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Peter Kirchner ist 100 Tage als Bürgermeister von Ehrenberg im Amt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Ehrenberg - Vom Platz am Lehrerpult auf den Chefsessel im Rathaus: Im Leben von Peter Kirchner (parteiunabhängig) hat sich einiges verändert, seit er zum Bürgermeister von Ehrenberg gewählt worden ist. Er ist nun 100 Tage im Amt.

Von unserem Redaktionsmitglied Jessica Vey

36 Jahre lang hat in diesem Büro nur einer gesessen: Thomas Schreiner (parteilos, 68). Auf ihn, der kürzlich zum Ehrenbürgermeister von Ehrenberg ernannt worden ist, folgte am 1. Oktober Peter Kirchner und nahm den Platz im Rathaus ein.

Ein bisschen hat sich der 38-Jährige, der zuvor Lehrer an der Richard-Müller-Schule war, schon eingerichtet an seinem neuen Arbeitsplatz. An der Wand hängt bereits ein großes Bild: „Das ist die Mathesberg-Hute – meiner Meinung nach eines der schönsten Bilder aus unserer Gemeinde“, sagt Kirchner. Das Bild schaut er gerne an, wenn er es einmal nicht raus geschafft hat.

Termine statt Feierabend

Obwohl sein Zuhause im Ortsteil Melperts nur eine zweiminütige Autofahrt entfernt ist, schafft er es nur selten, dort zu Mittag zu essen. „Die Mittagspause fällt immer mal aus oder man beißt eben am Schreibtisch mal in sein Brot“, erklärt er.

„Der Job ist spannend und macht mir Riesenspaß. Aber er ist auch sehr zeit- und arbeitsintensiv.“ Drei bis vier Abende in der Woche sei er unterwegs – plus Termine am Wochenende. Abendtermine und Sitzungen, die mit Kommunalpolitik zu tun haben – das hatte er auch schon vorher. Kirchner war Vorsitzender der Gemeindevertretung für die Bürgerliste Ehrenberg und Mitglied des Kreistags für die Grünen.

Geburtstage, Hochzeiten, Kleintierschauen

Doch jetzt ist er zusätzlich im Aufsichtsrat verschiedener Einrichtungen und als Oberhaupt der Gemeinde der höchste Repräsentant. Heißt: Es stehen Besuche bei runden Geburtstagen an, bei Hochzeitsjubiläen, bei Vereinsveranstaltungen wie Kleintierschauen und Kirmesfesten, bei Konzerten und Feuerwehrübungen.

Doch er betont: „Es ist toll, das vielfältige Gemeindeleben noch besser kennenzulernen. Auf runden Geburtstagen bekomme ich viel von den altgedienten Ehrenbergern erzählt, wie das Leben früher so war, was mich sehr interessiert.“

Arbeitsauftrag im Supermarkt

Was der Rathauschef dabei aber auch immer mitnimmt, sind Arbeitsaufträge. „Die Leute geben mir oft Anregungen oder Kritik mit auf den Weg. Auch wenn es bei einer Begegnung im Supermarkt ist. Meistens zücke ich mein Smartphone und mache mir gleich eine Notiz, um es möglichst irgendwann abzuarbeiten“, erklärt Kirchner.

Doch eines hat er bereits gelernt in den 100 Tagen: „Man muss sich an den Zustand gewöhnen, nicht fertig zu werden. Man kann nur eins nach dem anderen abarbeiten und vieles braucht einfach seine Zeit.“

Neu: die Bürgerviertelstunde

Und Ehrenberg hat viel vor. Kirchner zählt einige Projekte auf: die Ausweisung von Baugebieten („Ich erhalte mittlerweile fast täglich Anfragen von Bauwilligen“), die Erweiterung der Ehrenberger Kindertagesstätte, das Life-Projekt für die Erhaltung der Hutungen und den Klimaschutzplan, den die Abgeordneten kürzlich beschlossen haben.

Außerdem wird es künftig auf seine Anregung hin eine „Bürgerviertelstunde“ vor jeder Gemeindevertretersitzung geben, die Homepage der Gemeinde wird erneuert und in der Verwaltung wird ein eigenes Bauamt geschaffen. „Die Aufgaben waren bisher quer im Haus verteilt. Wir müssen uns da professionalisieren – damit wir bei den Projekten Baugebiete und Kita Gas geben können“, sagt der Bürgermeister. Da können die nächsten 100 Tage ja kommen.

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