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Online-Perle in der Krise (1) „Für die Menschlichkeit“ – Fuldaer starten Hilfsgruppe über Facebook

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Seit das Coronavirus den Landkreis Fulda erreicht hat machen sich Unsicherheit und auch Angst in der Region breit. Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit der veränderten Situation umgehen sollen. Die Facebook-Gruppe „Fulda hilft sich! Gegen Corona“ will in diesen Zeiten unterstützen. Auch im Vogelsberg und in Schlitz sind ähnliche Gruppen entstanden.

„Deshalb ist es uns wichtig, nicht nur zum Organisieren von Einkäufen da zu sein, sondern auch ein offenes Ohr für Probleme zu haben. Unser Hauptziel ist die Menschlichkeit. Wir wollen erreichen, dass wir zueinander stehen und nicht gegeneinander arbeiten“, fasst Trägler zusammen. Und dazu, da sind sich Damas und er einig, soll auch weiter daran gearbeitet werden, damit die Gruppe auch noch nach Überwindung des Virus weiter bestehen bleibt.

Arbeit der Fuldaer Tafel wird teilweise übernommen

Vorerst soll die Gruppe aber weiter wachsen, mehr Unterstützer gewinnen und auf aktuelle Ereignisse reagieren – wie beispielsweise die am Freitag anstehende vorübergehende Schließung der Fuldaer Tafel. In einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Fuldaer Tafel, Dr. Richard Hartmann, habe man sich darauf geeinigt, ab Freitag die Arbeit der Tafel teilweise zu übernehmen, heißt es von Trägler.

„Wir werden die Lebensmittel, die am Freitag übrig sind, von der Tafel übernehmen und checken, in welchen Stadtteilen noch Essen benötigt wird“, erklärt Trägler. Menschen, die vorher den Dienst der Tafel in Anspruch genommen haben, können sich in nächster Zeit bei ihm oder über Facebook melden und die Lebensmittel, die sie sonst bei der Tafel abgeholt haben, nennen. „Wir werden dann versuchen, über die Gruppe jemanden zu finden, der diesen Einkauf tätigt und das Essen ausfährt“, so der 48-Jährige.

Wer Unterstützung benötigt oder seine Hilfe anbieten möchte, kann dies auf der Facebook-Seite der Gruppe ganz einfach mit einem Beitrag tun. Menschen, die nicht auf Facebook vertreten sind, haben über die Nummer (0152) 05688818 die Möglichkeit, Trägler zu kontaktieren. „Wir sind über diese Nummer per WhatsApp erreichbar, können aber auch telefonieren“, so der 48-Jährige.

Gruppe im Vogelsberg gegründet

Yvonne Lietzmann aus Lauterbach ist die Initiatorin von „Corona – Hilfe im Vogelsberg“ und wollte nach der Gründung von Gruppen für ganz Hessen und auch Fulda auch den Menschen aus dem Vogelsberg eine Plattform bieten, auf der man sich austauschen, Hilfe anbieten aber auch erfragen kann.

„Aktuell haben wir noch wenige Anfragen in der Gruppe, aber ich denke für viele Menschen ist es beruhigend einen Anlaufpunkt zu haben, falls sich die Situation in den nächsten Wochen verschlimmern sollte“, so Lietzmann. Aktuell zählt die am Sonntag gegründete Gruppe 540 Mitglieder und bietet den Mitgliedern über eine Umfrageoption die Möglichkeit einzutragen, in welcher Gemeinde oder Ortsteil man zum Helfen bereit wäre.

„Einen Fahrservice oder ähnliches können wir nicht anbieten, aber ältere Menschen, oder solche, die gefährdet sind, können für ihren Ort direkt nachschauen, wer sich in die Liste eingetragen hat und bei der Person per Direktnachricht anfragen, ob diese ihnen helfen kann“, so Lietzmann, welche die Gruppe zusammen mit ihrer Freundin Marion Dahmer betreut.

Für Schlitz gibt es ebenfalls eine Gruppe

Die Gründung von „Fulda hilft sich! Gegen Corona“ nahm Victoria Nitzsche aus Nieder-Stoll zum Anlass für Schlitz ebenfalls eine Facebook-Gruppe zu erstellen. „Die Bereitschaft hier mitzuhelfen ist enorm“, erklärt die Fotografin. Bereits 300 Mitglieder hat die Gruppe „Schlitz und Schlitzerland hilft sich gemeinsam gegen das Coronavirus“ zu verzeichnen.

Um die Aktionen besser zu koordinieren, hat man sich mit dem Verein Wir-in-Schlitz zusammengetan, dessen Ansprechpartnerin ist Erika Wunsch unter der Nummer (06642) 5138 ist. Geholfen werden soll vor allem Menschen, die nicht mehr einkaufen gehen können, aber auch für Gartenarbeiten oder andere Tätigkeiten haben sich die Gruppenmitglieder bereiterklärt.

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