Foto: Feuerwehr Bad Salzschlirf

Orkan „Sabine“ zieht vorüber – Kreis- und Schülerrat übt heftige Kritik an Schulamt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

REGION - Seit Sonntagnacht hielt der Orkan „Sabine“ die Region in Atem. Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden. Der Schulbetrieb hat zudem am Dienstag wieder stattgefunden. Dies kritisiert der Kreis- und Stadtschülerrat scharf.

Als „grob fahrlässig“ sieht es der Kreis- und Stadtschülerrat Fulda an, den Schulbetrieb am Dienstag wieder aufzunehmen. „Wir sehen nicht, dass der sichere Schulweg gewährleistet werden kann. Für uns als Stadtschülerrat geht die Sicherheit unserer Schüler vor“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Wohl der Schüler müsse an erster Stelle stehen.

„Schulfrei nur in Ausnahmefällen“

Der Amtsleiter des Schulamts, Stephan Schmitt, betonte aber, dass die Schule nur in Ausnahmefällen ausfalle. „Ein solcher Fall lag am Dienstag nicht vor. Aufgrund der Wetterlage hätte auch Montag der Unterricht stattfinden können.“

Natürlich gehe das Schulamt mit solchen Unwetterwarnungen vorsichtig um, doch an einer solchen Absage hängen viele Faktoren. „Viele Eltern sind berufstätig, weshalb Betreuungsangebote geschaffen werden müssen“, erklärt Schmitt.

Schule in Herbstein hatte „sturmfrei“

Bei entsprechenden Warnungen hält der Landkreis Fulda, die Stadt Fulda und das Schulamt eine Konferenz ab, in der über das Thema Schulfrei beraten wird. Auch die Lokale Nahverkehrsgesellschaft Fulda (LNG) wird zur Sitzung hinzugezogen.

Einzig die Freiherr-vom-Stein-Schule in Herbstein hatte am Dienstag unterrichtsfrei. Grund: Das Dach wurde durch den Sturm „Sabine“ beschädigt.

Windgeschwindigkeit von 93 Stundenkilometern

Generell hat sich der Sturm „Sabine“ beruhigt. Während das Sturmtief Sonntagnacht einen Spitzenwert von 144,7 Stundenkilometern auf der Wasserkuppe erreichte, lag dieser Montagnacht bei 93,4. „Es ist ein bisschen ruhiger geworden. In der vergangenen Nacht kam es in der Region zu Sturmböen“, erklärte Meteorologe Dominik Jung. Das Unwetter erreichte um 1.40 Uhr seinen Höhepunkt.

Vereinzelt Bäume umgestürzt

Auch die Einsätze von Polizei und Feuerwehr gingen Montagnacht im Vergleich zum Sonntag zurück. „Es sind wieder vereinzelt Bäume auf die Straßen gefallen, die anschließend beseitigt werden mussten“, berichtete Polizeisprecher Dominik Möller.

„Nach unseren Erkenntnissen kam es durch den Sturm zu keinen Unfällen, es entstand in der Nacht kein Sachschaden und verletzt wurde niemand“, lässt Möller verlauten.

Warnung der Stadt

Die Polizei ziehe ein positives Fazit aus den vergangenen Tagen. Die Gefahren in der Region sind aber noch nicht gebannt. Die Stadt warnt davor, Grünanlagen mit altem Baumbestand wie Parks oder Friedhöfe in den nächsten Tagen zu betreten.

„Abgebrochene Äste im Kronenbereich stellen auch nach dem Sturm eine permanente Gefahr dar“, informierte Magistratspressesprecher Johannes Heller.

Am Wochenende erneut Windböen erwartet

In den kommenden Tagen soll sich die Wetterlage beruhigen. In der Nacht von kommenden Sonntag auf Montag kann es aber erneut zu kleineren Unwettern kommen. „Es sind Windböen mit bis zu 90 Stundenkilometern und viel Regen zu erwarten“, sagte Jung.

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren