Frau an Dating-App
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Die Coronakrise bringt viele Veränderungen mit sich - auch beim Thema Dating.

Tinder im Aufwind

Partnersuche gestaltet sich wegen Covid-19 aktuell offline wie online schwierig

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
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Kontakte meiden, Sicherheitsabstand halten und wenn möglich zu Hause bleiben – die Corona-Krise bringt viele Veränderungen mit sich. Das betrifft auch Alleinstehende, die auf der Suche nach einem neuen Partner sind. 

  • Eine Partnervermittlung in Fulda setzt derzeit wegen der Corona-Krise aus.
  • Tinder erfährt währenddessen einen Aufwind.
  • Dates finden insgesamt aber vermehrt online statt.

Region - Seit 1978 betreibt Bettina Köhler eine Partnervermittlung in Fulda. Den Betrieb einstellen musste sie zuvor noch nicht. Dies hat sich seit Beginn des Kontaktverbots allerdings geändert: „Wenn bereits registrierte Kunden Kontakt zu anderen suchen, komme ich diesem Wunsch nach. Ansonsten setze ich die Vermittlung aktuell aber aus“, erklärt Köhler. 

Die Umstände rund um Corona bezeichnet die Partnervermittlerin als eine Zwickmühle, da sich viele Alleinstehende durch das Kontaktverbot noch mehr nach einem Partner sehnen. „Die meisten aber haben Verständnis für die herrschende Situation und setzen den Vertrag während der Kontaktsperre aus“, sagt Köhler. 

Partnersuche gestaltet sich in Corona-Krise schwierig

Dass das Finden eines neuen Partners in der Corona-Krise unmöglich ist, verneint Köhler indes: „Ich rate den Suchenden von dem persönlichen Kontakt ab, aber telefonisch in Verbindung zu treten kann gerade jetzt gut tun und eine innige Bindung aufbauen“, informiert die erfahrene Partnervermittlerin

Bei der Partnersuche setzt Köhler allerdings auf die Vernunft eines jeden Einzelnen: „Wenn Unerschrockene jetzt Kontakt aufbauen möchten, können sie das gerne machen. Bei einem Treffen sollte allerdings auf den Sicherheitsabstand geachtet werden“, erläutert Köhler und könnte sich einen Spaziergang im Freien vorstellen. Auch sei das Skypen eine gute Möglichkeit, sich kennenzulernen.

Keine Neuanmeldungen seit Kontaktsperre

Neuanmeldungen gab es seit der Kontaktsperre bei der Partnervermittlung Bettina nicht. Anders sieht es bei Datingplatformen im Internet aus. Tinder ist die meist genutzte Dating-App in Deutschland, und die Anzahl täglicher Nachrichten in der Tinder-App sind um bis zu 25 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung. 

Wer in Zeiten des Coronavirus online nach Liebe sucht, sollte sich nicht nur dafür laut Tinder die Hände waschen. Die App spielt Nutzern derzeit einen Hygiene-Hinweis aus. Man solle sich nicht ins Gesicht fassen, Handdesinfektionsmittel dabei haben und sich in der Öffentlichkeit vor Menschenmassen fernhalten. „Wir weisen aktiv darauf hin, dass neue Kontakte vorerst digital bleiben sollen. An den meisten Orten auf der Welt ist es Zeit, zu Hause zu bleiben“, betont eine Sprecherin. Zu einer Verabredung solle es demnach erst nach den Kontaktbeschränkungen kommen.

Verändertes Verhalten bei Nutzung der App

Dies führte zu einem veränderten Verhalten bezüglich der Nutzung der App. So habe sich die durchschnittliche Kontaktdauer um 10 bis 30 Prozent erhöht. „Die beliebtesten Begriffe in der Tinder-Biografie der Mitglieder sind „stay home“ (bleibe daheim), „be safe“ (sei vorsichtig) und „social distancing“ (soziale Distanz)“, heißt es weiter. Den Aufruf der App, neue Kontakte vorerst digital zu knüpfen, kommen demnach die meisten Nutzer nach.  

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