OBCC-Geschäftsführer Walter Lorz. / Foto: privat

OBCC Classroom ist für den Innovationspreis Nova nominiert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Der Nova-Award ist einer der renommiertesten deutschen Medien- und Innovationspreise. Dieses Jahr gehört eine Entwicklung aus Fulda zu den preiswürdigen Projekten: OBCC Classroom, eine digitale Lernplattform aus dem Haus der Parzeller-Gruppe.

Die Jury des Nova Innovation Awards der deutschen Zeitungen hat neun aus fast 50 Einreichungen als preiswürdig nominiert – darunter auch OBCC Classroom in der Kategorie „Neue Geschäftsfelder“. Die Auszeichnung wird vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Kooperation mit der Unternehmensberatung Schickler ausgeschrieben. Über die Preisträger entscheidet die Jury am 24. September beim BDZV-Zeitungskongress in Berlin. Im Interview erklärt OBCC-Geschäftsführer Walter Lorz die Besonderheiten der OBCC-Entwicklung aus Fulda.

Wie funktioniert und was bietet OBCC Classroom technisch?

OBCC Classroom besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: einer Kiosklösung, einer umfangreichen Toolbox und einer Arbeitsplattform (digitaler Schreibtisch). Über den Kiosk können wir alle gängigen Artikelformate, von PDF bis XML, importieren und für den digitalen Schreibtisch der Schüler und Auszubildenden und anderen Lernenden zur Verfügung stellen. Mit den Werkzeugen aus der Toolbox können die Inhalte aus Tageszeitungen, Magazinen, Fachzeitschriften und anderen Publikationen mit Fotos, Videos (z.B. aus YouTube), Grafiken und Audiofiles angereichert werden. So wird es den Lehrkräften ermöglicht, das Unterrichtsmaterial auf einfachste Weise multimedial zu gestalten.

Und was fangen die Schüler damit an?

Für den Lernenden bietet sich auf der Arbeitsplattform die Möglichkeit, Artikel zu kopieren, kuratieren, kommentieren und analysieren. Und das muss er nicht alleine tun. So ist OBCC Classroom ein erster großer Schritt hin zu individualisiertem Unterricht. Mittels Viewer sieht der Lehrer jederzeit, wie der Stand der Arbeit des Schülers ist. Über die Chat-Funktion kann er diesen direkt via Tablet ansprechen. Noch wichtiger ist für viele Pädagogen, dass die Schüler über unsere Plattform kollaborativ arbeiten können. Eine virtuelle Zusammenarbeit, die sich über den Campus hinaus erstrecken kann. Von Zuhause, von unterwegs, von überall. Einen besonderen Stellenwert nimmt das Modul „Flow“ ein, mit dem die Lernenden auf einfache Weise beeindruckende Multimediareportagen oder z.B. Dokumentationen von Versuchsaufbauten erstellen können. Ein Tool für den Videoschnitt rundet das Portfolio ab.

Welches sind die Schlüsselfaktoren von OBCC Classroom?

Mit OBCC Classroom schaffen wir auf der einen Seite sukzessive die erste große Bildungs-Community für digitalen, kollaborativen und interaktiven Unterricht an Schulen, Institutionen und in Unternehmen. Über unsere Plattform ist es möglich, dass Schüler und Auszubildende über Ländergrenzen hinweg problemlos an gemeinsamen Projekten arbeiten können. Womit die Plattform auch auf internationaler Ebene skalieren kann. Auf der anderen Seite entsteht so ein völlig neues Öko-System für bildungsrelevante Inhalte. Über diesen Weg wird es für Publisher möglich, eine Zielgruppe zu erreichen, die in den meisten Fällen längst verloren schien. Was die zukünftigen technischen Schlüsselfaktoren anbelangt, so setzen wir auf die Distributed-Ledger-Technology, explizit die Blockchain. Die Anwendungsfälle sind bereits definiert und reichen von der Self-Soverign-Identity (SSI) bis hin zum Lizenz-Management.

Während die jungen Nutzer mit Sicherheit problemlos und ohne Scheu mit der digitalen Lernplattform umgehen, stellt sich die Frage, wie ist die Akzeptanz der Funktionsträger mit der Plattform?

Von Akzeptanz-Problemen will ich gar nicht sprechen, es geht vielmehr um Berührungsängste, Vorurteile und grundlegenden Fehleinschätzungen an vielen Stellen. Zum einen ist es vor allem im schulischen Umfeld wichtig klarzustellen, dass OBCC Classroom den analogen Unterricht keinesfalls ersetzen will. Das wäre auch Unsinn. Wir bedienen das Konzept des blended learning, also der Kombination aus beiden Welten. Die im Übrigen sehr gut zusammenpassen.

Sind die Pädagogen schon bereit für den digitalen Unterricht?

Ich möchte nicht verhehlen, dass so mancher Schulleiter, aber auch Mitarbeiter in Schulämtern und Ministerien absolut inkompatibel zum Thema digitale Bildung sind. Und damit bilden sie das genaue Gegenteil ihrer Schüler ab, die in unseren Feldtests unglaublich kreativ mit den Möglichkeiten von OBCC Classroom umgegangen sind. Für die Zukunft der Bildung wird entscheidend sein, dass sich von den Schulen bis in die Ministerien Mitarbeiter finden, die das Thema Digitalisierung antreiben. Auf der anderen Seite gilt es Fakten zu schaffen, z.B über Modellschulen, in denen die digitale Bildung auf Grundlage pädagogischer Konzepte einen festen Platz im Alltag findet. Diesbezügliche Gespräche haben wir für zwei Standorte bereits aufgenommen.

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