Analyse nach der Wahl

Oberbürgermeisterwahl in Fulda: Heiko Wingenfeld vor allem in den Stadtteilen stark - „Ergebnis ist Ansporn“

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Nach der Oberbürgermeisterwahl beginnt die Analyse der Ergebnisse. Während der wiedergewählte Amtsinhaber Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) seine Dankbarkeit ausdrückt, betrachtet sein Gegenkandidat Jonathan Wulff (SPD) die Zahlen mit gemischten Gefühlen.

Fulda - Die meisten Stimmen holte der wiedergewählte Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld im Fuldatal: In Lüdermünd knackte Wingenfeld sogar die 80-Prozent-Marke, in Kämmerzell erreichte er sie beinahe. Überhaupt waren es insbesondere die Stadtteile, in denen er am stärksten war. Im Vergleich zu 2015, als er zum ersten Mal zum Oberbürgermeister von Fulda gewählt wurde, gewann er diesmal bei den absoluten Stimmen sogar noch hinzu. Deren Zahl kletterte von damals 10.900 auf nun rund 14.800.

Während Jonathan Wulff im Fuldatal etwa kaum eine Chance hatte, war für den Herausforderer die Kernstadt ein besseres Pflaster: Hier liegen alle 7 der insgesamt 101 Stimmbezirke, in denen Wulff die Mehrheit holte. Mehr als 64 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die im Parkhotel Kolpinghaus an die Urne gingen, setzten ihr Kreuz beim SPD-Kandidaten. In der Richard-Müller-Schule waren es noch fast 62 Prozent. Im Gesamtergebnis ist Heiko Wingenfeld mit 64,7 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden, Jonathan Wulff erreichte 35,3 Prozent.

Oberbürgermeisterwahl in Fulda: Wingenfeld in den Stadtteilen stark, Wulff in der Kernstadt

Keine Zahlen gab es aus den Stadtteilen Rodges, Besges und Malkes: Weil hier weniger als 50 Bürgerinnen oder Bürger an die Urne gegangen waren, wurden diese Stimmen infolge einer neuen Regelung in Haimbach beziehungsweise in Mittelrode und Oberrode ausgezählt. In vielen Wahllokalen wie etwa im Landratsamt gab es eine große Zahl ungültiger Stimmabgaben: Hier mochten die Wählerinnen und Wähler offenbar keinem der aufgestellten Kandidaten ihr Kreuz schenken.

„Auch mit einem Tag Abstand erfüllt mich das Ergebnis mit Dankbarkeit und Demut“, sagte Wingenfeld am Montag. „Es ist ein Ansporn, weiter mit voller Kraft für Fulda zu arbeiten.“ Mit dem Ergebnis sei er sehr zufrieden. „In den vergangenen Tagen und Wochen hatte ich die Sorge, dass sich der Maskenskandal in der CDU auf Bundesebene und der verbreitete Unmut über die Pandemiesituation negativ auswirken könnten.“

Nach der Oberbürgermeisterwahl: Heiko Wingenfeld (CDU) und Jonathan Wulff (SPD) ziehen Bilanz.

Dass er mehr Stimmen erhalten habe als 2015, sei ein Signal, das ihn ermutige. Dass er gerade in Lüdermünd und Kämmerzell die meisten Stimmen einfuhr, ist für Wingenfeld keine Überraschung: „In den vergangenen Jahren konnte ich wahrnehmen, dass die Bürgerinnen und Bürger die Lebensqualität im Fuldatal sehr zu schätzen wissen – für diese Lebensqualität haben meine Vorgänger und ich uns immer eingesetzt.“

Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld: Ergebnis erfüllt mich mit Dankbarkeit und Demut

Ambivalent fiel die Analyse von Jonathan Wulff aus. Man könne die Zahlen aus zwei Perspektiven betrachten, erklärte er: „Wenn man frühere Wahlen mit SPD-Beteiligung betrachtet, ist das ein gutes Ergebnis. Andererseits kann man nicht zufrieden sein, wenn man zu einer Wahl antritt und nur 35 Prozent erhält.“ Allerdings sei die Ausgangslage bei nüchterner Betrachtung eindeutig gewesen. Trotz der Maskenaffäre bei der Union und einem „katastrophalen Management ihrer Minister“ sei die CDU in Fulda sehr gut aufgestellt, so Wulff.

Auch wenn er nicht unbedingt damit gerechnet habe, OB zu werden, habe er andere Ziele mit seiner Kandidatur erfüllen können: „Dadurch, dass es einen Gegenkandidaten gibt, zwingt man den Amtsinhaber, auf bestimmte Themenschwerpunkte zu reagieren.“ Dadurch sei es gelungen, auch das Programm der SPD bekannter zu machen.

Nach der Oberbürgermeisterwahl: Wulff lässt seine Pläne für die Kommunalpolitik noch offen

Wie geht es für ihn nun weiter, und will Wulff Fraktionsvorsitzender der SPD bleiben? Ihm mache die Arbeit in der Fraktion Spaß, sie fordere aber auch Zeit und Engagement – daher wolle er nur dann Vorsitzender bleiben, wenn dies auch die anderen Mitglieder wünschten. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Fulda: Alle Bezirke ausgezählt - Koalition verliert Mehrheit, Grüne zweitstärkste Kraft)

Sowohl Wulff als auch Wingenfeld ließen den Sonntagabend ruhig ausklingen. Beide tauschten sich bei einem Glas Rotwein im Stadtschloss über den Wahlkampf und die weiteren Perspektiven in der Stadtpolitik aus. Danach verbrachten beide den weiteren Abend mit ihren Familien.

Glückwünsche kamen von der Fuldaer CDU. Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann sprach von einem „überzeugenden Ergebnis“ für Wingenfeld. Er sei die richtige Person an der Spitze der Verwaltung, um den großen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft in Fulda wirksam zu begegnen.

Rubriklistenbild: © Ralph Leupolt

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