Die Raiffeisen Waren GmbH möchte zwischen Böckels und Rex eine Getreideerfassungsanlage bauen.
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Die Raiffeisen Waren GmbH überdenkt ihren Plan, zwischen Böckels und Rex eine Getreideerfassungsanlage zu bauen. (Symbolfoto)

„Alternativen sondieren“

Raiffeisen wird Silo-Projekt in Böckels überdenken - Bauvorhaben an neuem Standort?

In der nächsten Sitzung des Petersberger Bau-Ausschusses wird es keinen Aufstellungsbeschluss für eine mögliche Getreidesilo-Anlage in Böckels geben. Darum hat die Raiffeisen Waren GmbH gebeten. „Das Unternehmen möchte das Projekt zunächst noch einmal überdenken“, heißt es.

Petersberg - In der vorherigen Sitzung des Ausschusses am 20. Januar 2021 hatten 50 Anwohner aus Böckels, Rex und Margretenhaun ihren Unmut gegen das Vorhaben geäußert, obwohl das baurechtliche Verfahren dafür noch gar nicht begonnen hatte, schildert die Gemeinde. Angedacht hatte Raiffeisen eine neue Anlage mit acht bis zehn Silos, die bis zu 30 Meter hoch sind und insgesamt ein Fassungsvermögen zwischen 18.000 und 24.000 Tonnen Getreide haben. Der Ausschuss hatte seine Entscheidung vertagt, um den Fraktionen mehr Zeit zum Beraten zu geben.

Die Gemeinde Petersberg erklärt weiter: „In der kommenden Sitzung am 17. Februar hätte ein Aufstellungsbeschluss gefasst werden und damit das Verfahren in Gang gesetzt werden sollen.“ Doch die Raiffeisen Waren GmbH hat die Gemeinde nun darum gebeten, von einem Beschluss vorerst abzusehen.

Raiffeisen wird Silo-Projekt in Böckels überdenken - Bauvorhaben an neuem Standort?

„In der Sitzung am 20. Januar haben wir festgestellt, dass die Bevölkerung unserem Bauvorhaben gegenüber große Bedenken hatte. Daher werden wir unser Bauvorhaben in der vorgestellten Version überdenken und neu überarbeiten“, erklärt Frank Gollbach, Regionalleiter Agrar Fulda-Werra der Raiffeisen GmbH. Zudem sollen alle Alternativen, also auch ein anderer Standort als Böckels für die Getreideerfassungsanlage, sondiert werden.

Gollbach versichert: „Wir haben die Sorgen und Ängste der Bevölkerung wahrgenommen und werden diese für unsere weiteren Planungen berücksichtigen.“

Bürgermeister Carsten Froß hält das für den richtigen Schritt: „Das Projekt in seiner derzeitigen Form ist für Böckels eine Nummer zu groß. Der Ortsteil ist bereits jetzt einer hohen Verkehrsbelastung ausgesetzt, die dann noch zunehmen würde.“

Er appelliert überdies daran, die Diskussion um das Projekt zu versachlichen: „Alle beteiligten Parteien müssten die Chance haben, fair behandelt zu werden. Anwohner, Landwirte, Investoren und Politik sollten gemeinsam eine Lösung suchen.“ Genau deshalb sei es richtig, dass die Raiffeisen sich jetzt mehr Zeit nimmt. „Wir als Gemeinde bleiben in dieser Zeit Ansprechpartner für alle Beteiligten.“ (lea)

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