Foto: Deutsche Palliativstiftung

Bei der Palliativstiftung wird am Donnerstag Weiberfastnacht gefeiert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Überall im Landkreis Fulda wird heute Weiberfastnacht gefeiert. Auch bei der Deutschen Palliativstiftung, die damit die Themen Tod und Trauer in die Mitte der Gesellschaft rücken will.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Es mutet schon ein wenig makaber an: Die Räumlichkeiten der Palliativstiftung am Bahnhof sind mit Totenköpfen dekoriert, auch auf dem Orden prangt ein Schädel, und der Schlachtruf der Organisation lautet: Das Leben ist zum Sterben schön. „Wir wollen uns damit nicht über Sterbende oder Trauernde lustig machen“, erklärt Geschäftsführerin Elke Hohmann. „Aber so, wie die Fastnacht zu Fulda gehört, gehört auch der Tod zum Leben. Unser Ansinnen ist, diesem Thema die Schwere zu nehmen und den Tod in den Alltag zu stellen.“

Deshalb wird ab heute Vormittag auch bei der Stiftung Foaset gefeiert. Mit Einmärschen von Karnevalsvereinen, mit Sekt und Kräppeln, mit Gesang, Musik und Tanz. Die Idee für das bunte Treiben entstand bei einem Geburtstag im Jahr 2018, berichtet Elke Hohmann: „Ich bin mit dem damaligen Adjutanten der Fuldaer Prinzenmannschaft, Michael Engels, ins Gespräch gekommen. Ein Freund von ihm war kurz zuvor palliativ betreut worden.“ Schnell kam die Zusage: Die Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG) besucht die Palliativstiftung.

Das Leben feiern

„Die Mannschaft war unheimlich interessiert an unserer Arbeit. Nach dem Einmarsch haben wir sehr intensive und tiefgründige Gespräche geführt“, erinnert sich Dr. Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Palliativstiftung.

In den Karnevalshochburgen im Rheinland sei es auch üblich, dass die Tollitäten die Hospize und damit direkt die sterbenden Menschen besuchen. „Wir wollen das Leben feiern – das ist schließlich auch der Sinn der Fastnacht“, erläutert Hohmann.

Im vergangenen Jahr wurde die Veranstaltung deswegen größer aufgezogen: Nicht nur die FKG, sondern auch die Aschenberger Wolkenkratzer, die Brunnenzeche, der Kämmerzeller Carnevalverein und der FFCK marschierten ein. Mit dabei war damals auch der kürzlich verstorbene FKG-Ehrenpräsident Gerhard Dechant. „Er hat unsere Arbeit immer unterstützt. Es wäre in seinem Sinne gewesen, dass wir heute feiern. Gerhard wäre bestimmt auch in diesem Jahr gern zu uns gekommen“, ist Elke Hohmann sicher.

Unterstützung von den Vereinen

Die Vereine unterstützten das Anliegen gern. „Wir wollen den Menschen Freude bringen – das gilt selbstverständlich auch am Lebensende“, sagt Marianne Koch, die Vorsitzende der Brunnenzeche. Auch in Hospizen dürfe gelacht werden. „Wir sind ein Familienverein, alle Generationen sind bei uns vertreten“, erklärt sie.

Viele Mitglieder hätten einen Angehörigen, der palliativ betreut wurde. „Da ist es schön, wenn man den Menschen mit einem Besuch ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.“ Das gelte nicht nur für Hospize, sondern etwa auch für Altenheime, bei denen etliche Vereine aus der Region einmarschieren.

Stiftung hat Orden herstellen lassen

Bei der Palliativstiftung werden die Bemühungen des Vorjahres in diesem Jahr sogar noch getoppt: Die Stiftung hat für die Fastnacht einen richtigen Orden herstellen lassen. Darauf zu sehen: natürlich ein Totenkopf. Und es gibt große Ziele fürs nächstes Jahr: „Wir können uns vorstellen, mit einem eigenen Motivwagen am Rosenmontagszug teilzunehmen“, sagt Thomas Sitte. Elke Hohmann geht sogar noch weiter: „Vielleicht schaffen wir es eines Tages, am Bahnhofsvorplatz an Weiberfastnacht den Fuldaer Straßenkarneval zu öffnen.“

Die bundesweit tätige Stiftung macht darüber hinaus mit vielen Aktionen auf ihre Arbeit aufmerksam: unter anderem mit Kalendern, Postkarten, mit Bierdeckeln, mit Videos und mit dem Stammtisch Tod-Reden, der am 10. März um 18 Uhr im Vonderau Museum das nächste Mal stattfinden wird.

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