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In Nordrhein-Westfalen dürfen Möbelhäuser ab Montag öffnen, in Hessen nicht

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kreis Fulda - Inhaber und Mitarbeiter von osthessischen Möbelhäusern sind sauer: Während Möbelhäuser in Nordrhein-Westfalen und auch Autohäuser in Hessen ab Montag unabhängig von ihrer Fläche öffnen dürfen, bleiben die Möbelhäuser in Hessen vorerst geschlossen.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Die Bundesländer und die Bundesregierung haben sich am Mittwoch geeinigt, die Beschränkungen für den Einzelhandel zu lockern. Öffnen dürfen grundsätzlich alle Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern. Dies gilt auch „unabhängig von der Verkaufsfläche“ für Auto- und Fahrradhändler sowie Buchhandlungen. Anders als andere Bundesländer wird Nordrhein-Westfalen ab Montag Möbelhäuser wieder öffnen.

„Wir haben ein klares nordrhein-westfälisches Interesse“

„Es ist ganz eindeutig so, dass wir in Nordrhein-Westfalen in der Frage der Einrichtungshäuser entschieden haben, dass wir sie aufmachen“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Wir haben ein klares nordrhein-westfälisches Interesse“, sagte Laumann. Rund 35.000 Arbeitnehmer in dem Bundesland arbeiteten in der Möbelindustrie.

Über 60 Prozent aller Küchen in Deutschland würden in Westfalen produziert. Wenn größere Autohäuser unter den Bedingungen des Infektionsschutzes wieder öffnen könnten, sei das auch bei Einrichtungshäusern möglich, sagte der Minister.

Hessen und andere Bundesländer sehen das anders

Hessen und die anderen Bundesländer sehen das anders. Hier bleiben die Möbelhäuser über 800 Quadratmeter geschlossen. Das betrifft auch die Möbelhäuser in der Region wie XXXLutz Buhl und Opti-Wohnwelt in Fulda, den Möbel-Punkt in Thalau oder Möbel Wirth in Hünfeld.

„Sachlich nicht gerechtfertigt“

„Das ist nicht in Ordnung und sachlich nicht gerechtigfertigt“, sagt Josef Wirth, Inhaber von Möbel Wirth in Hünfeld. „Auf unseren großen Flächen kommen Kunden überhaupt nicht in Kontakt. An einem normalen Tag kommen zehn bis zwölf Kunden als Paar oder einzeln. Sie verlieren sich auf 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche“, sagt Wirth.

Schon vor der Schließung hätten sich die Kunden die Hände desinfiziert und hätten auf Abstände geachtet. Wirth sagt, er habe überlegt, im Haupthaus nur das 500 Quadratmeter große Küchenstudio zu öffnen, aber das habe das Ordnungsamt der Stadt Hünfeld abgelehnt.

Kleiner Trost für Wirth: Öffnen wird ab Montag das Geschäft „Küche aktiv“ in der Hersfelder Straße in Hünfeld, das mit 360 Quadratmetern zu den Läden gehört, die öffnen dürfen.

Kleiner Lichtblick

Dass das 550 Quadratmeter große Küchenstudio „Küchenprofi“ in der Johannisstraße in Fulda ab Montag wieder öffnen darf, ist der kleine Lichtblick für das Möbelhaus Möbel-Punkt Thalau. Das Haupthaus mit seinen 5500 Quadratmetern hingegen muss weiter geschlossen bleiben.

„Dass wir in Thalau geschlossen halten müssen, können wir nicht verstehen. Wir sind ein ländliches Möbelhaus mit viel Fläche, in dem Kunden genug Abstand voneinander halten können“, sagt Laura Dandik, Vertriebsleiterin beim Möbel-Punkt.

Telefon steht nicht still

Auch in Thalau habe man überlegt, Teile des Möbelhauses mit Flächen unter 800 Quadratmetern zu öffnen, aber das lasse die Verordnung des Landes vermutlich nicht zu, berichtet die Juniorchefin. „Seit Donnerstagmorgen steht bei uns das Telefon nicht still. Kunden wollen wissen, wann wir wieder öffnen. Es ist schade, dass wir sie noch vertrösten müssen, aber es ist ein gutes Gefühl, dass viele, viele Kunden den regionalen Möbelhäusern treu bleiben und warten, bis wir wieder öffnen“, sagt Dandik.

Größere Möbelhäuser sollen bei nächster Lockerung dabei sein

Aus der hessischen Landesregierung war gestern zu hören, dass die großen Möbelhäuser bei der nächsten Runde der Lockerungen in Hessen dabei sein sollen. Das Landeskabinett will bei den Freigaben im Zwei-Wochen-Rhythmus vorgehen. Damit dürfen die Möbelhäuser davon ausgehen, dass sie in zwei Wochen, also am 4. Mai, wieder öffnen dürfen – vorausgesetzt, die günstige Entwicklung der Corona-Fallzahlen hält an.

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