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„Niederlage für die Menschlichkeit“: Brand betrachtet Sterbehilfe-Urteil als „gefährlich“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Berlin - Nachdem das Verfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt hat, hat der Fuldaer CDU-Bundestagsabgeordnete angekündigt, das Urteil in seinen Details zu prüfen und zu „sehen, welche Möglichkeiten zum Schutz von Menschen unter Druck noch möglich sind“.

Brand verfolgte nach eigenen Angaben als einer der Initiatoren des Gesetzes, das der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit im Jahr 2015 beschlossen hat, die Urteilsverkündung in Karlsruhe.

Zu dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts schreibt er: „Dieses Urteil wird für viele Menschen, die mit Blick auf Selbsttötung unter großem Druck stehen, eine sehr gefährliche, teils tödliche Wirkung haben. Es ist empirisch nachgewiesen, dass geschäftsmäßige Angebote zu mehr Suiziden führen, über die sehr kleine Zahl derer hinaus, die dies in voller Selbstbestimmung tun.

Diese Nebenwirkung auf die vielen Menschen unter Druck bei dem Urteil billigend in Kauf zu nehmen, bedeutet eine neue und sehr beunruhigende Qualität. Ich halte das für falsch und gefährlich.

Wir werden das Urteil jetzt genau daraufhin untersuchen, welche Möglichkeiten noch bestehen, Gefährdete und auch deren Selbstbestimmung tatsächlich zu schützen.

Diese Menschen in Not, ob alt, schwach oder verzweifelt, sind eben nicht in Talkshows zu sehen, sie haben keine lautstarke Lobby und sie haben ganz offenbar bei diesem Urteil keine große Rolle gespielt.

Die Menschlichkeit in unserem Land hat heute eine schwere Niederlage erlitten.“

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