Er erzählt über den Zauber, der über seinen Lieblingsorten wie der Milseburg liegt, den Erinnerungen an die Kindheit und Jugend, an die Bräuche und die originellen Menschen. „Heimat ist mehr als ein Gefühl – es ist tief in der Seele verwurzelt“, stellte er fest. / ic

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